2024-05-02T16:12:49.858Z

Analyse
Sah wenig Positives im Spiel seiner Mannschaft gegen den TSV 1860 München II: Landsbergs Coach Uwe Zenkner.	  F.: Julian Leitenstorfer
Sah wenig Positives im Spiel seiner Mannschaft gegen den TSV 1860 München II: Landsbergs Coach Uwe Zenkner. F.: Julian Leitenstorfer

Der Trainer entschuldigt sich

Uwe Zenkner fällt über die Mannschaft des TSV Landsberg das wenig schmeichelhafte Urteil „unterirdisch“

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Der Fehlstart ist perfekt. Drei Spiele, null Punkte. Der TSV Landsberg macht da weiter, wo er vergangene Saison aufgehört hat und ist Letzter in der Bayernliga-Süd. Trainer Uwe Zenkner geht mit seiner Mannschaft nach dem 1:4 gegen den TSV 1860 München II hart ins Gericht. Er entschuldigte sich bei der Pressekonferenz nach dem Spiel nicht nur bei den Zuschauern, sondern auch beim Hauptsponsor und sprach von einer „desolaten“ und „unterirdischen“ Leistung.

Über weite Strecken des Spiels lief seine Mannschaft den „Löwen“-Bubis hinterher und war mit dem 1:4 noch gut bedient. Die Münchner – nach dem Zwangsabstieg der ersten Mannschaft in die Regionalliga zu Saisonbeginn in die Bayernliga strafversetzt – brachten ein Durchschnittsalter von 19 Jahren auf den Platz. „Zwölf von den 16 Mann im Kader sind noch spielberechtigt für die A-Jugend“, sagte Trainer Wolfgang Schellenberg nach der Partie. „Wir haben gesehen, dass sie nach vorne sehr gut spielen und kombinieren können, und zum Teil auch sehr gute Individualisten sind, was auch zu den Toren geführt hat.“ Dennoch sprach Schellenberg von Mängeln im Defensivverhalten – gerade in den ersten 30 Minuten. Da war der TSV Landsberg aber nur in der Lage, den zwischenzeitlichen Ausgleich durch Philipp Siegwart (22.) zu erzielen, der die frühe Löwen-Führung durch Awata egalisierte. Siegwart war der Einzige neben Keeper Philipp Beigl, für den es Lob von Trainer Uwe Zenkner gab. „Unser Kapitän ist wieder auf dem Weg, unsere Mannschaft nach vorne zu bringen. Beigl war überragend. Er hat uns in der ersten Halbzeit im Spiel gehalten.“

Ansonsten fand Zenkner nichts Positives am Spiel seiner Mannschaft, übte harte Kritik und legte Galgenhumor an den Tag. „Wir sind sogar als Gewinner der ersten Halbzeit aus dem Spiel gegangen, weil wir mit 1:5 vom Platz hätten gehen müssen“, sagte er angesichts des Chancenplus’ der Gäste. Bei den Zuschauern – 970 waren in den 3C-Sportpark gekommen, darunter eine Vielzahl an Löwenfans – entschuldigte er sich. „Für diese desolate Leistung, die wir heute auf den Platz gebracht haben, und beim Sponsor, der doch einiges investiert hat, und wir dann so eine unterirdische Leistung bringen.“ Die Gründe für die Niederlage führte er vor allem auf die individuellen Fehler zurück und nicht auf das neue 4:3:3-System. „Wenn ich so was vorgebe und wir das die ganze Woche trainieren, kann es daran nicht liegen“, so Uwe Zenkner, der die Defensivleistung seiner Mannschaft als „desolat“ bezeichnete. Auch auf erfahrene Spieler habe er sich nicht verlassen können. „Spieler, die schon Relegationsschlachten hinter sich gebracht haben und Bayernliga-erfahren sind – wenn die auch ganz schlimme Fehler machen, ist es klar, dass sich junge Spieler da nicht daran aufbauen können“, so Zenkner, dessen Kritik besonders an Martin Hennebach adressiert war. Der 24-Jährige machte beim 0:1 und beim 1:3 im Eins gegen Eins eine äußerst unglückliche Figur und wurde nach seinem zweiten Schnitzer postwendend ausgewechselt.

Die nächsten Wochen dürften unangenehm beim TSV Landsberg werden. Spielformen stehen im Training weniger auf der Tagesordnung, sondern eher wieder Grundlagen. „Wir werden die nächsten 14 Tage im Eins gegen Eins trainieren – bis zum Erbrechen“, kündigte Uwe Zenkner an. „Wenn ich eine so junge Mannschaft spielen lasse, die dann Spaß daran findet, die Kisten macht, und wir zuschauen und nebenherlaufen – dann stimmt etwas nicht.“

Die schwache Vorstellung gegen die Löwen kann der TSV am Mittwoch wieder wettmachen. Dann steht das Nachholspiel gegen Wolfratshausen an. Gegen den BCF hat man jedoch noch bittere Erinnerungen aus der Vorsaison, als man in der zweiten Relegationsrunde verlor und erst in der dritten Runde gegen Bogen noch den Klassenerhalt schaffte. Schon jetzt zeichnet sich ab: Auch diese Saison geht es für Landsberg wohl nur darum, die Liga zu halten.

Aufrufe: 07.8.2017, 15:57 Uhr
Landsberger Tagblatt / Dominic WimmerAutor