Rückkehrer Brunner: Noch fünf Spiele, dann Hawaii
Donnerstag 19.04.18 17:00 Uhr|Autor: Antonio Riether – Fußball Vorort838
Andreas Brunner hat noch fünf Spiele mit dem 1.FC Penzberg vor sich, dann geht es für den Lehrer ins Sabbatjahr im Pazifik. Foto: Halmel

Rückkehrer Brunner: Noch fünf Spiele, dann Hawaii

Penzberg verliert bei wachem FC Phönix
Mit Coach Andreas Brunner ist der Penzberger Erfolgstrainer zurück auf der Bank. Der 51-Jährige soll die Saison des Bezirksligisten, der am Anfang der Saison oben mitspielen wollte, sportlich wieder in die Spur bringen. Nachdem Markus Remler nach nur drei Spielen seinen Rücktritt verkündete, sprang Brunner als Retter in der Not ein und soll nun mithelfen, die Ruhe im Verein wiederherzustellen.


Der 1.FC Penzberg hat einen turbulenten Jahresbeginn hinter sich. Nachdem Trainer Markus Remler nach nur drei Spielen und null Punkten im neuen Jahr das Handtuch warf, ist Ex-Trainer Andreas Brunner wieder zurück beim Bezirksligisten. Der 51-Jährige führte den Verein von der Kreisklasse bis in die siebthöchste Liga und sprang nun nach dem überraschenden Rücktritt wieder beim FCP ein. Auf die Bitte des sportlichen Leiters, André Grunow, hatte Brunner kurzfristig zugesagt, den Penzberger Scherbenhaufen wieder zusammenzukehren und saß bereits am vergangenen Samstag beim 1:1 gegen den SVN München auf der Trainerbank. Das Nachholspiel gegen den FC Phönix München am Mittwochabend zeigte jedoch, dass die letzten Spieltage eine schwierige Aufgabe für die Brunner-Elf werden können.  

Penzberg lässt sich "relativ einfach" besiegen

Bei Frühlingstemperaturen konnte sich im ersten Durchgang keine Mannschaft entscheidend durchsetzen, da die Abwehrreihen beider Parteien aufmerksam waren. "Wir haben die ersten 25 Minuten in der Defensive sehr gut gespielt und haben halt im Umschaltspiel nach vorne haarsträubende Abspielfehler gemacht", so Brunner. Die Penzberger wären nach knapp 40 Minuten fast in Rückstand geraten, hätte der Linienrichter ein Kopfballtor des Heimteams durch Ex-Zweitligaspieler Hajdarovic nicht aufgrund einer Abseitsstellung zurückgenommen.

Doch auch ohne die Halbzeitführung traten die Gastgeber im Großen und Ganzen spielbestimmender auf, was sich nach wenigen Sekunden im zweiten Durchgang auszahlte. Boubacar Salif konnte Penzbergs David Salcher mit einer einstudierten Anstoßvariante überwinden, was Trainer Brunner nicht schmeckte. "Die Situation zum 1:0 war genau angesprochen worden: Das machen sie jedes Mal, dass der Neuner (Boubacar Salif, Anm.d.Red.) auf den langen Ball reinläuft und dann alleine vorm Torwart steht. War dann sehr schlecht verteidigt."

Obwohl die Penzberger nicht aufsteckten und gefährlich blieben, bauten die Gastgeber in der 57. Minute in Person von Mirza Dzafic die Führung zum 2:0 aus. Die letzten 20 Minuten spielte Phoenix nach einer roten Karte gegen Alem Besirevic zwar zu zehnt, hielt aber bis zum Ende die Null. "Heut war's relativ einfach. Wir waren siebenmal im Vier-gegen-Drei und schaffen es nicht, eine Chance rauszuspielen", ärgerte sich der Penzberger Übungsleiter rückblickend.

Sabbatjahr auf Hawaii anstelle von Training und Schule 

Insbesondere an Unentschlossenheit hat es laut dem 51-Jährigen gelegen. "Da ist einfach zu wenig Konsequenz. Da wird mit der Hacke gespielt, schwierig gespielt und so kannst du natürlich nicht erfolgreich Fußball spielen. Das muss einfacher sein." Einfach ist die Situation für Brunner ganz und gar nicht. Denn im Verein war es durch den Rücktritt von Markus Remler, gegen den angeblich vereinsintern gearbeitet worden sei, in letzter Zeit alles andere als harmonisch. "Das Ziel ist, dass wir Ruhe rein kriegen und dass wir ordentlich miteinander umgehen", meint der Fußballlehrer, der gemeinsam mit Bundesliga-Trainern wie Michael Frontzeck und Mirko Slomka seine Lizenz erwarb.

Doch Brunner alleine kann lediglich die sportliche Situation beeinflussen. "Ruhe, was das Umfeld angeht muss der Verein natürlich selber reinbringen. Da wählen sie ja jetzt eine neue Vorstandschaft, vielleicht hilft das." Am Samstag wird es beim 1.FC Penzberg auf der Jahreshauptversammlung Neuwahlen in der Führungsetage des Vereins geben.  Brunner steht über die Saison hinaus beim FCP nicht zur Verfügung. Den Sportlehrer wird es nämlich über 12.000 Kilometer Luftlinie weiter westlich nach Hawaii verschlagen. Der Fußballlehrer wird ein Sabbatjahr einbauen und erzählt stolz, "ich bin in Hawaii nächstes Jahr, acht Monate. Da werde ich mich erholen." Doch was mit dem Trainer Andreas Brunner nach der Reise passiert, ist noch unklar. "Ich bin sehr zufrieden. In der Schule macht es mir mit den Kindern wahnsinnig Spaß, aber ich werde mir sicher überlegen, ob ich nochmal was im Fußball mache. Dazu dient das Jahr auch."

Immer mitten drin: Auch bei der Rudelbildung kurz vor dem Platzverweis hatte Brunner etwas zu sagen. Foto: Antonio Riether

Immer mitten drin: Auch bei der Rudelbildung kurz vor dem Platzverweis hatte Brunner etwas zu sagen. Foto: Antonio Riether
Immer mitten drin: Auch bei der Rudelbildung kurz vor dem Platzverweis hatte Brunner etwas zu sagen. Foto: Antonio Riether



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