Ein überraschendes Comeback beim kurzen Heimaturlaub
Mittwoch 16.03.16 13:44 Uhr|Autor: Wieland Peter1.202
Die Clubdamen sind erfolgreich in die Rückrunde gestartet. Archiv: Weigert

Ein überraschendes Comeback beim kurzen Heimaturlaub

Kim Urbanek studiert eigentlich in den USA, macht aber wann immer es geht die Club-Fußballerinnen in der Regionalliga ein bisschen besser

Die Fußballerinnen des 1. FC Nürn­berg sind nach der Winterpause per­fekt gestartet - beim 2:1 gegen Wacker München hilft auch eine Urlau­berin mit.




In den letzten fünf Minuten kam sie noch zum Einsatz, hatte nur drei oder vier Ballkontakte — aber trotzdem freute sich Kim Urbanek noch ein biss­chen intensiver als ihre Mitspielerin­nen über den 2:1-Sieg der Fußballfrauen des 1. FCN über Wacker München in der Regionalliga. Mit ihrem Saisondebüt im Clubtrikot hat­te sie nicht gerechnet, jetzt war sie am zweiten Dreier beteiligt, der nach dem 2:0 beim TV Derendingen zumindest zahlenmäßig für einen optimalen Start ins Jahr 2016 sorgte und von Platz fünf sogar einen vorsichtigen Blick nach etwas weiter oben zulässt.

Dass Urbanek für die US-Amerika­nerin Larissa Schultz, mit ihren erst 26 Jahren die „Seniorin“ im Kader und gegen die Münchner mit ihrer Schnelligkeit auffälligste Offen­sivspielerin, eingewechselt wurde, passte zur Vorgeschichte. Die 19-Jäh­rige studiert nämlich seit August 2015 in den USA Sportmanagement an der Uni von Connecticut, kam erst am Freitag für eine freie Woche in die Hei­mat und fand sich am Sonntag prompt auf dem Spielberichtsbogen und später als Nummer 30 der in die­ser Saison bereits eingesetzten Club-Spielerinnen wieder.

Das verdeutlichte die Probleme von Trainer Norbert Frey, die jedoch der Vergangenheit angehören, können inzwischen doch auch die aktuellen Ausfälle von Nadine Brunner und Katharina Eisen verkraftet werden. Urbanek war ohnehin nicht als Notna­gel anzusehen, zählte sie doch in den vergangenen Jahren zur Stammforma­tion. Fußball war zudem einer der Gründe für ihren Wechsel in die USA, in 25 von 30 Spielen stand sie in der Startformation des UCONN-Soccer­teams, das immerhin auf Platz zehn in der US-Collegewertung landete.

Frauenfußball ist in den USA sehr populär, das Training an der Uni „intensiver, denn wir sind ja nahezu täglich zusammen. Vor allem auf den Kraft- und Konditionsbereich wird großer Wert gelegt.“ Und ab Mai sind Semesterferien — dann ist sie für län­gere Zeit in Nürnberg und spielt in der Schlussphase der Saison vielleicht sogar länger für den Club.

Vom Trainer (und den Mitspielerin­nen) dürfte es kaum Einwände geben, denn körperlich robuste und laufstar­ke Offensivkräfte kann es im Kader nicht genug geben. Gegen Wacker München fehlte es jedoch nicht nur in vorderster Front an Durchsetzungs­vermögen, „sondern mir war es auch spielerisch zu wenig“, obwohl das schnelle 1:0 durch Rebecca Leinber­ger (3.) nach mustergültigem Quer­pass von Larissa Schultz dem Club in die Karten spielte. Darum ging es, so Frey, „bei Halbzeit in der Kabine intensiver zu als auf dem Spielfeld“.

Die Verbesserung hielt sich in dem von Zweikämpfen und viel Hektik, die auch mit zu Lasten der Schiedsrichterin ging, geprägten Duell zwar in Grenzen, aber die wenigen Chan­cen gingen aufs Konto der FCN-Frau­en. Nach dem 2:0 durch Gina Steiner (72.) nach präzisem Pass von Anna Wachal gab es dennoch eine Portion Zittern in der Schlussphase. Denn der erste und zugleich sehenswerte Schuss der Münchner Gäste aufs Club-Tor sorgte für das 2:1. Aber die konse­quente Arbeit der Abwehr um Katha­rina Rupp, Simone Grimm und den Winter-Neuzugang Nina Raasch nann­te Frey hinterher „einen wichtigen Fortschritt in unserer Entwicklung“.

Schrittweise nach oben

Ansonsten ist der Blick nach oben in der Tabelle, wo zum Hegauer SV auf Platz drei mit 27 Punkten nur drei Zähler fehlen, kein Thema. Stattdes­sen will Frey die Mannschaft schritt­weise weiterentwickeln. „Denn nur mit spielerischen Lösungen, wie es sich manche unserer immer noch sehr jungen Spielerinnen vorstellen, geht schon in der Regionalliga nichts mehr“, sagt Frey - Wacker München lieferte dafür weiteres Beweismateri­al; für ihn zumindest alles andere als überraschend.


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