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Mittwoch 12.04.17 20:15 Uhr|Autor: Benedikt Hecht (BZ)2.137

Spitzenspiel: Für 90 Minuten ruht die Freundschaft

Im Spitzenspiel der Verbandsliga zwischen dem Freiburger FC und dem FC Denzlingen treffen die Kumpels Mike Enderle und Erdem Bayram aufeinander
Fällt am Karsamstag bereits eine Vorentscheidung um den zweiten Rang in der Verbandsliga? Im Dietenbach-Sportpark empfängt der derzeit zweitplatzierte Freiburger FC den einen Punkt hinter ihm rangierenden Dritten und ärgsten Verfolger FC Denzlingen zum Spitzenspiel.

Die Augen werden am Samstag auf ihn gerichtet sein, dessen ist sich Mike Enderle bewusst. Der Mittelfeldspieler wechselt im Sommer vom Freiburger FC zum derzeitigen Ligakonkurrenten FC Denzlingen, am kommenden Samstag spielen die beiden Aufstiegsaspiranten gegeneinander. Bedeutet dies eine Bredouille für Enderle? Der 27-Jährige nimmt sein Glas Wasser in die Hand, überlegt genau seine Worte, und dann schießt es offen und ehrlich aus ihm heraus: „Jetzt bin ich Spieler beim FFC, im Pokal sind wir vergangene Woche beim 1. FC Rielasingen-Arlen leider ausgeschieden, daher will ich jetzt unbedingt den Aufstieg zum Abschied schaffen.“  Es wäre sein zweiter sportlicher Höhepunkt nach insgesamt vier Jahren beim Freiburger Traditionsklub. 

Enderle ist in dieser Saison die Torgarantie bei den Rotjacken, 23 Treffer gelangen ihm bisher in dieser Runde. „So treffsicher war ich nur in der Aufstiegssaison 2013/14“, weiß Enderle zu berichten. Damals standen 15 Tore auf seinem Konto zu Buche. Sollte er kommenden Samstag die Möglichkeit auf einen Torerfolg haben, Enderle würde sie nutzen. „Dazu ist er viel zu sehr Fußballer“, sagt Erdem Bayram, Mittelfeldspieler beim Konkurrenten FC Denzlingen. Zugleich aber auch ein guter Kumpel.

Bayram blickt auf eine FFC-Vergangenheit zurück, unter Ralf Eckert gelang ihm der Sprung als A-Jugendlicher zu den Aktiven. Der 24-Jährige spielte bis 2013 für die Rotjacken. „Spiele gegen den Ex-Klub sind immer etwas Besonderes“, erklärt er. Die Vorfreude auf die Partie bei ihm ist groß. Noch vergangenen Sonntag saßen die beiden beisammen, grillten, feierten den Geburtstag von Enderles Ehefrau. Neben Bayram auch noch einige andere Denzlinger Kicker. „Dort spielen ja Christian Dichtel, mein Trauzeuge, Frank Lengner oder Benjamin Bierer.“ Freunde und wichtige Bezugspunkte für den 27-Jährigen und mit einer der Gründe, warum er sich für den Wechsel im Sommer entschieden hat. „Beim FFC sind nach den Abgängen von Michael Respondek, Erik Uetz oder Dardan Gjuliqi meine Bezugspunkte nicht mehr vorhanden.“ Umso mehr nervt ihn, wenn im Internet kolportiert wird, er würde  wegen des Geldes in den Einbollen wechseln. „Wenn das der Grund wäre, wäre ich nicht vier Jahre beim FFC geblieben, da mir jedes Jahr Angebote, auch von unterklassigen Klubs, vorlagen, bei denen ich das zwei- bis dreifache hätte verdienen können.“  Als dummes Stammtischgeschwätz tut er das ab.

Einigkeit herrscht zwischen Bayram und Enderle, dass es wohl nur noch um Platz zwei in der Liga gehen wird. „Die Villinger sind  einfach zu stark und besitzen  eine riesen Qualität. Ich  kann mir nicht vorstellen, dass sie noch einbrechen“, sagt Bayram. Dass sein FC Denzlingen die letzten drei Spiele nicht mehr gewinnen konnte (Niederlagen gegen Villingen und Endingen, Remis gegen Pfullendorf),  will er aber nicht als Krise des Aufsteigers verstanden wissen. „Gegen Endingen wollten wir nach dem zwischenzeitlich Ausgleich einfach zu viel, anstatt ruhig weiterzuspielen.“ Er ist sich sicher, dass ihnen das am Samstag im Dietenbach nicht noch einmal passieren wird. Egal, ob am Ende für die Denzlinger Platz zwei oder drei im Endklassement herausspringen sollte, an einer überragenden und vorher nicht für möglich gehaltenen Saison vom Aufsteiger würde das nicht ändern. „Bei der stark besetzten Liga bin ich eher davon ausgegangen, dass wir einen unteren einstelligen Tabellenplatz belegen, und jetzt stehen Klubs wie Linx oder Kehl hinter uns“, sagt Bayram.

 Auf was kommt es für die Rotjacken am Samstag an? „Wir dürfen nicht wieder die Anfangsviertelstunde wie im Pokal verschlafen“, erklärt Enderle. Das war zuletzt eines der Probleme der Freiburger, dass sie etwas Zeit benötigen, bis sie hellwach sind. Enderle ist sich sicher, dass der FFC gewinnt, „3:1 geht’s  aus“, gibt er sich siegessicher. Hier widerspricht ihm Bayram: „So leid es mir für Mike tut, aber wir werden gewinnen.“
 
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