FuPa Medizincheck: Der Rippenbruch
Donnerstag 22.02.18 14:45 Uhr|Autor: Dr. Simeon Geronikolakis4.487
Der FuPa-Medizincheck mit Dr. Simeon Geronikolakis. Foto: FuPa Stuttgart

FuPa Medizincheck: Der Rippenbruch

FuPa-Serie / Regelmäßige Tipps und Infos rund um Verletzungen im Sport
Im FuPa-Medizincheck erklärt Dr. Simeon Geronikolakis dieses Mal wie ein Rippenbruch diagnostiziert wird, wie er behandelt werden kann und wann ein Fußballer wieder ins Training einsteigen kann. Übrigens: Wer eine Frage an ihn hat, kann jene ganz einfach via E-Mail stellen!


Der Mensch besitzt insgesamt zwölf Rippenpaare, die jeweils an der Brustwirbelsäule entspringen und mit dieser und dem Brustbein zusammen das knöcherne Skelett des Brustkorbes bilden. Die ersten zehn Rippenpaare haben eine knorpelige Verbindung mit dem Brustbein, die untersten zwei enden frei in der Brustwand.

Entstehung
Rippenverletzungen sind im Fußball häufig Folge eines Sturzes oder eines direkten Schlages, zum Beispiel durch das Knie oder den Ellenbogen des Gegenspielers in einem Zweikampf.
Liegt keine knöcherne Verletzung einer Rippe vor, so handelt es sich um eine Rippenprellung, die manchmal aber schmerzhafter sein kann als eine Rippenfraktur, also der Bruch einer Rippe. Sind drei oder mehr benachbarte Rippen gebrochen, spricht man von einer Rippenserienfraktur.

Symptome
Bei einem Rippenbruch kommt es über der betroffenen Rippe zu starken Schmerzen, die sich beim tiefen Ein- und Ausatmen, beim Husten und bei Bewegung verstärken. Es kann sich eine Schwellung oder eine Luftansammlung unter der Haut bilden und manchmal lässt sich eine Stufe an der direkt druckschmerzhaften Rippe tasten oder hier ein Knirschgeräusch auslösen.

Diagnostik
Der Rippenbruch wird häufig schon durch eine Röntgenuntersuchung des knöchernen Brustkorbes festgestellt, manchmal kann eine Ultraschalluntersuchung im Vorfeld schon erste Hinweise geben. Schnittbildverfahren wie die Computertomographie (CT) oder die Kernspintomographie (MRT) sind meistens nicht erforderlich, aber dennoch möglich um die Diagnose zu sichern und vor allem auch um Begleitverletzungen, zum Beispiel der Lunge oder innerer Organe, auszuschließen.
Eine durch Verletzung des Rippenfelles auftretende Komplikation ist der sogenannte Pneumo- oder Hämatothorax. Hierbei tritt Luft oder Blut in den Spalt zwischen dem inneren und äußeren Lungenfell ein, was zu einem Kollaps des entsprechenden Lungenflügels und damit zu einer lebensbedrohlichen Beeinträchtigung der Atemfunktion führen kann.

Therapie
Bei einem einfachen Rippenbruch wird eine symptomorientierte Therapie eingeleitet. Durch Schmerzmittelgabe, und in manchen Fällen auch durch Spritzen, wird eine Schmerzlinderung erzielt, wodurch auch eine Schonatmung verhindert werden soll, die wiederum das Risiko einer Lungenentzündung erhöhen würde. Dies wird durch eine zusätzliche Atemtherapie unterstützt.

Freigabe für den Fußball:
Wann ein Fußballer nach einem Rippenbruch wieder ins Mannschaftstraining und in den Spielbetrieb einsteigen kann, ist abhängig von mehreren Faktoren. Dabei spielt die Lokalisation und Art des Bruches eine große Rolle, denn hierdurch kann das Risiko einer erneuten oder umfangreicheren Verletzung abgeschätzt werden. Darüber hinaus bestimmt die Schmerzsituation den Zeitpunkt der Rückkehr ins Wettkampfgeschehen mit, da sie die Leistungsfähigkeit entscheidend beeinträchtigen kann. Bei einem einfachen Rippenbruch ohne Komplikationen kann in der Regel mit einer Ausfallzeit von drei bis sechs Wochen gerechnet werden.


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Informationen zu Dr. Simeon Geronikolakis

Der in Ludwigsburg praktizierende Sportmediziner und Facharzt für Orthopädie und Unfallchirurgie ist insbesondere in Fußballerkreisen sehr bekannt. Als Sportarzt kümmert er sich schon seit vielen Jahren um die Betreuung von Spitzensportlern und Vereinen aus unterschiedlichen Sportarten, vor allem von mehreren Fußballmannschaften sowie einzelnen Amateur- und Profifußballern. Im Rahmen seiner Tätigkeit als DFB-Arzt betreut er seit Anfang 2013 zusätzlich die Junioren-Fußball-Nationalmannschaften und ist Teamarzt der deutschen U18-Nationalmannschaft.

In den letzten Jahren wirkte Dr. Geronikolakis unter anderem auch als Mannschaftsarzt beim VfB Stuttgart, betreuender Arzt der Kaderathleten des Olympiastützpunktes Stuttgart, Verbandsarzt des württembergischen Fußballverbandes (WFV), Referent in der Fußball-Lizenztrainerausbildung, Team-Arzt der deutschen Fußball-Amateur-Nationalmannschaft (mit dreimaliger EM-Quali- und zweimaliger EM-Endrunden-Teilnahme), Nationalmannschaftsarzt der deutschen Mannschaft der rhythmischen Sportgymnastik und leitender Arzt des entsprechenden Nationalmannschaftszentrums.

Ferner übernahm er auch schon die medizinische Betreuung von mehreren nationalen und internationalen Sportereignissen (u.a. Handball-WM 2007, Turn-WM 2007, Turn-Weltcups jährlich 2007-2014, Turn-Bundesliga 2008, Turn-Deutschland-Cup 2008, 6-Tage-Rennen 2008, Judo-WM 2009, Wasserball-Junioren-EM 2010, Bahnrad-WM 2011, U19-Damen-Fußball-EM-Eliterunde 2013, Weltcup der rhythmischen Sportgymnastik 2014, Weltmeisterschaft der rhythmischen Sportgymnastik 2015, UEFA Regions' Cups 2010-2015).

Nähere Infos über Dr. Geronikolakis unter www.dr-geronikolakis.de oder www.fussballarzt.de Eine Terminvereinbarung ist für unsere FuPa-Leser unter mail@dr-geronikolakis.de möglich. Leser können ihre Fragen via medizincheck-stuttgart@fupa.net an ihn richten.



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