Auf Spurensuche bei... Jens Leicht
Mittwoch 14.10.15 20:10 Uhr|Autor: Steffen Heim 881

Auf Spurensuche bei... Jens Leicht

Der Torwart der SG über Oktoberfestzeit, Tabellenführung und seinen Bruder in Rinklingen
In den letzten Jahren verbrachte die SG ihre Zeit im Mittelfeld der Kreisklasse A1 in Pforzheim. Neuerdings wird in Ölbronn-Dürrn jedoch von der Tabellenführung gegrüßt. Ein Erfolgsgarant steht mit Jens Leicht im Tor - Grund genug, ihn zu befragen.


Hallo Jens, mit dem achten Sieg in Folge bleibt Ihr weiterhin auf Platz 1 der Tabelle. Die Liga reibt sich die Augen, was ist euer aktuelles Geheimrezept?
Hallo Steffen. Das Geheimrezept ist eigentlich gar nicht so geheim. Wir arbeiten sehr hart und werden dafür einfach belohnt. Zudem harmonieren die Mannschaftsteile sehr gut miteinander. Wir spielen teilweise schon jahrelang zusammen, kennen uns schon seit der Jugend und sind auch außerhalb des Platzes die oft zitierten elf Freunde. Zudem funktioniert der Verein in sich sehr gut. Das beginnt bei der Vorstandschaft, erstreckt sich über das Trainerteam bis hin zu den Fans, die uns gerade bei Auswärtsspielen zahlreich und sensationell gut unterstützen.




Trotz Oktoberfestparty am vergangenen Samstag brachte man aus Göbrichen alle drei Punkte mit nach Hause. Gab es eine Ausgangssperre von Coach Didi Dierlamm oder befand man sich auf dem gleichen Pegel mit dem Aufsteiger aus Neulingen?
Nein, eine Ausgangssperre gab es nicht. Wir sind alle alt genug und jeder für sich selbst verantwortlich. Ich glaube, jeder Spieler weiß, dass wir in allen Spielen immer 100 % geben müssen, um zu bestehen. Halb-Gas reicht in dieser Liga nicht aus und mit Stand-Gas vom Vortag erst recht nicht. Und wer bei der derzeitigen Tabellensituation nicht bereit ist, sich zusammenzureißen, der ist sowieso fehl am Platz. Dieses Gefühl habe ich aber bei uns nicht. Wir wissen, worum es geht und feiern dann lieber nach den Spielen ;)

Doppeltorschütze Florian Breit kommt bereits auf dreizehn Treffer – fast die Hälfte eurer Tore geht auf das Konto des Stürmers. Bekommt Ihr ein Problem sollte er ausfallen, oder könnte das Kollektiv so einen Verlust auffangen?
Unser Florian ist einfach eine Granate. Ein Vollblut-Stürmer, der immer den Ball will. Zusammen mit seinem kongenialen Sturmpartner Timo Hohmann bildet er ein Wahnsinns-Sturmduo, welches es in dieser Liga nur selten gibt. Ich bin froh, gegen diese Beiden nur im Training spielen zu müssen. Natürlich würde uns ein Ausfall von ihm hart treffen. Allerdings sind wir auch in der Breite qualitativ sehr gut besetzt, so dass ein Ausfall von Florian oder auch eines anderen Spielers mit Sicherheit gut kompensiert werden könnte.




Insgeheim weiß wohl jeder, dass das eigentliche Erfolgsgeheimnis im Tor der SG steht. Bei vier Spielansetzungen hast du dich schadlos gehalten, in neun Spielen gab es nur sechs Gegentore. Ein Verdienst der Abwehr oder bist du doch der wahre Held ;)?
Verdienst des Torhüters, ganz klar ;) Nein, Spaß beiseite. Unsere Abwehrarbeit beginnt meistens schon bei den Stürmern und zieht sich über die präsenten Mittelfeldspieler hin zu der Viererkette, die einen herausragenden Job macht. Ich als Torhüter bin da nur das letzte Glied in der Abwehrkette. Wir verteidigen als Mannschaft sehr kompakt, was es für den Gegner schwierig macht, Torchancen zu kreieren. Das war im letzten Jahr teilweise auch schon so, als wir immerhin zehn Mal ohne Gegentor blieben.

Wohin führt euch eure Reise in diesem Jahr? Ist nach dem tollen Saisonstart der Aufstieg das Ziel? Platz 8 aus der Vorsaison kann ja wohl nicht der Maßstab sein.
Wir wissen, wo wir herkommen und demzufolge auch diese Situation einzuschätzen. Wir genießen den Augenblick und die Stimmung bzw. Euphorie, die derzeit rund um unsere SG herrscht. Das kannten wir in dieser Form so nicht. Natürlich wollen wir so lange wie möglich oben bleiben, aber das Ziel ist ein Platz unter den ersten fünf. Wir wollen uns einfach kontinuierlich weiter entwickeln und dann schauen wir, wofür es am Ende reicht. Den Druck unbedingt aufsteigen zu müssen, haben andere Mannschaften, bei denen finanziell viel mehr dahinter steckt.

Dein Bruder Stefan Leicht hütet das Tor im Bruchsaler Kreis. In der Kreisklasse A hält er für den TSV Rinklingen seine Knochen hin. Habt Ihr das Torhüter Gen in der Familie oder wie kam es dazu, dass das Brüderpaar Leicht im Tor landete?
Wir sind eine Torhüter-Familie. Mein Vater spielte jahrelang für den TSV Ölbronn und zeitweise auch für den SV Oberderdingen. In Ölbronn ist er sowas wie eine lebende Legende, der heute noch immer auf die guten alten Zeiten angesprochen wird. Daher war es sehr schnell klar, dass wir Kinder auch den Weg zwischen die Pfosten suchen. Mein Vater und mein Bruder waren immer eine Art Vorbilder für mich, auch wenn sich unsere Spielweisen deutlich unterscheiden. Am Ende geht es darum den Kasten sauber zu halten und Erfolg zu haben. Da hat mir mein Bruder (noch) Erfolge voraus: Er ist schon dreimal von der A-Klasse in die Kreisliga aufgestiegen. Mir würde ja schon einmal reichen… ;)

In der Transferhistorie eines Jens Leicht findet man lediglich die SG Ölbronn-Dürrn. Verspürst du keinen Reiz die Kickschuhe auch mal für einen neuen Verein zu schnüren?
Mein Herz hängt einfach an diesem Verein. Mit den meisten Spielern habe ich schon in der Jugendzusammen gespielt. Ich kenne jede Person im Verein. Ich habe hier Freunde fürs Leben gefunden, was in der heutigen Zeit leider nicht mehr alltäglich ist. Hier spielen alle aus purer Freude und nicht aus irgendwelchen anderen Dingen. Das ist genau das, was diesen Verein so besonders und einfach einmalig macht. In der kommenden Zeit wird ein Vereinswechsel mit Sicherheit kein Thema sein, aber wer weiß, was die Zukunft bringt… ;)

Für die SG Ölbronn-Dürrn geht es bereits am morgigen Donnerstag weiter. Im Heimspiel gegen den Tabellendritten aus Knittlingen gilt es die Tabellenführung weiter auszubauen.

Anpfiff in Dürrn ist um 19 Uhr.





   
   
  

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