Brakeler besiegen Hertha und jubeln über Bronze
Montag 27.03.17 12:02 Uhr|Autor: Rene Wenzel652
F: Wenzel

Brakeler besiegen Hertha und jubeln über Bronze

Die C-Junioren der Spvg. Brakel gewinnen den Neunmeterkrimi im kleinen Finale gegen Hertha BSC Berlin. Brakels B-Junioren verpassen knapp die Endrunde und werden Sechster
„Ha Ho He – Brakel tut der Hertha weh!“ Beim Kampf um die Bronze-Medaille bei den DFB-Hallenmeisterschaften in Gevelsberg besiegten die C-Junioren der Spvg. die Nachwuchs-Kicker aus der Hauptstadt im Sechsmeterschießen. Die B-Junioren erreichten nach einem bitteren Vorrundenaus den sechsten Rang.
„Man muss zufrieden und stolz auf das Erreichte sein. Es war eine unglaublich starke Vorstellung von den Jungs. Für mich sind unsere beiden Teams die wahren Meister“, fasste Trainer Thorsten Kraut nach drei aufregenden Tagen zusammen. Er bedankte sich am Ende auch beim Trainerteam, den Betreuern und natürlich den zahlreichen Fans, die in jedem Match für eine Endspiel-Atmosphäre sorgten. „Wir haben richtig viel Eindruck beim DFB und auch anderen Vereinen mit dieser Stimmung hinterlassen. Von mir aus können wir so ein Turnier jedes Wochenende spielen“, sagte Kraut.


C-JUNIOREN
Auch wenn es am Ende nicht ganz zur größtmöglichen Überraschung reichte, ist man in Brakel natürlich total glücklich über die Bronzemedaille. Als erste Mannschaft überhaupt qualifizierten sich die Rot-Schwarzen für das Halbfinale. Zwei Siege zum Auftakt sorgten dafür, dass die Jungs von Thorsten Kraut schnell ihre Außenseiterrolle abgaben. 2:0 gegen den JFV Rhein-Hunsrück und 2:1 gegen den späteren Finalisten SV Sandhausen – auf diese Ergebnisse blickte das Team aus dem Kreis Höxter nach jeweils 18 packenden Minuten zurück. Die Fans pushten das Team immer wieder nach vorne, mussten aber mit ansehen, dass es im abschließenden Match des ersten Tages nicht für den erhofften dritten Dreier reichte – 0:2 gegen den MTV Soltau. Auswirkungen auf die Tabelle hatte diese Niederlage aber nicht. Brakel zog als Erstplatzierter der Gruppe B das Ticket für die nächste Runde. „Wenn wir so weitermachen, dann ist noch mehr möglich. Wir müssen weiterkämpfen und alles geben“, sagte Salvatore Cardamone. Nach der Übernachtung in Duisburg-Wedau ging es gleich am frühen Sonntagmorgen wieder zurück nach Gevelsberg. Es wartete das Duell mit Fortuna Köln auf die Spielvereinigung. In zweimal neun Minuten war alles drin für die Kraut-Kicker. Doch kurz vor Spielende schlug Gero Vitello Bianco doppelt zu und beendete so die Finalträume der Brakeler. „Fortuna hat es richtig stark gemacht und war am Ende auch der verdiente Sieger“, meinte Kraut.
In der Partie um den dritten Platz wartete ein noch bekannterer Name auf die Rot-Schwarzen – Hertha BSC Berlin. „Es war eines der besten Spiele, die ich von uns jemals gesehen habe. Wir haben technisch starke Herthaner kaum zur Entfaltung kommen lassen“, sagte der Spvg.-Coach. Nicht unverdient ging seine Truppe durch Raphael Polczyk mit 1:0 in Führung. Diese glichen die Hauptstädter aber aus. Im Sechsmeterschießen behielten die Brakeler unfassbar stark die Nerven. Nach einer Parade von Kai Sievers besaß Felix Grawe die große Chance auf den Sieg – und er nutzte sie. „Wir haben den dritten Platz noch mehr gefeiert als die beiden Finalisten“, deutete Kraut auf einen grenzenlosen Jubel hin.
B-JUGEND
„Natürlich herrschten am Samstagabend totaler Frust und Trauer“, berichtete Kraut. Eigentlich sah alles richtig gut aus. Nach einem 3:0-Auftaktsieg war die Spielvereinigung auch gegen den 1. FC Saarbrücken auf einem richtig guten Weg. Wenige Sekunden vor der Schlusssirene stellten die Saarländer die Partie auf den Kopf und gewannen 2:1. Brakel hätte im letzten Duell gegen den SC Fürstenfeldbruck ein Zähler gereicht. Doch es kam anders. Kraut erklärte: „Den Knokout aus dem Match gegen Saarbrücken hat man den Jungs noch angemerkt.“ So wurde trotz einer 1:0-Führung schnell klar, dass es nicht für das Halbfinale reichen sollte – Endstand: 2:6.
Vorbei war das Turnier für die B-Junioren aber nicht. In Platzierungsspielen mussten die Mannschaften auch am Sonntag nach einer Übernachtung in Kaiserau auflaufen. Es ging gegen die Stuttgarter Kickers. Als etwas mehr als eine Minute gespielt war, eröffnete Marco Cappadona mit dem 1:0 für die Himmelblauen die Partie. „Wir haben ein überragendes Spiel gezeigt und hatten 10:2 Torchancen. Es gab einige richtig gute Dinger, die wir nicht reingemacht haben“, sagte Kraut. Ein Stuttgarter Eigentor sorgte dann für das verdiente 1:1. Doch Florian Kleinhansi traft nach elf Minuten zum 2:1 und brachte Brakel wieder unter Zugzwang. Noch einmal sollte die Stuttgarter Defensive aber nicht bestraft werden.

AM RANDE NOTIERT

Beeindruckend! Mit diesem einzigen Wort war nicht nur die Leistung der Spvg. Brakel zu beschreiben. Der Deutsche Fußball-Bund stellte neben den sportlichen Höchstleistungen auf dem Feld für die Zuschauer in der Halle West in Gevelsberg ein umfangreiches Rahmenprogramm zusammen.
Wenn man hier reinkommt, dann ist es eine unglaubliche Situation. Auch dank unserer Zuschauer sind es Gänsehautmomente“, zeigte sich Spvg.-Trainer Thorsten Kraut fasziniert. Neben den sportlichen Höchstleistungen auf dem Feld erwartete die Zuschauer unter anderem eine Fotoaktion mit dem DFB-Pokal, ein Dribbel-Parcours, ein Kick-Point, Vereinswettbewerbe für E- und F-Junioren oder auch ein Quiz.
Und dank dieser Aktionen konnten die langen Wartezeiten – drei und vier Stunden lagen zwischen den eigenen Spielen – perfekt überbrücken.
„Es ist alles super organisiert. Wir sind mit Brakel lautstark dabei und in der Überzahl. Auf der Tribüne zu sitzen ist toll“, kommentiere Brakels Ehrenvorsitzender Helmut-Jörg Briel. Auch er reiste mit dem vom Verein eingesetzten Fanbus, der pünktlich die Stadt im südlichen Ruhrgebiet erreichte.
Weil auch noch einige Eltern und Anhänger privat reisten, stellte die Spielvereinigung ganz klar die besten Fans. „Das gibt uns Kraft. Auf dem Spielfeld sind wir dann noch mehr gepusht“, lobte C-Junioren-Spieler Salvatore Cardamone die Unterstützung.
Was im Vergleich zur großen Aufmachung nicht ganz passte, waren die Umstände in den Umkleidekabinen. Jeweils zwei Mannschaften mussten in den engen Räum Platz nehmen und sich so manches Mal auch absprechen, wer als erstes die Besprechung machen kann. „Das hätte man vielleicht etwas besser organisieren können, wenn man eine C-Jugend mit einer B-Jugend zusammengesteckt hätte. Dann wäre es vom Zeitplan her besser aufgegangen“, meinte Marcel Pesa, der das Trainerteam der B-Jugend unterstütze.
570 Zuschauer sorgten schon am Samstag für mächtig Stimmung in der Halle. Auch Futsal-Nationaltrainer Marcel Loosveld, der DFB-Jugendausschuss Christian Pothe sowie FLVW-Präsident Gundolf Walaschewski verfolgten die Partien. „Bei einem sehr gut besetzten Hallenturnier sind viele Talente zu sehen“, sagte Loosveld: „Es wird mit viel Leidenschaft gespielt und ich sehe noch viel Potenzial, im Bereich des Futsals einen weiteren Schritt zu machen.“



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