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Sonntag 19.03.17 16:16 Uhr|Autor: Schw�bische Zeitung / Von Oliver Kothmann329
SCP-Neuzugang Manuel Perkovic (li., hier im Zweikampf mit Freiburgs Fabian Sutter) hatte in der Vorwoche noch beide Treffer zum 2:1-Sieg in Endingen erzielt. Gegen die Breisgauer blieb der Angreifer aber blass und wurde von Trainer Marco Konrad zur Halb Foto: Karl-Heinz Bodon
Zweimal schlechte Kinderstube
Fußball-Verbandsliga Südbaden: SC Pfullendorf - Freiburger FC 1:2 (0:0)

Pfullendorf / sz - Mit einer 1:2-Heimniederlage gegen den Freiburger FC ist am Samstagnachmittag ist die sechsteilige Erfolgsserie (fünf Siege, ein Unentschieden) gerissen. In einer nach Spielanteilen und Torchancen ausgeglichenen Partie legte der Tabellendritte aus dem Breisgau gegen den abstiegsgefährdeten SCP in den entscheidenden Momenten einen Tick mehr Cleverness und Effizienz an den Tag.



Strahlende Sieger sehen aber trotzdem anders aus, denn gleich zweimal bewiesen die Freiburger am Samstag in der Geberit-Arena eine schlechte Kinderstube: In der 83. Minute spielte zunächst Fabian Sutter gegen Pfullendorfs Neuzugang Benjamin Sturm eine unrühmliche Szene von der WM 1990 nach, nämlich Frank Rijkaards Spuckattacke gegen Rudi Völler. Sutter sah dafür die rote Karte. Unmittelbar nach dem Schlusspfiff ließ sich dann Trainer Ralf Eckert zu einer obszönen Geste in Richtung Pfullendorfer Publikum hinreißen. Kein Hindernisgrund für den aufgeregten Coach, sich in der anschließenden Pressekonferenz auch noch ausgiebig über angeblich mangelnden Respekt vor seinem Verein in der Spielvorberichterstattung der "Schwäbischen Zeitung" zu beklagen.

Pfullendorfs Trainer Marco Konrad ("Ralf, das gehört nicht hierher") nahm dem Hitzkopf dann ein wenig den Wind aus den Segeln und zog Bilanz eines Spiels, bei dem er selbst den Nachweis geführt hatte, dass ein 4:4:2-System nicht unbedingt immer eine offensive Ausrichtung bedeutet. Konrad setzte auf den beiden zentralen Positionen in der offensiven Viererkette mit Marllex Abdulai und Felix Steinhauser nämlich zwei Spieler ein, die ihre größte Wirkung erwiesenermaßen im defensiven Mittelfeld entfalten. Sicherlich war dies ein Grund dafür, dass es dem Pfullendorfer Offensivspiel 90 Minuten lang an klarer Struktur durch einen ordnenden Fuß und zündenden Ideen fehlte. "Mir war wichtig, stabil zu stehen", rechtfertigte Konrad die verkappte Beton-Mischung, die er da angerührt hatte. Den einzigen Pfullendorfer mit angeborenen Spielmacherinstinkten auf dem Platz, den erst 18-jährigen Alessandro Sautter, brachte Konrad auf der linken offensiven Außenbahn ("Da spielt er schließlich schon die ganze Saison!"). Doch für die Lizenz zum tödlichen Pass besteht nunmal keine Altersbeschränkung, weshalb die These, dass der SCP am Samstag mit etwas mehr Courage, sprich Sautter im zentralen offensiven Mittelfeld, vielleicht auch im siebten Spiel in Serie ungeschlagen geblieben wäre, erlaubt sein dürfte.

Dass es anders kam als sich der Sportclub-Anhang wünschte, dafür sorgten nach einer faden ersten Halbzeit (wobei das spielerisch schwache Niveau auch den zu dieser Jahreszeit üblichen schwierigen Platzverhältnissen zuzuschreiben war) die Freiburger Kevin Senftleber und Mike Enderle mit zwei sehenswerten Treffern: Garcia-Stein legte in der 53. Minute von der Außenbahn präzise auf Kevin Senftleber zurück und der beste Freiburger traf aus vollem Lauf flach und trocken aus 17 Metern zum 0:1 in die Ecke. Zehn Minuten später überraschte Mike Enderle mit einem herrlichen Heber aus rund 45 Metern nicht nur SCP-Keeper Maximilian Ritzler, sondern alle 210 Zuschauer und möglicherweise auch sich selbst. Dieses wunderschöne 0:2 kam einer Vorentscheidung gleich, denn auch nach Konrads offensivem Doppelwechsel in der 72. Minute (Onuoha für Abdulai und Timo Werne für Heiko Behr) blieben gepflegte Flachpässe im SCP-Aufbauspiel die Ausnahme.

Jonas Vogler köpfte in der Vorschlussminute dann noch einen Sautter-Eckball zum 1:2-Anschluss über die Linie, dann war Schluss - und die Bühne frei für Ralf Eckert...

Am Samstag wartet schon der nächste Gegner aus der Spitzengruppe auf den Sportclub: Dann geht die Reise zu Tabellenführer FC Denzlingen.

SC Pfullendorf: Ritzler - Behr (72. Werne), S. Steinhauser, J. Vogler, Sturm - Sautter, F. Steinhauser, Abdulai (72. Onuoha), Erdem (58. Stützle) - Arndt, Perkovic (46. Yosef)

Freiburger FC: Kodric - Faber, Garcia-Stein, K. Senftleber, Moser-Fendel, Enderle, Sutter, Reinhardt (13. Schwär, 76. Novakovic), Maier, Dreher, M. Senftleber (85. Amrhein)

Tore: 0:1 Kevin Senftleber (53.), 0:2 Enderle (63.), 1:2 Vogler (89.) - Bes. Vork.: Rote Karte Sutter (83., FFC) - SR: Wolf (Rheinfelden) - Zuschauer: 210

 
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