FuPa Medizincheck: Der Außenbandriss am Knie
Donnerstag 28.03.19 15:45 Uhr|Autor: Dr. Simeon Geronikolakis4.746
Der FuPa-Medizincheck mit Dr. Simeon Geronikolakis. Foto: FuPa Stuttgart

FuPa Medizincheck: Der Außenbandriss am Knie

FuPa-Serie / Regelmäßige Tipps und Infos rund um Verletzungen im Sport
Im FuPa-Medizincheck erklärt Dr. Simeon Geronikolakis dieses Mal wie ein Außenbandriss am Knie entsteht und diagnostiziert werden kann. Übrigens: Wer eine Frage an ihn hat, kann jene ganz einfach via E-Mail stellen.


Wo befindet sich das Außenband am Knie und welche Funktion hat es?
Das Außenband verläuft auf der Außenseite des Kniegelenkes zwischen dem Oberschenkel und dem Wadenbeinköpfchen. Anders als das Innenband, ist das kräftige Außenband nicht mit der Gelenkkapsel sowie dem Meniskus verwachsen. Es hat die Funktion das Kniegelenk gegen die Seitneigung nach außen (O-Bein-Stellung) und in gebeugter Stellung in der Rotation zu stabilisieren.

Wie kommt es zu einem Riss des Außenbandes am Knie?
Zum Außenbandriss, auch Außenbandruptur genannt, kommt es meistens durch Verdrehen und/oder Abknicken des Kniegelenkes nach außen, wie dies zum Beispiel bei einem Sportunfall möglich ist.

Welche Symptome treten auf?
Typisch sind Schmerzen an der Außenseite des Kniegelenkes, manchmal auch mit begleitender sicht- und tastbarer lokaler Weichteilschwellung. Bei höhergradiger Verletzung kann ebenso eine Instabilität hinzukommen.

Wie wird der Außenbandriss am Knie festgestellt?
Der Arzt tastet die Spannung und Kontinuität des Außenbandes, prüft seine Druckempfindlichkeit und letztendlich auch seine Stabilität indem er im Vergleich zum unverletzten Knie auf der Gegenseite die Aufklappbarkeit des äußeren Gelenkspaltes testet. So kann bereits nach der körperlichen Untersuchung der erste Verdacht über Art und Ausprägung der Verletzung geäußert werden. Hierbei liefert auch die Ultraschalluntersuchung (Sonographie), die ebenfalls einen Seitenvergleich erlaubt, weitere Hinweise. Durch eine Röntgenuntersuchung wird eine begleitende knöcherne Verletzung ausgeschlossen und schließlich kann die Kernspintomographie (MRT) die Diagnose sichern.

Wie sieht die Behandlung eines Knie-Außenbandrisses aus?
In der Erstversorgung werden die üblichen Sofortmaßnahmen (Pause, Kühlung, Kompression und Hochlagerung) angewendet. Nach gesicherter Diagnose einer isolierten Verletzung des Außenbandes richtet sich die nachfolgende Therapie nach dem Verletzungsausmaß, das nie einzeln sondern immer nur in Korrelation zu den Befunden aus der körperlichen Untersuchung und der Bildgebung beurteilt werden sollte. So ist in erster Linie zu entscheiden ob eine konservative Therapie, die meistens neben der Physiotherapie auch eine Schienenversorgung nach einem vorgegebenen Schema beinhaltet, eingeleitet wird oder gar eine operative Versorgung notwendig ist. Für die Gestaltung der genauen Nachbehandlung und des sportartspezifischen Aufbauprogrammes (wie auch für die Aufstellung der Prognose) sollten vor allem bei Sportlern auch weitere verschiedene individuelle Faktoren geprüft, bewertet und dann auch berücksichtigt werden.


Informationen zu Dr. Simeon Geronikolakis

Der in Ludwigsburg praktizierende Sportmediziner und Facharzt für Orthopädie und Unfallchirurgie ist insbesondere in Fußballerkreisen sehr bekannt. Als Sportarzt kümmert er sich schon seit vielen Jahren um die Betreuung von Spitzensportlern und Vereinen aus unterschiedlichen Sportarten, vor allem von mehreren Fußballmannschaften sowie einzelnen Amateur- und Profifußballern. Im Rahmen seiner Tätigkeit als DFB-Arzt betreut er seit Anfang 2013 zusätzlich die Junioren-Fußball-Nationalmannschaften und ist Teamarzt der deutschen U19-Nationalmannschaft.

In den letzten Jahren wirkte Dr. Geronikolakis unter anderem auch als Mannschaftsarzt beim VfB Stuttgart, betreuender Arzt der Kaderathleten des Olympiastützpunktes Stuttgart, Verbandsarzt des württembergischen Fußballverbandes (WFV), Referent in der Fußball-Lizenztrainerausbildung, Team-Arzt der deutschen Fußball-Amateur-Nationalmannschaft (mit dreimaliger EM-Quali- und zweimaliger EM-Endrunden-Teilnahme), Nationalmannschaftsarzt der deutschen Mannschaft der rhythmischen Sportgymnastik und leitender Arzt des entsprechenden Nationalmannschaftszentrums.

Ferner übernahm er auch schon die medizinische Betreuung von mehreren nationalen und internationalen Sportereignissen (u.a. Handball-WM 2007, Turn-WM 2007, Turn-Weltcups jährlich 2007-2014, Turn-Bundesliga 2008, Turn-Deutschland-Cup 2008, 6-Tage-Rennen 2008, Judo-WM 2009, Wasserball-Junioren-EM 2010, Bahnrad-WM 2011, U19-Damen-Fußball-EM-Eliterunde 2013, Weltcup der rhythmischen Sportgymnastik 2014, Weltmeisterschaft der rhythmischen Sportgymnastik 2015, UEFA Regions' Cups 2010-2015).

Nähere Infos über Dr. Geronikolakis unter www.dr-geronikolakis.de oder www.fussballarzt.de Eine Terminvereinbarung ist für unsere FuPa-Leser unter mail@dr-geronikolakis.de möglich. Leser können ihre Fragen via medizincheck-stuttgart@fupa.net an ihn richten.



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