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Donnerstag 13.04.17 14:29 Uhr|Autor: Neuburger Rundschau / Dirk Sing1.436
Ein starkes Neuburger/Straßer Trio: (Von links) Sebastian Habermeyer, Matthias Riedelsheimer und Marco Friedl zählen beim Bayernligisten TSV Rain bereits seit Jahren zu den absoluten Leistungsträgern. Foto: Dirk Sing

„Profi-Feeling“ als absolutes Highlight

Die beiden Neuburger Sebastian Habermeyer und Matthias Riedelsheimer sowie der Straßer Marco Friedl haben beim TSV Rain viel erlebt +++ Ein Gespräch über Vergangenheit, Gegenwart und Zukunft

Sie gehören bereits seit Jahren zu den absoluten Leistungsträgern beim derzeitigen Bayernligisten TSV Rain: Sebastian Habermeyer (22 Jahre), Matthias Riedelsheimer (25) und Marco Friedl (26). Während Habermeyer einst beim BSV Neuburg das Fußballspielen lernte, begann Riedelsheimer beim SC Feldkirchen und Friedl beim SV Straß. Im großen Gespräch mit der Neuburger Rundschau äußert sich das Trio über die Anfänge in Rain, die schönsten Momente und auch die sportliche Zukunft.



Sebastian, wie würdest du deinen Teamkollegen Matthias Riedelsheimer als Spieler beschreiben?

Habermeyer: Zweikampfstark, universell einsetzbar, hartnäckig und robust.

Matthias, welcher Spielertyp ist Marco Friedl in deinen Augen?

Riedelsheimer: Ein richtiger Vollblutstürmer, zu dessen Stärken das Kopfballspiel aber eher nicht zählt (lacht). Er weiß, wo das gegnerische Tor steht. Und wenn sich ihm eine erstklassige Chance bietet, dann nutzt er diese auch sehr oft.

Wie fällt das Urteil von Marco Friedl über Sebastian Habermeyer aus?

Friedl: ,Seppi’ verfügt über eine hohe Spielintelligenz und Spielübersicht sowie einen starken linken Fuß. Er ist ein richtig guter Außenbahnspieler, obwohl ich ihn eigentlich im Zentrum lieber sehe. Ansonsten agiert er sehr mannschaftsdienlich.

Wenn man euren sportlichen Werdegang betrachtet, dann ist dieser sehr ähnlich verlaufen. Matthias ist im Jahr 2010 von der JFG Neuburg zum TSV Rain gewechselt, Sebastian dann 2013. Beide haben über den Umweg zweite Mannschaft (Bezirksliga) den Sprung in die „Erste“ (Bayernliga) geschafft. Welche Umstellung war die größere: Vom Jugend- in den Seniorenbereich oder von der Bezirks(ober)liga in die Bayern- beziehungsweise Regionalliga?

Habermeyer: Für mich persönlich war der größere Schritt definitiv vom Jugend- in den Herrenbereich. Sowohl von der Schnelligkeit als auch vom körperlichen Element her war das schon ein riesengroßer Unterschied. Man spielt plötzlich nicht mehr gegen Gleichaltrige, sondern gegen ausgefuchste Routiniers. Gerade am Anfang war das alles andere als einfach.

Riedelsheimer: Ich sehe das ein bisschen anders. Natürlich war der Sprung von der Jugend in die Herren-Bezirksoberliga-Mannschaft, die damals Tobias Luderschmid trainiert hat, schon ziemlich groß. Dennoch würde ich sagen, dass die Umstellung von der Bezirksoberliga dann in die Bayernliga sogar noch größer war. Vor allem in den ersten Monaten hatte ich in Sachen Zweikampf oder Stellungsspiel schon richtig zu kämpfen. Aber mit dem richtigen Willen und Vertrauen des Trainers kann man das schon auch schaffen.

Marco hat sich im Jahr 2011 entschieden, vom Kreisligisten SV Straß zum TSV Rain zu wechseln und gleich in seinem ersten Jahr sowohl in der Bezirksoberliga als auch Bayernliga gespielt. Welcher Sprung war für Dich am schwierigsten?

Friedl: Definitiv von der damaligen Bezirksoberliga in die Bayernliga. Als Stürmer triffst du plötzlich auf Abwehrspieler, die nicht nur sehr athletisch, sondern oftmals auch fast zwei Meter groß sind. Das ist dann für einen eher zierlichen Angreifer mit einer Größe von 1,80 Meter nicht gerade einfach (lacht).

Sebastian und Matthias, als ihr euch vor einigen Jahren für einen Wechsel von der JFG Neuburg zum TSV Rain entschieden habt: Gab es zu diesem Zeitpunkt auch eine sinnvolle Alternative im Neuburger Raum?

Habermeyer: In meinen Augen eigentlich nicht. Für mich war klar, wenn ich richtig angreifen wollte, muss ich es direkt nach der Jugend versuchen. Damals waren die Rahmenbedingungen in Neuburg dafür einfach nicht gegeben.

Riedelsheimer: Ich muss ehrlich sagen, dass damals außer dem BSV kein Verein aus Neuburg mit mir gesprochen hat. Die Möglichkeit, im Herrenbereich höherklassig zu spielen, war seinerzeit in Rain eben schon vorhanden.

Marco, was hat bei dir den Ausschlag gegeben, dass du vom SV Straß zum TSV Rain gewechselt bist?

Friedl: Zum einen hatte ich die Chance, wie es Matze bereits gesagt hat, in einem höherklassigen Team zu spielen. Zum anderen war Tobias Luderschmid ein weiterer wichtiger Grund. Ihn hatte ich bereits bei der JFG Donauwörth als Trainer. Über Tobi kam dann letztlich auch der Kontakt zustande.

Wenn man in der Bayern- oder Regionalliga aktiv ist, bedeutet das zweifelsohne auch einen hohen zeitlichen Aufwand. Wie bekommt ihr das mit Studium und Beruf unter einen Hut?

Riedelsheimer: Das Ganze ist sicherlich nicht ,ohne’. Aber seit ich Fußball spiele, trainiere ich eigentlich ohnehin zwei- bis dreimal pro Woche. Von dem her ist das mein geregelter Ablauf. Ich denke, dass da auch mein Ehrgeiz, das Ganze eben unter einen Hut zu bringen, eine große Rolle spielt.

Friedl: Während meines Luftfahrttechnik-Studiums in Ingolstadt war es hin und wieder sicherlich nicht ganz einfach. Aber es gab bei mir eigentlich nie den Gedanken, mal ein Training aus Zeitgründen sausen zu lassen. Entweder man zieht es durch oder lässt es bleiben. Auch von daheim oder meiner Freundin hat es immer die nötige Unterstützung gegeben.

Habermeyer: Auch wenn ich mittlerweile in Nürnberg studiere, mache ich es ja auch gerne, zwei- oder dreimal pro Woche ins Training zu gehen. Selbst wenn hin und wieder mal eine längere Auswärtsfahrt dabei ist, stellt das absolut kein Problem dar. Im Gegenteil. Klar muss man sich in diesem Zusammenhang beispielsweise auch mit der Freundin arrangieren, wenn es in den Urlaub geht. Aber auch da findet sich in der Regel immer eine Lösung.

Wenn ihr auf eure bisherige Zeit beim TSV Rain zurückblickt: Was war das absolute Highlight?

Friedl: Auf alle Fälle der Aufstieg in die Regionalliga! Auf dem Weg dorthin haben wir in der Saison alles weggeschossen. Das war schon ziemlich krass. Und dann halt natürlich, wenn man die Möglichkeit hat, in den großen Stadien wie in Regensburg aufzulaufen. Dort haben wir 45 Minuten lang so gut gespielt, dass sogar die Zuschauer ihr eigenes Team ausgepfiffen haben. Das war sicher ein unvergesslicher Moment.

Habermeyer: Dem kann ich nur zustimmen. Wenn man da alleine in die Katakomben von einem solchen Stadion kommt, dann sieht man, wie professionell es auch im Amateurfußball zugehen kann. Da hatten sogar die Einlaufkinder einen eigenen Raum. Das war schon beeindruckend. Aber auch an unser Spiel im Grünwalder Stadion denke ich immer noch gerne zurück. Das waren schlichtweg tolle Erlebnisse.

Riedelsheimer: Der Aufstieg in die Regionalliga ist bei mir natürlich auch unvergesslich. Nach dem 3:0-Sieg gegen Pullach ging es ordentlich zur Sache (lacht). Mein persönliches Highlight war das Spiel im Nürnberger Bundesliga-Stadion. Wie Marco und Seppi schon gesagt haben, ist das Profi-Feeling pur, wenn man nur die ganzen Gegebenheiten sieht.

Sebastian, im Alter von 22 Jahren machst du in der Sommerpause den Schritt vom Bayernliga-Team TSV Rain zum VfR Neuburg, der aktuell in der Bezirksliga aktiv ist. Was waren die Gründe für diese Entscheidung?

Habermeyer: Das mag vielleicht auf den ersten Blick ein sportlicher Rückschritt sein. Aber ich denke, dass für mich das Gesamtpaket beim VfR Neuburg einfach stimmt – auch im Hinblick auf mein Studium, wo ich rund zehn Wochen im Jahr erst am Donnerstagabend nach Hause komme und daher nicht voll trainieren kann. Aber genau das ist für mich die Voraussetzung, dass ich eine realistische Chance habe, um einen Stammplatz in der Bayernliga zu kämpfen. Mich reizt aber auch die Aufgabe beim VfR Neuburg. Von dem her war es jetzt keine Entscheidung gegen Rain, sondern vielmehr für Neuburg. Der VfR hat eine richtig gute Truppe, mit der man kurz- oder mittelfristig in der Landesliga spielen möchte. Von dem her passt das alles sehr gut.

Marco und Matthias, könnt ihr euch auch vorstellen, mal wieder für einen Verein in Neuburger Raum zu kicken?

Friedl: Ja klar. Wenn die Rahmenbedingungen und vor allem das Konzept passen, dann ist das für mich sicherlich vorstellbar. Zu einem x-beliebigen Verein würde ich nicht wechseln. Wenn, dann brauche ich schon einen Bezug dazu. Wichtig ist natürlich auch, dass das Verhältnis zum Trainer passt.

Riedelsheimer: Das sehe ich genauso. Ich bin Neuburger, habe beim SC Feldkirchen angefangen. Von dem her spricht nichts dagegen, irgendwann wieder im Neuburger Raum zu spielen – vorausgesetzt, Konzept und Team passen.

Euer jetziger Teamkollege Simon Schröttle wird mit seinen gerade einmal 24 Jahren in der kommenden Saison Spielertrainer beim FC Ehekirchen. Ist der Einstieg ins Trainergeschäft kurz- oder mittelfristig für euch auch eine Option?

Friedl: Ich kann mir das auf alle Fälle vorstellen, ja. Ob das jetzt als Spielertrainer, spielender Co-Trainer oder in welcher Konstellation auch immer der Fall wäre, muss man dann sehen.

Riedelsheimer: Bei mir ist es das Gleiche. Ich habe definitiv vor, mal als Trainer bei einem Verein zu arbeiten, da das mit Sicherheit eine sehr reizvolle Aufgabe ist.

Habermeyer: Ehrlich gesagt mache ich mich darüber momentan noch keinen Kopf. Klar sollte man sich so etwas für die Zukunft immer offen halten. Aber geplant ist in diese Richtung in nächster Zeit nichts.

 
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