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Montag 20.06.16 09:00 Uhr|Autor: SHZ / sun385
Henstedt-Ulzburgs Vera Homp (schwarz) sorgte mit viel Einsatz maßgeblich für den Erfolg der Mannschaft in der vergangenen Saison. Außerdem erzielte die Tochter des Trainers Tobias Homp neun wichtige Tore.

SV Henstedt-Ulzburg überzeugte

Zunächst belächelt, dann schnell respektiert

,,Henstedt-Ulzburg? Sagt mir nichts." Solche oder ähnliche Äußerungen mussten sich Mannschaft und Umfeld des SVHU nach dem Aufstieg in die 2. Bundesliga des Öfteren anhören. Die Spielerinnen um Torhüterin und Kapitänin Bianca Weech gingen locker damit um und ließen diese Art von Stimmen mit fortlaufender Saisondauer verstummen.



Im Nachhinein galt auch hier, dass das Überraschungsmoment eine große Hilfestellung darstellen sollte. Drei Spiele, drei Siege und ein Torverhältnis von 12:3; der SV Henstedt-Ulzburg hatte es sehr schnell geschafft: Wenige Wochen nach dem Aufstieg sorgte das Team aus dem Kreis Segeberg für Erstaunen und Aufsehen.

Um jegliche Form von Selbstüberschätzung im Keim zu ersticken, setzte Neutrainer Tobias Homp zu einem harten Tritt auf die Euphoriebremse an. Homp tat gut daran, es folgte eine Serie von fünf Niederlagen. Ausgerechnet mit dem deutlichen 5:1 beim Landesrivalen Holstein Kiel wurde die Talfahrt beendet.

Im Verlauf der weiteren Wochen und Monate bewies das Homp-Team immer wieder die Zweitliga-Reife, jedoch nicht immer über 90 Minuten. Manchmal war es die Schlussphase, noch viel häufiger aber die erste Halbzeit, in denen ein zählbarer Erfolg verpasst wurde. Diese fehlende Beständigkeit kostete eine noch bessere Platzierung. Aber genau das war eingeplant, es ging Tobias Homp alleine um den Klassenerhalt und die Akklimatisierung im Bundesligafußball.
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Deshalb wurde jedes Spiel akribisch aufgearbeitet, um vor allem in den entscheidenden Duellen auf der Höhe zu sein. Mit dem nötigen Erfolg, der SV Henstedt-Ulzburg verlor keines seiner sechs Spiele gegen die drei Absteiger Kiel, Hohen Neuendorf und Leipzig (vier Siege, zwei Unentschieden). Insgesamt ein Saisonverlauf, in dem längst noch nicht alles klappte, der Grundstein für den Klassenerhalt jedoch frühzeitig gelegt wurde.

So sieht es auch Trainertochter Vera Homp, die neun Tore und jede Menge Einsatz zum Erfolg beitrug. Wir sprachen mit Homp kurz vor ihrer Abreise nach Prag, wo sie zusammen mit Christine Schoknecht ab Montag mit der Polizeinationalmannschaft an der Europameisterschaft teilnimmt. Für die 24-Jährige gibt es Unterschiede zu ihren bisherigen Erst- und Zweitligajahren: ,,Ich bin noch nie mit einer Mannschaft aufgestiegen und habe mit dieser auf diesem Niveau den Klassenerhalt geschafft. Mit Leipzig damals war es etwas anderes, bei deren Aufstieg in die 1. Liga war ich nicht mit dabei."

Homp lässt die vergangene Saison kurz noch einmal Revue passieren, blickt aber auch bereits längst nach vorne: ,,Mit dem frühzeitig erreichten Klassenerhalt sind wir natürlich sehr zufrieden. Aber wir müssen jetzt natürlich auch sehen, was im zweiten Jahr auf uns zukommt." Unter anderem spricht auch auf die schwieriger gewordene Personalsituation an: ,,Der plötzliche Wechsel von Alina Witt zum Erstligaaufsteiger MSV Duisburg ist nur schwer zu verkraften. Es war uns allen klar, dass Alinas Weg über kurz oder lang nur nach oben führen kann. Dass das jetzt schon so kurzfristig der Fall sein wird, müssen wir erst einmal verkraften. Uns fehlt jetzt natürlich ein Knipser." Um lachend hinzuzufügen: ,,Notfalls übernehme ich das."

Auch Abgänge wie beispielsweise der von Carla Morich zum aktuellen Zweitligaaufsteiger Bramfelder SV oder der kürzlich bestätigte Kreuzbandriss Malin Hegelers wiegen schwer. Trotz allem, Vera Homp geht realistisch und zielstrebig in die neue Spielzeit: ,,Für uns geht es um den Klassenerhalt. Und genau diesen traue ich uns zu."

Das erstmalige Zusammenspiel mit ihrem Vater als Trainer sieht Vera Homp als geglückt an: ,,Darüber habe ich mir eigentlich nur wenige Gedanken gemacht. Wenn wir uns privat treffen, blocke ich Fußballthemen in der Regel auch ab. Damit fahren wir beide eigentlich sehr gut."

Die ersten Neuzugänge wurden bereits vermeldet. Zum SVHU dazu stoßen werden unter anderem Busem Seker vom FC Bergedorf 85 und Laura Vetter. Diese pausierte zuletzt, sammelte aber bereits in Bergedorf und Ahlerstedt Drittliga-Erfahrung. Fest steht indes, dass es keine Verstärkung vom Zweitliga-Absteiger Holstein Kiel geben wird. Es gab Gespräche, die jedoch ohne die gewünschten Ergebnisse blieben. So oder so, im schleswig-holsteinischen Frauenfußball gab es eine Wachablösung, der SV Henstedt-Ulzburg ist jetzt die alleinige Nummer eins im Land.
 
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