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Freitag 19.05.17 06:00 Uhr|Autor: Jürgen Scharf868
Geschäftsführer Christian Keller (li.) und Vorstandschef Hans Rothammer (r.) wollen den Jahn in eine gute Zukunft führen.

Aufsteigen macht Spaß – und bringt Geld

Schafft es der SSV Jahn wirklich in die 2. Liga, bekommt er fast zehnmal so viel Fernsehgeld wie jetzt.

Der SSV Jahn Regensburg kämpft um den Aufstieg in die 2.Liga. Dafür muss er im letzten Saisonspiel seinen dritten Platz in der 3.Liga verteidigen und dann noch das Duell in der Relegation für sich entscheiden. Wenn die Regensburger das alles schaffen, werden sie dafür reich belohnt. Eine Spielklasse höher würden die Einnahmen des SSV Jahn nämlich deutlich steigen.



Mancher Jahn-Fan sorgte sich zuletzt, dass ein Aufstieg dem Klub gar nicht guttun würde. Innerhalb von nur zwölf Monaten von der vierten bis in die zweite Spielklasse durchzumarschieren, sei zu rasant, wird argumentiert. Um in der 2. Liga zu bestehen, müsse der Verein seine Mannschaft verbessern und neue, teure Spieler holen. Aber haben die Regensburger dafür überhaupt das nötige Geld? Jahn-Geschäftsführer Christian Keller räumt mit diesen Sorgen nun auf. Zwar spricht im gesamten Klub derzeit keiner vom Aufstieg sondern nur vom letzten Saisonspiel in Münster, für den Fall der Fälle gibt Keller jedoch Entwarnung. Der Jahn könnte sich die 2. Liga finanziell auf jeden Fall leisten, sagt er – oder wie er zuletzt bei einer Podiumsdiskussion bemerkte: „Da fängt der Spaß doch erst an.“

Der Spaß, das ist nicht zuletzt der exorbitante Sprung, den Drittligisten bei einem Aufstieg bei den Einnahmen aus den Fernsehgeldern machen. Für die aktuelle Saison bekommt der Jahn 711000 Euro. In der 2. Liga würde er 6,5 Millionen Euro erhalten. Steigt er nicht auf, würde der Unterschied sogar noch größer werden. In der 3. Liga wird bei den Fernsehgeldern ein Gesamttopf von 12,8 Millionen Euro unter allen Teams aufgeteilt. Nur zweite Mannschaften erhalten nichts.

TV-Geld in 3. Liga wird wohl weniger

Da in der kommenden Saison aller Voraussicht nach weniger „Reserven“ von Profi-Klubs in der 3. Liga sind – der FSV Mainz II steht bereits als Absteiger fest, der SV Werder Bremen II steht auf einem Abstiegsplatz – könnte die Summe, die jeder Klub erhält, auf etwa 640000 Euro sinken.

Doch nicht nur die höheren TV-Gelder in der 2. Liga sind verlockend. „Ein Aufstieg würde sich sicher auch auf andere Felder, etwa das Sponsoring oder das Ticketing, positiv auswirken“, sagt Keller. In der Tat dürfte bei attraktiven Gegnern wie Nürnberg, St. Pauli oder Kaiserslautern der Zuschauerschnitt bei den Jahn-Heimspielen steigen. Sämtliche Sponsoringverträge seien zudem ligaabhängig gestaffelt, sagt Keller. Bei einem Aufstieg würde der Jahn auch hier mehr einnehmen.


Miete fürs Stadion würde steigen

Andererseits gibt es auch Ausgaben, die in der 2. Liga steigen würden. Mit der Stadt Regensburg ist vereinbart, dass der Jahn dann nicht mehr wie jetzt in der 3. Liga 5000 Euro Miete pro Spieltag bezahlen müsste, sondern 15000 Euro. Zudem wäre in der 2. Liga an die Stadt eine Umsatzbeteiligung von maximal 500000 Euro für die gesamte Saison zu entrichten. Zu vermuten ist auch, dass einige Spieler Verträge haben, in denen das Gehalt ligaabhängig gestaffelt ist. Nach MZ-Informationen müsste der Jahn bei einem Aufstieg außerdem einen Großteil eines Darlehens des langjährigen Sponsors Volker Tretzel zurückzahlen. Etwa 600000 Euro sollen dann fällig werden. Keine Investitionen müsste der Jahn dagegen bei der Geschäftsstelle vornehmen: „Wir sind hier personell und strukturell gut aufgestellt, so dass wir die Anforderungen an höhere Ligen stemmen können“, sagt Keller.

Diesen schönen Rechenspielen steht die harte Wahrheit gegenüber, dass der Jahn bei einem Verbleib in der 3. Liga in der kommenden Saison kürzertreten müsste. Keller sagt, dass der Klub dann seinen Etat aller Voraussicht nach verringern müsste. Derzeit braucht der Verein etwa 6,5 Millionen Euro für eine Saison. Davon entfallen nach MZ-Informationen knapp drei Millionen Euro auf den Betrieb der Profimannschaft. Keller zufolge hat der Jahn aber immer noch an der Finanzierungslücke, die der Ausstieg von Großsponsor Volker Tretzel im Rahmen der Regensburger Korruptionsaffäre hinterließ, zu knabbern.

Rückzahlung eines Darlehens

Die damals plötzlich fehlenden 500000 Euro seien durch neue Sponsorenverträge und eine Reduzierung der Kosten aber auch durch ein Darlehen aufgefangen worden. Letzteres müsse zurückgezahlt werden, erklärt Keller. Die Reduzierung des Etats würde sich dem Geschäftsführer zufolge aber nicht in einem Rahmen bewegen, der signifikante Auswirkungen auf den sportlichen Bereich hätte. Ohnehin hat der Jahn bereits jetzt zusätzliche Einnahmen durch die Qualifikation für den DFB-Pokal, die er als einer der ersten Vier der 3. Liga erreicht hat, sicher. Hier gibt es in der ersten Runde 150000 Euro an Fernsehgeld sowie die Zuschauereinnahmen.

 
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