Fußball und der SV Mehring sind ihr Leben
Dienstag 12.01.21 18:54 Uhr|Autor: Vinzenz Anton1.447
Seine Liebe zum SV Mehring hat Peter Dietz (Mitte) an seine beiden Söhne Sebastian (links) und Alexander weitervererbt. Gleich auf mehreren Ebenen engagieren sie sich für die Blau-Weißen. Foto: privat

Fußball und der SV Mehring sind ihr Leben

Die Familie Dietz und der Rheinlandligist von der Mosel sind ganz eng miteinander verbunden. Wie Vater Peter einst ans Kicken kam, was seine Söhne Sebastian und Alexander zu seinem Engagement sagen, warum er mal bei einer Vorstandswahl gegen sie gestimmt hat und welche Aufgabe momentan besonders knifflig ist.
Wenn Peter Dietz (61), Mitglied des geschäftsführenden Vorstands des SV Mehring, an seine fußballerischen Anfänge vor rund 50 Jahren zurückdenkt, fällt ihm ein Name ganz besonders ein: „Wolfgang Webel war Schullehrer hier im Ort und holte alle Jungs zum Fußball. Er ist unserem Verein noch heute verbunden. Er war ein Glücksfall für den SV Mehring.“


Peter Dietz’ Beziehung zum Fußball wurde zunächst auf eine harte Probe gestellt, schließlich war er auch dem Musikverein verbunden. Hier war auch sein Opa aktiv, weshalb ihn seine Eltern zu den Proben schickten. Im Alter von elf Jahren versteckte der spätere Verteidiger seine Fußballschuhe im Waldhorn und verabschiedete sich von zu Hause. „In Wirklichkeit marschierte ich zum Fußballtraining. Ich war und bin dem SV Mehring sehr verbunden und dankbar. Der SVM ist mehr als ein Hobby für mich“, stellt Dietz fest. Die Liebe zum Fußball und zum Verein gab er auch an seine beiden Söhne Sebastian und Alexander weiter, die bereits im Bambini-Alter mit dem Kicken anfingen. 

In all den Jahren hat Dietz die Kameradschaft und das Zusammengehörigkeitsgefühl schätzengelernt. Daher sei er gerne bereit gewesen, dem SVM etwas zurückzugeben – nach seiner aktiven Zeit als Jugendtrainer, Helfer beim Clubhausbau und nun im vierten Jahr als Mitglied des geschäftsführenden Vorstands. Hier ist er vor allem für die Finanzen zuständig, während sich Heinz Bach um den sportlichen Bereich kümmert und Jens Müller Schriftführer ist.

In seinen 25 Jahren als Jugendtrainer habe er dabei stets zu vermeiden versucht, seine Söhne zu trainieren, sagt Peter Dietz: „Da sah ich einen Interessenskonflikt.“ Sein jüngerer Sohn Alexander zollt dem Papa großen Respekt, findet aber auch kritische Worte: „Er hat (zu) viel Arbeit in den Verein gesteckt und eine Menge für den SVM getan. Manchmal wäre es besser, wenn er weniger machen würde, um sich zu schonen. Er hält den Verein am Leben.“

Peter Dietz – beruflich als kaufmännischer Angestellter in Luxemburg tätig – betont aber: „Ich mache es gerne, und der SVM gehört zu mir.“ Große Baustelle ist derzeit der Trainerposten der ersten Mannschaft, nachdem Bernd Körfer Ende Oktober seinen Rückzug abgekündigt hatte (TV berichtete). Trotz vieler Kontakte und Gespräche können die Mehringer noch immer keinen Vollzug melden, so Dietz senior „Der Kandidatenpool, aus dem wir schöpfen können, wird ebenso weniger wie das Herzblut der Leute, sich in einem Verein zu engagieren.“ Den Trainerposten mit einer internen Lösung auf mehrere erfahrene Schultern zu verteilen, sei ‚nur der allerletzte Ausweg“, ergänzt sein Sohn Sebastian.

Peter Dietz nennt ein weiteres Problem – nämlich das im Nachwuchsbereich. Es gebe in Mehring zwar noch relativ viele Jugendteams (elf, die größtenteils in einer Jugendspielgemeinschaft organisiert sind, plus die  Bambinigruppe), aber es kämen zu wenige oben an. Im aktuellen Kader der ersten Mannschaft spielen nur noch drei Akteure, die in Mehring wohnen: „Viele ziehen um oder gehen weg. Aber meine Söhne sind dem aktiven Fußball auch während ihrer Studienzeit treu geblieben und unterstützen mich heute im Verein.“

Die Treue verweigerte der Vater seinen Söhnen aus Spaß und Selbstschutz mal bei den Vorstandswahlen. Er habe gegen sie gestimmt, da er wusste, wie viel Arbeit auf sie zukommen würde. Umso mehr dankt er seiner Ehefrau Margit für ihr Verständnis: „Sie steht hinter mir und meinem Hobby und ist da sehr großzügig.“

Sohn Sebastian ist im Club ebenfalls tief verwurzelt, führt die Rheinlandligamannschaft seit 2017 als Kapitän aufs Feld und fungiert auf Vorstandsebene als Kassierer. Über das Lebenswerk seines Vaters sagt der frischgebackene Familienvater (Anfang Dezember kam seine Tochter Frieda zur Welt): „Es gibt nichts, was er nicht für den Verein getan hat. Er ist beim SVM seit anno dazumal aktiv, was unglaublich ist! Ich kann mir den SVM ohne Papa nicht vorstellen und ich könnte mir Papa ohne den SVM auch nicht vorstellen.“

Über sein zur Saisonunterbrechung mit zwölf Punkten auf Platz acht rangierendes Team sagt der Spielführer: „Auswärts waren wir bislang sehr stark. Aber so eine schlechte Heimbilanz habe ich noch nie erlebt.“ Dass die (kurze) Zusammenarbeit seit Sommer mit Bernd Körfer positiv gewesen sei, lasse sich nicht nur am Tabellenstand festmachen: „Bernd lebt Fußball und ist sehr menschlich, bodenständig und hat Spielerideen mitberücksichtigt. Nach sieben Jahren unter Frank Meeth brachte er frischen Wind und neue Ideen mit. Das hat uns gutgetan.“

Der Alltag des 29-Jährigen hat sich seit einem Monat verändert – früher stand Fußball an erster Stelle. Nun ist es die Familie. Trotzdem möchte der Abwehrspieler noch einige Jahre lang aktiv sein - und nennt klare Ziele, wie etwa auch im Rheinlandpokal: Dort mussten sich die Blau-Weißen im März 2019 dem späteren Cupgewinner FSV Salmrohr mit 0:2 geschlagen geben. „Wir sind damals verdientermaßen ausgeschieden, was mich bis heute ärgert. Im Pokal will ich unbedingt noch mal für Erfolge sorgen. Ich spiele Fußball, um Erfolge zu feiern und will in Mehring die Begeisterung wecken“, betont der Wirtschaftsingenieur.

Den Augenblick, nach der Corona-Pause auch mit seinem Bruder wieder auf den Platz zu dürfen, sehnt Sebastian Dietz herbei: „Dass ich mit Alex zusammen für unseren SVM spielen darf, macht mich stolz. Er ist technisch versierter als ich, wobei wir uns in unseren Talenten sehr gut ergänzen.“ Seinem Heimatverein möchte er auch in Zukunft treu bleiben. Eine Ausnahme gab es 2012, als er studienbedingt für den Aachener Stadtteilclub Hertha Walheim in der Mittelrheinliga aktiv war.

Sein Bruder Alexander ist seit im Mittelfeld zu Hause. Daneben engagiert auch er sich als im Vorstand (als Beisitzer) und übernimmt ab und zu Teile der Trainingseinheiten: „Ich kann Teamkameraden gut motivieren und mitziehen. Dass ich Stabilisations- und Kräftigungsübungen mit der Mannschaft durchführe, hat unter Frank Meeth angefangen und wurde unter Bernd fortgeführt.“

In diesem Zusammenhang setzt er auch auf die gute Verbindung zu Kevin Heinz, der drei Jahre in Mehring spielte und aktuell für Eintracht Trier in der Oberliga aufläuft. „Zum neuen Jahr haben wir uns mit Kevin zusammengetan, der uns online über Zoom mit Fitnesseinheiten versorgt.“ Der ehrgeizige 24-Jährige („Ich bin emotional und verliere nicht gerne“) möchte selbst jedes Trainingsspiel gewinnen. Gleichzeitig betont Alexander Dietz: „Es ist sehr besonders, mit meinem Bruder aufzulaufen. Wir teilen die Freude. Ich verbinde mit dem SV Mehring Familie, Freunde und Spaß.“

Sein bislang größtes Fußballerlebnis liegt knapp sieben Jahre zurück: Es war ein Samstag im April 2014, als er in der Bezirksliga West unter Trainer Jörg Roos als 18-Jähriger in der zweiten Mannschaft sein Senioren-Pflichtspieldebüt feierte: „Ich wurde eingewechselt und schoss nach Kopfballvorlage von meinem Bruder das Tor zum 1:0-Sieg bei der SG Schneifel.“


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