2026-03-25T14:09:28.761Z

Spielvorbericht

Zwischen Wiederaufstieg und Realität

Als ungeschlagener Wintermeister schien der Weg des VfL Meiningen 04 in dieser Saison eigentlich klar vorgezeichnet. Die Theaterstädter hatten sich in der Hinrunde eine glänzende Ausgangsposition erarbeitet, die Rückkehr in die Thüringenliga schien greifbar.

von André Hofmann · Heute, 07:32 Uhr · 0 Leser
– Foto: Artur Kraus

Doch die ersten Wochen des Jahres 2026 haben das Bild verändert: Niederlagen gegen Hildburghausen und Ohratal, dazu ein torloses Remis gegen Schlusslicht Ifta – aus fünf Spielen holte der VfL nur sieben Punkte und rutschte von Platz eins auf Rang drei ab.

Für VfL-Kapitän Marcus Weyer ist die aktuelle Delle kein Zufall. „Aus meiner Sicht ist es eine Mischung aus mehreren Faktoren, aber ganz vorne stehen natürlich aktuell unsere personellen Probleme“, sagt der 37-Jährige. Vor allem die Ausfälle wiegen schwer: „Wenn gleich fünf Schlüsselspieler ausfallen, dann reißt das automatisch Lücken. Nicht nur spielerisch, sondern auch in Sachen Erfahrung und Stabilität.“ Dazu fehle aktuell die Leichtigkeit aus der Hinrunde – und auch das nötige Spielglück.

Weyer denkt über den Sommer hinaus

Dass Weyer die Lage so klar einordnet, kommt nicht von ungefähr. Der Meiniger Kapitän ist das Gesicht einer erfolgreichen Generation und könnte in dieser Saison bereits zum dritten Mal innerhalb von zehn Jahren den Aufstieg in die Thüringenliga schaffen. Nach 2018 und 2024 wäre es der nächste große Erfolg – auch wenn beide Gastspiele in Thüringens höchster Spielklasse bislang nur immer ein einjähriges Intermezzo waren.

Vielleicht sind es gerade diese Erfahrungen, die Weyers Blick auf die Situation prägen. „Natürlich strebt man als Sportler das Maximale an und möchte so erfolgreich wie möglich sein. Aber hier geht es in erster Linie nicht um mich, sondern um den gesamten Verein“, sagt er. Die entscheidende Frage sei, ob ein direkter Wiederaufstieg wirklich sinnvoll sei – oder ob es nicht darum gehen müsse, „etwas Nachhaltiges aufzubauen“. Für den Sommer hat Weyer bereits klare Vorstellungen: „Dazu benötigt es meiner Meinung nach drei bis vier Neuzugänge, die jung und hungrig sind und in die Mannschaft passen. Manchmal muss man einfach mal frischen Wind in eine Truppe bringen, um das Feuer wieder zu entfachen.“

Derby unter Flutlicht als Chance zur Wende

Bevor in Meiningen jedoch über den Sommer gesprochen wird, wartet am Freitagabend erst einmal ein Spiel, das für neue Energie sorgen könnte: das Derby gegen den 1. Suhler SV 06. Im Fußballkreis Rhön-Rennsteig bietet sich dem VfL die große Chance, den Negativtrend zu stoppen und wieder ein Zeichen im Aufstiegsrennen zu setzen.

Weyer schaut dabei weniger auf den Gegner als auf die eigene Mannschaft. „Ich kenne unsere Stärken und weiß, was wir leisten können, wenn jeder sein Maximum aus sich rausholt. Wir müssen nur langsam wieder anfangen, an uns zu glauben und uns auf unsere Basics zu konzentrieren.“ Dass gegen Suhl vor allem andere Tugenden gefragt sind, ist ihm bewusst: „In solchen Spielen zählen weniger die spielerischen Phasen, sondern mehr Einsatz, Wille und Laufbereitschaft.“ Seine Botschaft ist klar: „Freitagabend, Flutlicht, wir sind bereit und wollen endlich wieder einen Sieg einfahren.“

Aus dem Gejagten ist ein Jäger geworden – vielleicht einer, der die Beute Thüringenliga nicht zwingend in dieser Saison erlegen muss. Doch das Derby gegen Suhl kann ein erster Schritt sein, um den alten Glauben zurückzuholen.