Trainer Klaus Seidel tritt zur Winterpause beim Regionalliga-Aufsteiger TSV 1860 Rosenheim zurück. Der 51-Jährige wird den Sechzigern aber in anderer Funktion erhalten bleiben. Der Sportliche Leiter Hansjörg Kroneck hat bereits die Suche nach einem Nachfolger angekurbelt. Die Entscheidung kam für Außenstehende überraschend.
"Beim Abschlusstraining habe ich der Mannschaft mitgeteilt, dass ich zur Winterpause von meinem Amt als Trainer zurücktrete. Die Arbeit mit meiner Mannschaft hat großen Spaß gemacht, aber die Arbeit als Regionalliga-Trainer ist auch sehr intensiv und zeitaufwendig, die meisten Vereine in dieser Liga spielen mit Profis, haben hauptamtliche Trainer und Funktionäre. Diese Voraussetzungen können wir beim TSV 1860 Rosenheim als Amateurverein nicht leisten. Die persönliche Belastung war immens für mich, viele Dinge im privaten und beruflichen Bereich sind liegen geblieben, daher hab ich für mich zu diesem Schritt entschlossen", begründet Klaus Seidel seine Entscheidung. Der 51-Jährige möchte aber im Verein eine andere Aufgabe übernehmen. Die Jugendarbeit und die Ausbildung von jungen Talenten stand und steht immer im Fokus von Klaus Seidel. Hier brachte er sich immer wieder ein und sicherte in der vergangenen Saison als Interimstrainer den Klassenerhalt der U19 in der Landesliga Süd. Eine künftige Einbindung in den Juniorenbereich ist denkbar. "Ich möchte den Verein in anderer Funktion weiterhin bestmöglich unterstützen, vielleicht im Juniorenbereich. Jetzt brauche ich aber erstmal etwas Zeit zum Durchschnaufen", so Seidel.
Sportlicher Leiter Kroneck: "Wir haben schon Kontakt zu mehreren Kandidaten aufgenommen."
"Ich arbeite mit Klaus Seidel schon sehr lange und gut zusammen und schätze seine Arbeit. Er hat ganz klare Vorstellungen und lebt für den Fußball. Wir werden uns in der Winterpause zusammensetzen und sein mögliches neues Aufgabenfeld definieren", so der Sportliche Leiter Hansjörg Kroneck. Franz Höhensteiger, Abteilungsleiter der Fußballabteilung, äußert sich wie folgt: "Klaus Seidel identifiziert sich voll mit dem Verein. Seine bisher geleistete Arbeit ist sensationell und dafür möchten wir ihm herzlich danken." Für die letzten drei wichtigen ausstehenden Spiele vor der Winterpause erhofft sich Kroneck einen positiven Effekt durch neue Impulse. Die Mannschaft ist jetzt gefordert sich noch auf einen rettenden Platz vorzuschieben. Nach der Nachricht von Klaus Seidels Rücktritt läuft nun direkt die Suche nach einem Nachfolger an. "Wir haben schon Kontakt zu mehreren Kandidaten aufgenommen und sind sicher zeitnah die bestmögliche Lösung für den Verein zu finden", so Kroneck.
Seidel führte die Rosenheimer mit einer blutjungen Truppe zurück in die Regionalliga.
Die sportliche Bilanz von Klaus Seidel beim TSV 1860 Rosenheim ist kann sich durchaus sehen lassen. In der Winterpause der vergangenen Saison stieß er zum damaligen Bayernligisten und übernahm die Mannschaft auf einem guten fünften Platz. Nach einer beeindruckenden Rückrunde und vier spannenden Relegationsspielen schaffte die Mannschaft unter Seidels Regie sensationell und völlig unerwartet nach zwei Jahren Abwesenheit den Wiederaufstieg in die Regionalliga Bayern. Wohlgemerkt mit der jüngsten Mannschaft der ganzen Liga, die mit viel Begeisterung, Einsatz, Identifikation und einer vorbildlichen Einstellung diesen Erfolg erreichte. Auch zur neuen Saison in der Regionalliga präsentiert sich die Mannschaft von Seidel konkurrenzfähig und zeigte begeisternde Spiele. In den letzten Wochen aber war ein Abwärtstrend unverkennbar, die Sechziger sind seit sechs Spielen sieglos und rangieren aktuell auf Rang 15, einem der beiden Relegationsplätze. Es scheint: Das intensive Jahr mit Aufstiegsrelegation und nur zwölf Tagen Pause ist am Trainer nicht spurlos vorüber gegangen.