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Mittwoch 11.10.17 10:38 Uhr|Autor: Andreas Werner - Münchner Merkur277
Fan im Spielzentrum Kristin Demann verfolgte die Bayern von klein auf – auf Sicht soll sie Melanie Behringer beerben fühlen. „Ich hatte nicht mit so vielen Einsatzzeiten gerechnet“, sagt sie über ihre Spiele auf der Sechserposition, „ich möchte das in Zukunft rechtfertigen.“ Dass ein Text über sie die Titelzeile „Heimliche Heldin“ trug, kann sie aber nicht nachvollziehen: „Das klingt dramatisch. D

Kristin Demann soll auf Sicht Melanie Behringer beerben

Fan im Spielzentrum
Kristin Demann muss nicht lang nach Worten suchen, wenn es um das Spiel der Bayern-Frauen am Mittwoch gegen den FC Chelsea geht. 

Sobald um 19 Uhr der Anpfiff zum zweiten Duell in der erste Runde der Champions League ertönt, „muss der Rasen im Grünwalder Stadion brennen. Wir haben Heimspiel, da muss richtig Feier sein.“ Beim 0:1 vor einer Woche hatten die Münchnerinnen die Partie dominiert und doch verloren. „Wir wollen die Tore nachholen“, sagt Kristin Demann.

Auf dem Platz besticht sie mit ihrer Ruhe am Ball, in ihren Aussagen lodert die Leidenschaft eines Fans – nicht von ungefähr. Schon als Kind hat die heute 24-Jährige mit dem FC Bayern mitgefiebert. Ihre Mutter ist seit über 20 Jahren sogar Mitglied beim Rekordmeister, das erste Fußballtrikot, das die kleine Kristin trug, war die „7“ von Mehmet Scholl. Als erste Erinnerung an die Zeiten, als sie mit ihrer Familie bei den Partien der Münchner vor dem Fernseher saß, kommt ihr das Finale in der Champions League 1999 in den Kopf. „Meine Mutter hatte den Sekt schon offen, dann war es vorbei“, so blieb das historische 1:2 gegen Manchester United bei ihr hängen. Als der Titel 2001 nachgefeiert wurde, hockte sich die ganze Familie zum Corso durch den Heimatort ins Auto. Echte Fanliebe halt. „Wir sind fußballbegeistert.“

Kristin Demann bringt die Leidenschaft eines Fans ins Spielzentrum der Münchner ein. In der Jugend reifte sie unter Bernd Schröder in Potsdam, in Hoffenheim empfahl sie sich für die Nationalelf, in diesem Sommer erfüllte sich dann ein Traum: Die Bayern riefen an. Und zwar nicht, um einen Fan zu holen, sondern weil sie in der Defensivallrounderin eine zentrale Figur für die Zukunft sehen. Managerin Karin Danner bezeichnet sie als „neue Melanie Behringer“ – höher kann ein Lob kaum ausfallen. „Das ist sehr hochgeschossen“, relativiert auch Kristin Demann, „Mel hat so viel erreicht in ihrer Karriere, sie geht immer voran. Es ist mein Ziel, in diese Rolle hineinzuwachsen. Aber es wäre anmaßend, zu sagen, ich bin die neue Mel.“

Allerdings arbeitet sie sich voran. Im Spiel gegen ihre Ex-Kolleginnen überließ ihr Melanie Behringer sogar schon mal die Kapitänsbinde. „Eine schöne Geste von Mel.“ Obwohl sie erst im Sommer Münchnerin wurde, gehört sie zum Führungszirkel. Ihre Arbeit wird geschätzt. „Ich versuche, durch eine gute Vororientierung meine Mitspieler in Szene zu setzen.“

In Hoffenheim hat sie für diese Rolle fleißig mit dem Footbonauten geübt, zwei bis drei Mal die Woche, gut eineinhalb Stunden pro Einheit. „Es fördert die Vororientierung, den ersten Kontakt, die Handlungsschnelligkeit“, erzählt sie, „über die Wiederholung, die man im Training so nicht simulieren kann, kriegt man den Automatismus rein.“ Rund 150 Bälle pro Einheit sind da stets zu verarbeiten.

Bei der verkorksten EM durfte sich Kristin Demann als eine der wenigen Gewinnerinnen im deutschen Lager fühlen. „Ich hatte nicht mit so vielen Einsatzzeiten gerechnet“, sagt sie über ihre Spiele auf der Sechserposition, „ich möchte das in Zukunft rechtfertigen.“ Dass ein Text über sie die Titelzeile „Heimliche Heldin“ trug, kann sie aber nicht nachvollziehen: „Das klingt dramatisch. Denn bei diesem Turnierverlauf kann man nicht von einer Heldin sprechen.“ Aus dem Fan Kristin Demann ist längst ein realistischer Profi geworden.

 
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