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Dienstag 14.11.17 09:42 Uhr|Autor: Dieter Priglmeir - Erdinger Anzeiger249
Sie haben alles im Blick: Wörths Fußballchef Heini Hundsnurscher und Trainer Sebastian Held (v. l) haben den SV Wörth zum Titelanwärter gemacht. Insbesondere die Entwicklung von Eigengewächs Paul Notka (r.; hier im Zweikampf mit dem Kletthamer Florian Simmet) ist ihnen wichtig. FOTO: HERKNER

SV Wörth: Höhenflug nach Videoanalyse

Tabellenerster dank Sebastian Helds Methoden
Der SV Wörth überwintert als Tabellenführer der Kreisklasse. Der Höhenflug begann, nachdem sich die Kicker 90 Minuten lang im Fernsehen angesehen hatten, wie naiv sie bis dahin Fußball gespielt haben.

Wörth – Wird man durch Niederlagen wirklich stärker? Trainer Sebastian Held hält tatsächlich die 2:4-Pleite gegen den SC Moosen dafür entscheidend, dass sein SV Wörth nun nach dem 2:1-Sieg gegen Rot-Weiß Klettham (wir berichteten) als Tabellenführer der Kreisklasse in die Winterpause geht.

Blenden wir zurück in den September, in dem der SV Wörth gegen Aufsteiger Forstern (0:0) und die SG Reichenkirchen (0:1) enttäuschte. Es folgte eine 2:4-Pleite gegen den SC Moosen. „Und meine Mannschaft hat auch noch gemeint, dass sie gut gespielt hat“, erzählt Held. „Ihr Pech war nur, dass ein Kameramann das komplette Spiel aufgenommen hatte.“ Es folgte eine 90-minütige Videoanalyse. Dreimal wiederholt oder in Zeitlupe – schonungslos zeigte der Coach seinem Team, was es falsch gemacht hat. „Die Jungs haben gesehen, was im Herrenfußball gefordert wird“, sagt er. „Da kannst du einem Verteidiger nur einmal einen Beinschuss verpassen. Beim nächsten Mal sagt der ganz anders ,Grüß Gott‘.“

Offenbar hat es die Mannschaft kapiert. Zehn Punkte holte der SVW aus den ersten sieben Spielen, aus den folgenden neun waren es dann 24 Zähler. Lediglich gegen den TSV Wartenberg setzt es eine 2:3-Niederlage, „aber der will ja auch aufsteigen“, sagt Held, der aber auch die eigenen Saisonziele geändert hat: „Mit dem Klassenerhalt brauche ich meiner Mannschaft nicht mehr zu kommen. Wir wollen jetzt natürlich so lange wie möglich oben mitmischen.“

Der Glücksgriff Michael Fitzpatrick

Vom Prügelknaben der beiden vergangenen Jahre zum Titelanwärter – danach hatte es lange nicht ausgehen. Das Team, das sich am letzten Spieltag erst den Klassenerhalt gesichert hatte, verlor mit Florian Schmelmer, Emanuel Micheler und Christian Veicht auch noch drei Leistungsträger.

Der SVW holte Held als Trainer zurück. „Mein Auftrag war es, mit Paul Notka, Jan Riedlinger und Sebastian Wenninger drei A-Jugend-Spieler im Herrenbereich zu integrieren“, erinnert sich der Coach, der zudem sein gutes Netzwerk in der lokalen Fußballszene nutzte.

So eiste er Michael Fitzpatrick von der DJK Ottenhofen los. Ein Glücksgriff, denn „Mikey kann schon jetzt ein Spiel sehr gut lesen“, lobt Held seinen Mittelfeld-Motor. „Gemeinsam mit Lorenz Becker, unserem Leader, treibt er das Spiel an.“ Womit wir bei den Beckers wären: Lukas Becker zählt zu den besten Keepern der Liga. Dann brach er sich das Nasenbein, und sein Bruder Korbinian sprang ein. Der 18-Jährige spielte in der U 17 des FC Bayern unter Torwarttrainer Uwe Gospodarek. Aus beruflichen Gründen trat er ein wenig kürzer, stellte sich beim SVW als Torwarttrainer zur Verfügung und sprang nun für seinen verletzten Bruder in die Bresche.

Ein U 19-Spieler als Torjäger

„Er hat uns gegen Klettham im Spiel gehalten“, sagt Held, der noch zwei weitere Schlüsselspieler nennt: „Martin Ferlisch ist unser Abwehrchef, mein verlängerter Arm auf den Platz – der Mats Hummels des SV Wörth.“ Und da wäre noch Florian Rupprecht – eigentlich noch spielberechtigt für die A-Jugend, aber mit 15 Treffern schon bester Torschütze des Spitzenreiters.

Der 18-jährige Moosinninger hätte laut Held auch nach Eichenried, Finsing oder Schwaig gehen können. Zudem trainierte er zur Probe beim FC Moosburg. Aufgrund seiner Arbeit als Landschaftsgärtner habe er sich für die weniger zeitaufwändige Lösung beim Kreisklassisten Wörth entschieden. Rupprecht habe sich erst an das härtere Spiel im Erwachsenbereich gewöhnen müssen. „Aber inzwischen setzt er seinen Körper sehr gut ein“ sagt Held und fügt hinzu, „und er will immer kicken. Notfalls kommt er halt mit seinen Arbeitsklamotten, wenn es zeitlich eng wird“. Wörths Glück: Rupprecht kam nicht allein vom FCM. „Und dann hat auch noch sein Spezl Michael Hastreiter bei uns angefragt – soll ich da vielleicht Nein sagen?“, fragt Held. Er verfügt nun über einen 18-Mann-Kader, der qualitativ hochwertig ist und bis auf Michi Stehr von schweren Verletzungen verschont blieb.

Die vereinseigenen Talente Notka und Riedler sind Stammspieler, Wenninger fängt in der Zweiten, „und nach der Saison rücken sieben weitere Spieler aus der A-Jugend nach“, schaut der Coach voraus. Angst, dass die auswärtigen Youngster den Verein schnell wieder verlassen, habe er nicht. „Erstens will ich niemand aufhalten, wenn er sich sportlich verbessen will. Zweitens spielen viele bei uns, weil sie bei uns mit ihren Spezln kicken können.“ Beispiele dafür seien etwa neben Fitzpatrick die ebenfalls bei der JFG Sempt Erding ausgebildeten Andre Masic, Patrick Steinborn und Samuel Hawkins. „Die Jungs machen auch privat viel zusammen.“

Ganz umsonst muss man in Wörth auch nicht kicken. Laut Held wird Trainingsanzug und Ausrüstung gestellt. Außerdem gebe es dank einer örtlichen Fangemeinschaft eine Punktprämie, die aber nicht nur vom Tabellenplatz abhängig ist, sondern auch von der Trainingsbeteiligung. 70 Prozent der Übungseinheiten müssen es schon sein. Eine Meisterprämie gibt’s übrigens nicht. „Ich habe einmal ein Training in die Therme verlegt. Das ist Prämie genug“, sagt Held, der am Samstag bei der Jahresabschlussfeier seinen eigenen besonderen Auftritt hatte. Der Löwen-Fan gestand: „Ich musste ,Stern des Südens‘ singen.“ Nicht bekannt ist, ob dieser Beitrag auch für eine Videoanalyse gefilmt wurde.

 
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