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Montag 13.11.17 22:00 Uhr|Autor: Jürgen Ruoff (BZ)1.670
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Eine Enttäuschung jagt die nächste: Neustadts Trainer Benjamin Gallmann | Foto: Wolfgang Scheu

Gegentor und Disziplinlosigkeit rauben Neustadt alle Chancen

Gegen den FC Auggen war nach 16 Minuten alles null und nichtig +++ FC Löffingen: Fordert Trainer Tim Heine zu viel?
Die Bemühungen sind umfangreich und vielfältig. Beim FC Neustadt trainiert der Verbandsligakader dreimal die Woche, Trainer Benjamin Gallmann bereitet das Programm für die Einheiten vor, er macht eine Nachbetrachtung und rund um das bevorstehende Spiel gehen ihm tausend Sachen durch den Kopf. Meistens hat er zuvor auch schon den Gegner beobachtet. Für das Verbandsliga-Heimspiel gegen den FC Auggen hatte der Neustädter Trainer eine Reaktion der Mannschaft angekündigt, weil sie eine Woche zuvor in Denzlingen eine desolate Leistung geboten hatte. All die Bemühungen, all die Gedanken und Ansagen (Gallmann: "Wir hatten uns sehr viel vorgenommen") waren im Duell mit dem FC Auggen (0:3) schon nach 16 Minuten null und nichtig.

Den ersten Dämpfer erhielten die Blauen, da waren noch nicht einmal zwei Minuten gespielt. Ein langer Ball, der laut Gallmann einfach zu verteidigen gewesen wäre, flog hinter die Viererkette und schon klingelte es das erste Mal im Kasten des FC Neustadt (0:1). Kann passieren, dennoch ein Schock, der Zustand sollte sich allerdings noch verschlimmern. Nach einer Viertelstunde sah der in die Mannschaft gerutschte Amadou Gibba die Gelbe Karte, da er nach einer Schiedsrichterentscheidung gemeckert hatte. Damit nicht genug: Die Gelbe Karte quittierte Gibba mit Beifall, worauf er vom Schiedsrichter mit Gelb-Rot vom Platz geschickt wurde. Ein Spieler lebt seine Disziplinlosigkeit zum Nachteil der Mannschaft aus. Der Schaden war enorm: Die Neustädter Mannschaft lag gegen den FC Auggen mit 0:1 zurück und hatte 75 Minuten in Unterzahl vor sich. "Durch die Hinausstellung wurde uns jegliche Hoffnung und Chance genommen, dieses Spiel noch einmal zu drehen", sagt Gallmann, "für mich ist ein derartiges Verhalten in einem so wichtigen Spiel einfach nicht nachvollziehbar und dafür fehlt mir auch jegliches Verständnis".

In Vollbesetzung muss beim FC Neustadt jeder Spieler an sein Maximum gehen, wenn die Mannschaft in dieser Liga eine Siegchance haben will, und auch das Kollektiv muss an der oberen Leistungsgrenze agieren. In Unterzahl sinken die Erfolgsaussichten rapide. Das war in Singen und in Endingen so, wo die Mannschaft jeweils früh nur noch zu zehnt war - und das war gegen Auggen nicht anders. "Mit der Leistung der Mannschaft nach dem Platzverweis bin ich einverstanden. Sie hat das Beste aus der Situation gemacht", sagt Gallmann, der offen zugibt, dass die momentane Situation an seinem Gemüt zehrt: "Es kommt einfach extrem viel zusammen."

Trainer Heine: "Vielleicht fordere ich taktisch zu viel?"

Auch Tim Heine hat Sorgen. Nicht so gravierende wie sein Trainerkollege beim FC Neustadt, die jüngsten Landesliga-Niederlagen in Konstanz (0:1) und im Heimspiel gegen den FC Furtwangen (0:3) bereiten dem Trainer des FC Löffingen jedoch Kopfzerbrechen. "Es läuft nicht", sagt Heine, "die Anpassungsphase dauert offensichtlich länger als vermutet. Vielleicht fordere ich taktisch zu viel von der Mannschaft?" Es sei an die lange Anpassungsphase von Coach Markus Knackmuß beim FC Furtwangen erinnert, der schwierige Phasen mit dem Grün-Weißen in der vergangenen Saison durchlebte und der mittlerweile eine Mannschaft geformt hat, die in der Form vom Wochenende zu den Topklubs in der Liga gehört. In Furtwangen haben die Verantwortlichen Geduld bewiesen und den Trainer trotz einiger Rückschläge in Ruhe weiterarbeiten lassen - dafür werden sie nun mit Spitzenleistungen belohnt. Trainerkollege Knackmuß sagt: "Ja, es brauchte Zeit. Aber jetzt haben wir uns gefunden." Zum anderen haben viele Furtwanger Spieler, die im Haslachstadion in der Startelf standen, zuvor jahrelang unter der Anleitung von Tim Heine trainiert. Er hat sie mitgeformt, fünf Jahre coachte er den FC Furtwangen. An der famosen Leistung der Bregtäler im Landesligaderby hat der jetzige Trainer des FC Löffingen durchaus seinen Anteil.

Der FC Furtwangen hatte einen klaren Matchplan für das Kräftemessen mit den Löffinger Rothosen: "Wir wollten defensiv gut stehen und schnelle Bälle in die Spitze spielen. Die Umsetzung hat funktioniert", sagt Knackmuß, das war auch von außen gut zu erkennen. Natürlich hatte auch der FC Löffingen einen Matchplan, allerdings haperte es mit der Umsetzung. Die Löffinger brachten ihr Spiel nicht durch, die Furtwanger dafür umso mehr. Die auffälligsten Spieler beim Sieger waren Jan Meier, der in der vergangenen Saison im Ausland war, Jens Fichter, der junge Tim Geiger und Markus Ringwald. "Jan Meier arbeitet extrem viel für die Mannschaft", sagt Knackmuß. Und er hat auch ein Auge für den besser postierten Nebenmann. "Derbysieger, Derbysieger, hey, hey, hey" hallte es mehrfach durch den Kabinentrakt im Löffinger Klubheim. Die Furtwanger Spieler können nicht nur gut kicken, das ist auch ein beeindruckend stimmgewaltiger Chor.


Überzahl: Die Furtwanger Stürmer Steffen Holzapfel (links) und Jan Meier (rechts) im Dreikampf mit dem Löffinger Marco Bürer, der auf der Sechs spielt. | Foto: Wolfgang Scheu
 
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