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Sonntag 06.11.16 16:11 Uhr|Autor: Sven Bock
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BFC-Doppelschlag beendet die Babelsberger Siegträume

MIT GALERIE: Berliner gewinnen durch zwei späte Treffer mit 2:1 gegen Nulldrei / Verdacht auf Rippenbruch bei Andis Shala
Der SV Babelsberg 03 hat am Sonntag einen möglichen Heimerfolg gegen den BFC Dynamo noch in den letzten Minuten aus der Hand gegeben. Durch einen späten Doppelschlag gewannen die Berliner mit 2:1.

Bei den Babelsbergern lief kurz nach seiner Verpflichtung ein neues Gesicht von Anfang auf: Nader El-Jindaoui hatte erst am Freitag einen Vertrag bei den Nulldreiern unterschrieben. In den vergangenen Wochen hatte der 19-jährige Mittelfeldspieler bei den Filmstädter bereits mittrainiert und brauchte entsprechend wenig Eingewöhnungszeit. Babelsberg-Trainer Cem Efe: "Nader hat sich im Training super präsentiert. Mit ihm kann man viel Spaß haben. Er hat ein Riesenpotenzial und kann den Verein nach vorne bringen." In einigen guten Szenen zeigte El-Jindaoui seine Qualitäten und scheute sich trotz seines jungen Alters vor keinem Zweikampf.


GALERIE SV Babelsberg 03 - BFC Dynamo

Ähnlich präsentierte sich über mehr als 70 Minuten auch der Rest der Babelsberger Mannschaft. Die Nulldreier bestimmten klar die Partie gegen die Berliner, die lange Zeit offensiv keine Mittel gegen die sicher stehende Defensive der Hausherren fanden. Einziges Manko der Gastgeber war erneut die Chancenverwertung: Schon nach wenigen Sekunden prüfte El-Jindaoui BFC-Keeper Bernhard Hendl das erste Mal mit einem Fernschuss. Der Torwart konnte den Ball noch gerade so über die Latte lenken. Auch in den nächsten beiden Szenen stand der Berliner Schlussmann im Mittelpunkt. In der 6. Minute lief Matthias Steinborn alleine auf Hendl zu - und scheiterte am Fuß des Torwarts. Und in der 21. Minute lenkte der Keeper einen Kopfball von Erdal Akdari noch mit den Fingerspitzen um den Pfosten.

Die Führung in der 28. Minute durch die Hausherren war zu dem Zeitpunkt mehr als verdient. Akdari scheiterte dieses Mal an der Querlatte, doch den Abpraller drückte Steinborn aus kurzer Distanz mit dem Kopf über die Linie zum 1:0 für Babelsberg.

Einen ruhigeren Nachmittag hatte bis dahin Nulldrei-Keeper Marvin Gladrow, der erst nach einer halben Stunde den ersten Gäste-Schuss von Kai Pröger parieren musste. Kurz vor dem Seitenwechsel standen beide Keeper erneut im Fokus: Auf der einen Seite fischte Gladrow den Ball nach einer Ecke noch von der Torlinie - oder stand er schon dahinter? Schiedsrichter Felix-Benjamin Schwermer ignorierte die Forderungen der Berliner nach einem Torpfiff und ließ weiterlaufen. Gladrow schlug den Ball gleich weit in die gegnerische Hälfte und Hendl rammte weit vor seinem Kasten Nulldrei-Angreifer Andis Shala mit dem Knie um. Für den Stürmer hatte das schlimme Folgen: Shala war zwischenzeitlich kurz weggetreten, krampfte und drohte seine Zunge zu verschlucken. Bange Blicke richteten sich auf die Spielhälfte der Berliner. Nach sofortiger medizinischer Behandlung konnte er kurze Zeit später den Platz wieder auf den eigenen Beinen verlassen. Anfang der 2. Hälfte versuchte es Shala sogar nochmal auf dem Rasen, aber Schmerzen in der Brust zwangen ihn doch zur Auswechslung. "Wir vermuten einen Rippenbruch", lautete anschließend die erste mögliche Diagnose von Trainer Efe. Schiedsrichter Schwermer zückte dafür nur Gelb.

Die Gastgeber kamen nach dem Wechsel kurze Zeit aus dem Tritt. Der BFC übernahm etwas mehr die Spielkontrolle, ohne aber wirkliche Gefahr auszustrahlen. Nach einer Viertelstunde fingen sich die Nulldreier wieder und drückten auf den zweiten Treffer. Die dickste Chance dazu hatte in der 81. Minute Steinborn, der erneut alleine auf Hendl zulief - und am Pfosten scheiterte.

Kurz darauf bewahrheitete sich erneut die alte Fußballwahrheit, dass du für das Auslassen solch klarer Gelegenheiten in der Regel auch bestraft wirst. In der 83. Minute zog der kurz zuvor eingewechselte Otis Breustedt aus 18 Metern einfach mal ab und von der Schulter von Laurin von Piechowski noch abgefälscht schlug der Ball im Babelsberger Netz ein. Und es sollte nur 120 Sekunden später noch dicker kommen für die Hausherren: Pröger konnte über rechts nicht gestoppt werden und brachte den Ball von der Grundlinie scharf herein. Am kurzen Pfosten versenkte Dennis Srbeny die Kugel zum glücklichen 2:1-Siegtreffer aus Berliner Sicht.

Ähnlich sah es auch BFC-Coach Rene Rydlewicz: "Wir waren 60 Minuten nicht die bessere Mannschaft. Babelsberg hat es sehr gut gespielt, war aggressiver und hat unsere gefährlichen Offensivspieler aus der Partie genommen. Am Ende haben wir alle Herz und Leiderschaft reingeworfen und das Spiel noch umgebogen. Ingesamt war es auf jeden Fall ein glücklicher Sieg."

Zu dem Schluss kam auch Nulldrei-Coach Cem Efe: "Ich bin sehr enttäuscht, weil unser Aufwand heute wirklich enorm war. Wir hatten über mehr als 70 Minuten die größeren Spielanteile. Aber wir müssen auch das 2:0 machen. Für mich war die Aktion vor der Pause eine klare Rote Karte, dann geht die Partie vielleicht anders aus. Die Mannschaft hat super gekämpft, aber sich am Ende nicht belohnt."

 
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