
Vor allem die Intensität stach beim Fortuna-Duell in der Regionalliga West zwischen den Düsseldorfern und dem Tabellenführer aus Köln heraus. Von Beginn an war es ein Spiel, das mit hochintensiven Zweikämpfen geführt wurde. Die Vorgeschichte aus dem Hinspiel rund um Kölns David Haider Al Azzawe, der Mechak Quiala Tito rassistisch beleidigt haben soll, jedoch freigesprochen wurde, befeuerte das Ganze noch stärker.
Die fast 1000 Fortuna-Anhänger im Paul-Janes-Stadion sorgten bei jedem Ballkontakt des Innenverteidigers für ein Pfeifkonzert. Spätestens ab dem ersten harten Zweikampf zwischen Quiala Tito und Al Azzawe in der 23. Minute war klar: Es wird ein emotionaler Nachmittag in Flingern.
Es folgte Rudelbildung auf Rudelbildung, es gab Diskussion um Diskussion und der Schiedsrichter verteilte Gelbe Karten en masse. „Es war schon ein insgesamt etwas emotionaleres Spiel. Da hätte ich mir in Teilen vom Schiedsrichter vielleicht ein bisschen mehr Ruhe gewünscht“, sagte Düsseldorfs Trainer Jens Langeneke. Auch die beiden Fanlager trugen dazu bei, dass von allen Seiten ein Feuer entfacht wurde. Der Unparteiische hatte dabei keinen leichten Job, handelte aber häufig zum Unmut der Düsseldorfer.
Entscheidend wurde es gegen Ende der ersten Hälfte: In der 40. Minute sah Kilian Sauck die Gelbe Karte – noch ohne Folgen. Nur vier Minuten später schickte Lütke-Kappenberg den 19-Jährigen jedoch vorzeitig unter die Dusche. Nach einem Zweikampf zwischen Sauck und dem ehemaligen „Zwote“-Akteur Kevin Brechmann entschied der Unparteiische auf Freistoß für die Gäste – Sauck machte deutlich, überhaupt nicht einverstanden zu sein. Der Schiedsrichter richtete den Fokus erst auf Simon Vu, der eine Gelbe Karte wegen Wegschießen des Balles sah. Nach der anschließenden Rudelbildung zeigte er Sauck dann die Gelb-Rote Karte.
Die Entscheidung sorgte bei allen Düsseldorfer Spielern, Trainer Langeneke und dem Publikum für großes Unverständnis. Düsseldorfs Trainer äußerte sich im Nachhinein zum Platzverweis: „Es wurden viele Situationen etwas drüber vielleicht auch angezündet, auch die Situation mit der Gelb-Roten Karte. Da müssen wir uns den Vorwurf gefallen lassen, dass gepfiffen ist. Es ist ein Freistoß. Ich glaube, der Schiedsrichter hatte in dem Moment nicht vor, eine Gelbe Karte zu geben“, sagte der 49-Jährige und erklärte weiter: „Dann holt sich Simon Vu durch Ballwegschießen eine Gelbe Karte ab und löst damit die Rudelbildung aus. Da hat sich der Schiedsrichter aus meiner Sicht komplett mitreißen lassen und in dem ganzen Getümmel Gelb-Rot gezogen. Das war aus meiner Sicht überzogen, aber so ist es.“
Bitter, da der Platzverweis massive Auswirkungen auf den Spielverlauf nahm. Die Düsseldorfer waren voll im Spiel und brachten das 0:0 noch in die Pause, taten sich jedoch in 45 Minuten Unterzahl schwer und mussten sich am Ende mit 0:2 geschlagen geben. „Mit der Gelb-Roten Karte innerhalb von fünf Minuten hatten wir in der zweiten Halbzeit auf Strecke nicht mehr die Körner, um dagegen zu halten“, erklärte Langeneke.