Der Magath-Streich misslingt
Sonntag 02.03.14 22:00 Uhr|Autor: Björn Reinhardt 1.057
Ramsin bejubelt den Derbysieg F: Björn Reinhardt

Der Magath-Streich misslingt

Serie von Facebook-Torhüter Völkel bereits nach 25 Minuten beendet
Am Sonntag vervollständigte die Begegnung zwischen der SG Ramsin und der SG Blau-Weiß Brachstedt den 17. Spieltag in der Landesliga Süd. Das Derby - beide Orte trennen nur 18 Kilometer - konnte letztendlich der Gastgeber aus Ramsin nach Toren von Mandrysch und El Gourmat für sich entscheiden. Im Vorfeld sorgte der Gast aus Brachstedt mit einer Facebook-Aktion für Aufsehen.


Facebook-Fans entschieden über Aufstellung

Unter der Woche kündigte Brachstedt an, dass deren Fans auf Facebook über die Aufstellung auf der Torhüterposition entscheiden können. Ab 100 "Gefällt Mir"-Klicks würde wieder Mittelfeldspieler Ron Völkel im Tor stehen. Aus der Not heraus stand Völkel bereits beim Rückrundenauftakt gegen Naumburg zwischen den Pfosten und hielt dabei seinen Kasten sauber.

Hinter diesem Marketing-Gag steckt allerdings ein viel schwerwiegenderes Problem: Brachstedt steht derzeit ohne etatmäßigen Torhüter da und hatte damit ohnehin nur die Wahl zwischen dem torhütenden Feldspieler Ron Völkel oder dem 45-jährigen Torwarttrainer Gerd Grau. Wiermann verließ berufsbedingt im Winter den Verein, Ersatzmann Brose ist verletzt, der von Ostrau verpflichtete Schlussmann Kozic steht noch nicht zur Verfügung und der aus Sandersdorf gekommene Nachwuchskeeper Jelali verletzte sich im Training und steht allerdings mittlerweile im Kader des VfB Gräfenhainichen.

Doch der von den Fans gewählte Torhüter Völkel konnte seine Serie in einer sehr zweikampfbetonten Begegnung nicht ausbauen. Bereits nach 25 Minuten musste der Schlussmann das erste Mal den Ball aus dem Netz holen. Markus Mandrysch drosch den Ball zur 1:0 Führung in die Maschen.


Ron Völkel in seiner Doppelrolle F: Björn Reinhardt

Ein Magath-Spielzug sollte den Ausgleich bringen

Doch der Gast aus Brachstedt ließ sich von dem Rückstand nicht beirren und kämpfte weiter um jeden Zentimeter. Konxheli und Fiebig konnten vor dem Tor der Gastgeber immer wieder einzelne Nadelstiche setzen, ohne dabei aber zu zwingenden Chancen zu kommen. Oft fehlte die Genauigkeit im Abschluss oder man war hinter Torwart Fieder nur zweiter Sieger.

Nachdem bereits mit der Einwechslung von Kevin Kluge die Offensivaktionen verstärkt wurden, sorgte Trainer Scholz mit einem Wechsel für verwunderte Gesichter auf dem Ramsiner Sportplatz.

Bereits 1996 sorgte der damalige Trainer des Hamburger SV, Felix Magath, im Spiel gegen Hansa Rostock für Aufsehen. Aufgrund von akutem Spielermangel wechselte er damals nach 80 Minuten Ersatzkeeper Hiemann ein und schickte Richard Golz in den Sturm.

Scholz machte es ähnlich und brachte Gerd Grau für Florian Siebenhühner. Die Viererkette wurde aufgelöst und der großgewachsene Torhüter Ron Völkel wurde nach vorne beordert, um für mehr Torgefahr zu sorgen.

In der größten Druckphase der Gäste sorgte dann allerdings Abdel Aziz El Gourmat für den KO-Schlag. Bei einer Ecke kurz vor Schluss wurde der kleine Marokkaner von der Blau-Weißen Abwehrreihe völlig ignoriert und konnte ungehindert zum 2:0 Endstand einköpfen.

Immerhin haben die SG Blau-Weiß Brachstedt und der Hamburger SV jetzt ein paar Gemeinsamkeiten: Beide schickten ihren Torhüter in der Schlussphase in den Angriff und beide verloren ihre Spiele mit jeweils 2:0. Ein Vergleich, auf den die Brachstedter zu Gunsten einer Punkteteilung, sicherlich hätten verzichten können.


 El Gourmat nickt zum 2:0 ein F: Björn Reinhardt



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