OSC wieder in der Zweiten Liga Nord
Samstag 14.11.20 10:35 Uhr|Autor: FuPa Bremerhaven1.115

OSC wieder in der Zweiten Liga Nord

Legenden unserer Leidenschaft: Bremerhaven Teil 5 +++ Hertha kam mit Taxis zum Spiel +++ Coordes wechselt sich selbst ein und der Schiri war ein Zauberkünstler
Wir haben für euch im Archiv gekramt und so einige interessante Artikel gefunden. Folgt uns in eine Zeit ohne bunte Schuhe, Rabona-Flanke und Physiotapes am ganzen Körper. In den nächsten Wochen lest ihr Zeilen über eure Trainer, Väter und den nörgelnden Fan, der früher alles besser konnte. In diesem Artikel aus dem Jahre 1979 lest ihr vom Wiederaufstieg des OSC Bremerhaven in die Zweite Liga Nord. Gegen Hertha 03 Zehlendorf Berlin schaffte die Mannschaft von Spielertrainer Egon Coordes kurz vor Spielende das erlösende 1:0. 5000 Zuschauer waren dabei und erlebten eine Zitterpartie.


Vom 11. Juni 1979
Bremerhaven. Geschafft! Nach einjähriger Abwesenheit darf sich der OSC Bremerhaven wieder dem bezahlten Fußball-Lager zurechnen. Ein Tor von Rolli Kaemmer in der 85. Minute bedeutete den Wiederaufstieg. 5000 Zuschauer stärkten in einer gnadenlosen und von Schiedsrichter Risse (Hattingen) noch mehr durcheinander gebrachten Partie dem Wiederaufsteiger den Rücken. Vorgeschmack auf künftig bessere Zeiten beim OSC? Dem Seestadt-Verein wäre es wirklich zu wünschen. Nach einer solch durcheinandergeschüttelten Saison noch einmal die Moral und Kraft aufzubringen, einen spielerisch geschickteren Gegner niederzuwalzen, dafür gebührt der Mannschaft um Kapitän Uwe Dreyer großes Lob.

Nicht eine Sekunde wurde aufgesteckt, minutenlang ließ man Hertha Zehlendorf nicht aus ihrem Strafraum herauskommen. Dauerbelagerung war das Stichwort, das der scheidende Trainer Egon Coordes seinen Mannen nach einer wenig berauschenden ersten Halbzeit „geflüstert“ hatte. Sie setzte es um,versiebte die besten Möglichkeiten und siegte schließlich durch ein Tor, das eigentlich eine Flanke werden sollte. So ist Fußball!

Beide Mannschaften wußten um die Bedeutung des Spiels, beide hatten mit ihren Nerven zu kämpfen. Die Berliner besonders, wie deren Trainer Wolfgang John nach Spielschluß offenbarte. Der Aberglaube schien sie vor Beginn zu lähmen. Folgendes nämlich trug sich zu: Als die gleiche Berliner Elf vor Jahresfrist um die deutsche Juniorenmeisterschaft spielte, kam der Bus zu spät zum Hotel. Diesmal war es genauso. Mit Taxis fuhr Hertha-Zehlendorf schließlich zum Nordsee-Stadion. Ein schlechtes Omen? Die Mannschaft hielt es dafür, und schließlich gab der späte, aber verdiente l:0-Erfolg des OSC den Berliner Zeichendeutern recht. Der Zwang des Gewinnenmüssens lähmte zunächst die Aktionen des OSC ein wenig.



Bezeichnenderweise waren es aber die jungen Spieler Waller, Rolff und Beermann, die unbekümmert drauflos spielten und ihre Mannschaftskameraden mitrissen. Rolff beschattete den beweglichen Berliner Mittelstürmer Andreas John mit unerbittlicher Härte, Waller engte dieKreise von Spielmacher Herth ein, und Beermann störte Gröger stets schon im Ansatz. Da Rieder und Wimmer bei Dreyer und Steinlein in besten Händen waren, Lehmann sich seinem Schatten Hormes nur selten entziehen konnte, war eigentlich erreicht, was Trainer Egon Coordes wollte, die technisch versierten Berliner bloß nicht ins Spiel kommen zu lassen. Allerdings geschah diese Zerstörung der Berliner Angriffszüge nach Ansicht des Trainers in der ersten Spielhälfte noch zu lasch, so daß in der Kabine doch deutlichere Töne angeschlagen wurden. Einem halben Dutzend bester Möglichkeiten des OSC standen vor dem Seitenwechsel nur zwei nennenswerte Berliner Chancen gegenüber. Diese beiden Gelegenheiten aber hatten es in sich: Rieder knallte in der 12. Minute unbedrängt in die Wolken, Herth zog in der 27. Minute aus 14 Meter völlig frei ab, doch sein Schuß wurde noch zur einzigen Ecke der Berliner in der ersten Hälfte abgelenkt. Außer diesen beiden Schrecksekunden konnte sich Torhüter Busch nahezu unbehelligt sonnen, während sein Gegenüber Steinert Schwerstarbeit zu verrichten hatte. Der Mann, der am Donnerstag in Berlin drei der vier OSC-Tore beim 4:5 auf dem Gewissen hatte, zeigte sich in der Seestadt von seiner stärksten Seite. Faustend, hechtend, fangend war er dem OSC immer imWeg.

War die erste Halbzeit noch halbwegsfriedlich verlaufen, so sorgte Schiedsrichter Risse im zweiten Abschnitt dafür, daß die Hektik ausufern konnte. Wie ein Zauberkünstler fischte er die gelben Karten aus dem Jackett, mischte sogar zwei rote ins Spiel, pfiff zunächst 60 Minuten lang konsequent gegen den OSC, um dann oft unter dem Gelächter der Zuschauer, die ihn zuvor mit „Schieber“ bedacht hatten, mehr auf Heimschiedsrichter zu machen. Insgesamt eine traurige Vorstellung, die der Mann aus Hattingen gab. Der Rüffel von Hertha-Trainer Wolf gang John, „Schiedsrichter sollten öfter mal weghören und wegsehen, anstatt Hektik noch zu schüren“, war berechtigt.

Beste Möglichkeiten von Amiq, Dreyer und Schnaars, dessen 20-m-Schuß Steinert nur mit Mühe zur Ecke lenken konnte, i-gnalisierten die Drangperioden des OSC. Außer Befreiungsschlägen glückte den Berlinern für eine gute halbe Stunde nicht mehr viel.Angetrieben vom begeistert mitgehenden Publikum arbeitete der OSC Chancen am Fließband heraus, doch ein Tor schien nicht fallen zu wollen. Es fiel schließlich erst, als beide Mannschaften ihre Trainer im Mittelsturm stehen hatten und beide Teams durch die Platzverweise von Marsollek und Pohle auf zehn Mann reduziert waren. Die beiden hatten sich, kurz nachdem sie bei einer Rangelei noch einmal straffrei ausgegangen waren, erneut in dieWolle gekriegt. Ob man dafür aber gleich die rote Karte zücken mußte, bleibt dahingestellt. Die Platzverweise für diese beiden Sünder dokumentierten die Nervenanspannung, der beide Teams zunehmend wieder unterlagen.

Dem OSC lief die Zeit weg, die Berliner Abwehr schwamm hoffnungslos, sah sich einem unentwegt drängenden OSC gegenüber und drehte durch. Zweimal rettete Yayla in der 67. per Kopfball auf der Zehlendorfer Torlinie, völlig frei verfehlte Sekunden darauf Marsollek das Hertha-Gehäuse nur knapp. Die Einwechslung des langen Stürmers, der allerdings nur 14 Minuten auf dem Feld war, schien sich bezahlt zu machen. Seine Kopfballstärke schockte die Zehlendorfer zusehends und machte deren Abwehr brüchiger. Doch noch hielt die „Berliner Mauer“auch über die Platzverweise hinaus.

Dann endlich die 85. Minute: Der nun verstärkt mit nach vorne gehende Libero Rolli Kaemmer will aus etwa 35 Meter Torentfernung flanken. Der Ball trudelt in den Torraum und zum Entsetzen des viel zu spät reagierenden Torhüters Steinert ins lange Eck. Kaemmer krönte damit seine Leistung als bester OSC-Spieler. Ohne seine genauen Pässe wäre nicht die Hälfte der OSC-Torchancen herausgearbeitet worden. Zwei Minuten später hatte die Kulisse erneut den Torschrei auf den Lippen. „Bel-la“ Amiq brachte es jedoch fertig, aus drei Metern über das Tor zu schaufeln. Auch Schnaars ließ noch eine gute Möglichkeit aus. Gefahr für den OSC nur noch bei der zweiten Hertha-Ecke in der Nachspielzeit, doch die wurde in der 92. Minute vor Torhüter Busch bereinigt. Der OSC Bremerhaven hatte den Wiederaufstieg und damit das gesteckte Saisonziel nach einer Spielzeit voller Ungereimtheiten erreicht!


So traten sie an

OSC Bremerhaven: Busch - Rolff, Waller, Kaemmer, Steinlein - Hormes (ab 80.Coordes), Schnaars, Dreyer – Beermann, Zander (ab 63. Marsollek), Amiq.

 

Hertha 03 Zehlendorf: Steinert – Rider, Loder (ab 43. Yayla), Pohle, Jüttner - Lehmann, Herth, Gröger - Wimmer, AndreasJohn (ab 76. Wolfgang John), Brauer. Tore:1:0 (85.) Kaemmer.

Schiedsrichter: Risse (Hattingen) war der Partie nicht gewachsen.

Gelbe Karten: Coordes, Kaemmer,Amiq, Wimmer, Jüttner, Brauer.

Zeitstrafe: Jüttner.

Rote Karten: Marsollek, Pohle.


Verlinkte Inhalte

Interessante Artikel

FuPa Bremerhaven - vor
Bremen-Liga
Legenden unserer Leidenschaft: Bremerhaven Teil 4

Lokalderbys haben eigene Gesetze +++ Tapferes Schlußlicht LTS holt 2:2-Remis gegen Spitzenreiter SFL

Wir haben für euch im Archiv gekramt und so einige interessante Artikel gefunden. Folgt uns in eine Zeit ohne bunte Schuhe, Rabona-Flanke und Physiot ...

FuPa Bremerhaven - vor
Bremen-Liga
SFL steigt in die Oberliga auf +++ 2:1 vor 8000 Zuschauern in Lübeck

Legenden unserer Leidenschaft: Bremerhaven Teil 11 +++ „Trainer, wer nimmt denn den Neuner?” +++ Böhm vergräbt ein Markstück +++ Holger Wohlers und Erich Busch die Väter des Erfolges

SFL Bremerhaven in einer Liga mit dem VfL Wolfsburg? Ja, in ...

FuPa Bremerhaven - vor
Bremen-Liga
Legenden unserer Leidenschaft: Bremerhaven Teil 3

Schäfers Herde gescheucht +++ Der FC Bremerhaven bereitet dem KSC viel Ärger +++ Häßler muß durchspielen

Wir haben für euch im Archiv gekramt und so einige interessante Artikel gefunden. Folgt uns in eine Zeit ohne bunte Schuhe, Rabona-Flanke und ...

FuPa Bremen - vor
Kreisliga Bremerhaven
Bremer FV: Wiederaufnahme des Spielbetriebs im Dezember nicht sinnvoll

Verband stellt Szenarien vor +++ Videokonferenz mit den Vereinen

Bis zum 30. November ist der Spiel- und Trainingsbetrieb definitiv untersagt. Aber was passiert dann? Der Bremer FV hat Szenarien erarbeitet und wird diese den Vereinen in Videokonferenz ...

FuPa Bremerhaven - vor
Bremen-Liga
OSC meldet Neuzugang

22-jähriger Albaner Qorri kommt im Januar

Der OSC Bremerhaven kann sich im neuen Jahr auf eine Verstärkung freuen. Mit Seli Qorri von der SG Dynamo Schwerin verpflichteten die Bremerhavener einen Wunschspieler von Björn Böning.

Nordsee-Zeitung / Gregor Teichmann - vor
Bremen-Liga
Innovatives Team-Training per App

Leher TS und SFL Bremerhaven halten ihre Fußballer in der coronabedingten Pause getrennt, aber dennoch gemeinsam fit

Bremerhaven. Mit modernen Methoden treten zwei Fußballtrainer der coronabedingten Unterbrechung des Trainings- und Spielbetriebs entg ...

FuPa Bremen - vor
Kreisliga Bremerhaven
Auch Bremen geht in die Winterpause

Rückrunde wird gestrichen +++ Szenarien fürs Weiterspielen

Der Bremer FV schickt seine Vereine in die Winterpause. Wie es weitergehen soll, lest ihr hier:

FuPa Bremerhaven - vor
Bremen-Liga
Der „weiße Krieger“ verlässt den OSC

Danny Radke und der OSC Bremerhaven gehen getrennte Wege

Noch ist es ungewiss, wann die Saison fortgesetzt werden kann. Klar ist jedoch, dass der OSC Bremerhaven nicht mehr mit Torjäger Danny Radke ins neue Jahr geht.

FuPa Bremerhaven - vor
Bremen-Liga
Bernd Günther zeigt sich sparsam - Bremerhaven besiegt Oldenburg

Legenden unserer Leidenschaft: Bremerhaven Teil 6 +++ Die Fans feiern den ersten Heimsieg +++ 3:0-Sieg des FCB gegen Oldenburg macht Appetit auf mehr

Wir haben für euch im Archiv gekramt und so einige interessante Artikel gefunden. Folgt uns in eine Z ...

FuPa - vor
Landesliga Holstein
Amateurfußballer muss nach Brutalo-Foul zahlen

Verletzungen im Fußball sind üblich. Deshalb gilt bei Fouls in der Regel keine Schadenersatzpflicht. Es kann aber auch anders laufen.

Der Fall liegt über zwei Jahre zurück. In einem Kreisliga-Spiel im Mai 2017 foult ein Spieler seinen Gegner nach nu ...

Tabelle
1. Brinkum 818 22
2. Bremer SV 817 22
3. SFL 88 19
4. Leher TS 811 17
5. Geestemünde 85 13
6. Blumenth. SV 86 12
7. Vatan Sport (Auf) 61 12
8. Schw'hausen 68 10
9. SAV 8-2 9
10. Habenhausen 8-6 9
11. Komet Arsten (Auf) 7-2 8
12. Hemelingen 7-6 8
13. SC Borgfeld 8-16 7
14. Hastedt 8-6 6
15. Neustadt 8-7 6
16. OSC (Auf) 7-6 5
17. Union 60 7-10 4
18. Werder III 8-13 4
ausführliche Tabelle anzeigen

FuPa Hilfebereich