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Donnerstag 01.10.15 07:43 Uhr|Autor: Augsburger Allgemeine / Andrea Bogenreuther747
Alle Hände voll zu tun hatte Lechhausens Teammanager Marek Zwadzki (links) und seine Kollegen, als knapp 30 Asylbewerber dem Aufruf zum ersten abendlichen Training auf der DJK-Anlage folgten. Foto: Michael Hochgemuth

Fußballer verstehen sich

Bei der DJK Lechhausen herrscht großer Andrang beim ersten Training für Asylbewerber +++ Am Mittwoch treten sie gegen eine Vereinsauswahl an +++ Für einen fanden sich keine Schuhe

Al Shaek hat einfach zu große Füße: Schuhgröße 48! Selbst von den vielen Fußballern der DJK Lechhausen konnte da niemand ein Paar Schuhe auftreiben, die dem jungen, hoch gewachsenen Asylbewerber passen würden. Also steht Al Shaek bei elf Grad Außentemperatur barfuß auf dem klamm-feuchten Rasen und schaut zu, wie 30 andere Syrer, Afghanen und Iraker Fußball spielen.



Es ist das erste Mal, dass die DJK Lechhausen ein abendliches Fußballtraining für Asylbewerber anbietet. Marek Zwadzki, Teammanager der DJK-Kreisklassenmannschaft, und Jakob Gorlt, Kapitän der zweiten Mannschaft, haben auf Bitte der Flüchtlingshilfe das Training ins Leben gerufen. Und sie sind ziemlich überrascht, als sich am ersten Abend nicht wie erwartet 20, sondern 30 Interessenten einfinden.

Betreuer Edi räumt zwei komplette Sätze alter DJK-Trikots aus den Schränken und versorgt jeden Spieler mit einem Paar Fußballschuhe. Jeden, bis auf Al Shaek. Wegen der Verletzungsgefahr darf er mit seinen nackten Zehen nur ein paar vereinzelte Torschüsse machen und sich warmlaufen. „Dabei spielt er ohne Schuhe besser als die anderen mit“, stellt Jakob Gorlt fest.

Zwei Trainingseinheiten bietet die DJK Lechhausen für die Asylbewerber an, um sie vorzubereiten auf den sportlichen Höhepunkt: ein offizielles 90-minütiges Trainingsspiel gegen eine DJK-Auswahl am Mittwoch, 7. Oktober, um 19 Uhr auf der Anlage an der Derchinger Straße. „Ich würde da eigentlich gerne jeden mal spielen lassen, aber wir müssen sehen, wie wir das hinkriegen“, sagt Marek Zwadzki mit Blick auf die vielen Spieler. Jeder einzelne zeigt vollen Einsatz und versucht, die gezeigten Übungen so gut wie möglich nachzumachen.

Die Verständigung läuft mit Händen und Füßen, ihre Anweisungen geben die DJK-Coaches ausschließlich auf Deutsch. „Dann lernen alle gleich den deutschen Wortschatz. Zum Fußballspielen reicht das dann meist schon“, sagt Marek Zwadzki schmunzelnd. Zudem kann er auf die sprachliche Unterstützung von zwei jungen Syrern setzen, die bereits den Sprung in den Kader der zweiten Mannschaft geschafft haben. Auch der 28-jährige Arzt Mazen Almarzuuk hilft, wo er kann. Seit einem Jahr und drei Monaten ist er schon in Deutschland und hat in dieser Zeit sehr gut Deutsch gelernt. „Die meisten dieser Asylbewerber hier sind zwischen 20 und 30 Jahre alt und seit etwa vier Monaten in Augsburg“, beschreibt Almarzuuk die Situation seiner Landsleute, die vorwiegend in Lechhauser Hotels untergebracht sind. Er empfindet das Trainingsangebot als wichtige Sache. „Das Fußballspielen ist super, weil die Bewegung den Stress wegnimmt.“ Als im Spiel dann doch mit einigen seiner Landsleute das Temperament durchgeht, ist Almarzuuk gleich zur Stelle, redet auf die Streithähne ein und beruhigt die Gemüter. Nach zwei Stunden ist das Training beendet, auch wenn sich die meisten kaum vom Ball lösen wollen. Für Zwadzki und seine Mitstreiter war der Abend ein voller Erfolg. Der Teammanager bedauert, dass die DJKler dieses Training aus beruflichen und zeitlichen Gründen wohl nicht dauerhaft einrichten können. Doch erst einmal arbeiten sie alle auf das Testspiel am Mittwoch hin – und vielleicht haben sich bis dahin ja auch für Al Shaek ein paar Fußballschuhe gefunden.

 
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