HFV stellt Weichen für Saisonabbruch
Montag 18.05.20 09:57 Uhr|Autor: Eric Hartmann897
Foto: Volkhard Patten

HFV stellt Weichen für Saisonabbruch

Allgemeines: Hessischer Fußball-Verband empfiehlt Meister per Quotientenregelung und keine Absteiger / Pokal soll sportlich beendet werden

Der Hessische Fußball-Verband (HFV) hat am Samstag in einer Videokonferenz einstimmig eine Empfehlung ausgesprochen, die den Abbruch der Saison 2019/2020 vorsieht. Grundlage hierfür bilden die 32 Konferenzen der hessischen Fußballkreise, die in den vergangenen Wochen durchgeführt wurden, um sich ein Meinungsbild der Vereine zu verschaffen. Die Fußball-Kreiswarte hatten Stimmungsbilder an die zuständigen Regionalbeauftragten weitergegeben. Die Spielzeit ist seit März aufgrund der Corona-Krise unterbrochen.




Die Ergebnisse führten nun zu der Empfehlung des Verbandsspielausschusses: Ende der Saison zum 30. Juni und die Wertung mit Hilfe der Quotienten-Regelung mit Aufsteigern, aber ohne Absteiger. Weitere Möglichkeiten sind die Fortführung der Saison über den 30. Juni hinaus sowie ein Abbruch der Saison mit Entscheidung über Auf- und Abstieg mit Hilfe der Quotienten-Regelung. Die Entscheidung der Delegierten für eine dieser drei Varianten fällt beim außerordentlichen Verbandstag, der wohl am 13. oder 20. Juni stattfindet.

„Im Umgang mit dem Spielbetrieb haben wir um Geduld und Besonnenheit zur Realisierung der besten Lösung geworben. Uns ist bewusst, dass nicht alle Vereine diesen Standpunkt teilen, aber leider ist aufgrund der speziellen Situation eine Lösung, die die Zustimmung aller Vereine findet, nicht möglich“, sagt HFV-Präsident Stefan Reuß. Letztlich sei man sich jedoch sicher, mit dieser Empfehlung der „vereinsfreundlichste Lösung“ am nächsten zu kommen. Der Großteil der Vereine habe sich in der Umfrage für diese Variante ausgesprochen.

Die direkten Aufsteiger werden nach der Empfehlung nicht anhand der aktuellen Tabelle ermittelt, sondern durch eine Quotienten-Regelung. Dabei wird die Punktzahl durch die absolvierten Spiele dividiert und mit dem Faktor 100 multipliziert. Dadurch soll die unterschiedliche Anzahl ausgetragener Partien berücksichtigt werden. Meister und direkter Aufsteiger ist die Mannschaft mit dem höchsten Quotienten. In Staffeln, in denen weitere Mannschaften direktes Aufstiegsrecht besitzen, wird auch diese Platzierung ermittelt, und die Mannschaft steigt auf.

Unterdessen soll laut es laut der Empfehlung keine Absteiger geben. Ein Abstieg wiegt nicht nur sportlich, sondern auch wirtschaftlich in der Regel schwerer als ein Nichtaufstieg, so der Verband. Diese Regelung bringt mit sich, dass in folgenden Spielzeiten eine Regulierung der Ligen durch eine erhöhte Zahl an Absteigern erfolgen muss. Das genaue Prozedere und weitere Regelungen wie beispielsweise Wechselrechte müssen nun satzungsgemäß angepasst werden.

Im Vorfeld des außerordentlichen Verbandstages muss zudem noch die Frage geklärt werden, wie mit dem Thema Relegation umzugehen ist. Hierzu wird laut HFV eine rechtliche Prüfung erfolgen und auch die Entscheidungen übergeordneter Ligen werden mit berücksichtigt.

Die Quotienten-Regelung sorgt in manchen Tableaus für einen Wechsel auf Platz eins. So zum Beispiel in der Kreisliga A und B Dieburg. Dort würden SG Mosbach/Radheim (aktueller Tabellenzweiter in der A-Liga) und FSV Schlierbach (momentan auf Rang vier in der Kreisliga B) im Falle des Beschlusses der Empfehlung auf den ersten Platz vorrücken und damit direkt aufsteigen.

Die Kreispokale sollen nach Möglichkeit beendet, also ausgespielt werden. Ein Zeitpunkt ist jedoch noch offen.





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