
Zuerst gab Trainer Kevin Pfeifer sein Amt ab, wenig später übernahm Co-Trainer Christian Hatzky als neuer Chef an der Seitenlinie. Zusätzlich sorgte der Rücktritt von Bertram Schreiber, dem 2. Vorsitzenden des Vereins und (ehemaligen) TFV-Vizepräsidenten – sowie Vater von Mannschaftskapitän Christian Schreiber – für zusätzliche Schlagzeilen.
Trotz aller Unruhe gelang der SpVgg zuletzt ein wichtiger Befreiungsschlag: Im Heimspiel gegen den FC 02 Barchfeld feierte das Team einen 3:1-Sieg. Nun wartet am Wochenende beim Tabellenzweiten FSV 06 Ohratal eine echte Herausforderung.
FuPa Thüringen: Christian, die letzten Wochen waren sehr turbulent für euch – Trainerwechsel, Rücktritt deines Vaters als TFV-Vizepräsident. Wie hat die Mannschaft diese Unruhe wahrgenommen und verkraftet?
Christian Schreiber: In Steinach hat man ganz klar gemerkt, dass die Unruhe der letzten Wochen noch in den Köpfen hing. Der Fokus auf den Fußball war logischerweise nicht bei 100 Prozent. Wir haben daher versucht, in den Trainingseinheiten wieder den Spaß am Fußball in den Vordergrund zu stellen. Das war im Nachhinein eine sehr gute Entscheidung, weil es uns geholfen hat, wieder lockerer zu werden und den Kopf frei zu bekommen.
FuPa Thüringen: Dein Vater hat als 2. Vorsitzender in Siebleben und als TFV-Vizepräsident eine wichtige Rolle gespielt und ist nun von seinem Ehrenamt beim Fußball-Landesverband zurückgetreten. Möchtest du zu dieser Situation etwas sagen?
Christian Schreiber: Ich kann und möchte nur so viel sagen: Mein Vater hat immer seine offene und ehrliche Meinung gesagt und hatte seinen festen Standpunkt – den hat er nie verraten. Über viele Jahre hat er sein Amt im TFV ehrenamtlich ausgeübt und musste sich dabei einiges anhören. Meinungen gehen nun mal auseinander, das gehört dazu. Aber eins ist klar: Er wird niemals sein Gesicht verlieren, weil er immer ehrlich war – vor allem zu sich selbst.
Welche genauen Beweggründe ihn zu seinem Rücktritt bewogen haben, weiß ich nicht, und wir haben auch nicht darüber geredet. Mussten wir auch nicht. Ich weiß einfach, dass er für sich die richtige Entscheidung getroffen hat. Dafür bekommt er von mir immer Rückhalt!
Was ich persönlich sehr schade finde, ist die Art und Weise, wie er „verabschiedet“ wurde. Ein Zweizeiler in der Presse wird seiner jahrelangen Arbeit und dem Herzblut, das er investiert hat, einfach nicht gerecht. Da hätte man definitiv eine bessere Lösung finden können – oder sogar müssen.

FuPa Thüringen: Vergangene Woche konntet ihr gegen den FC 02 Barchfeld gewinnen. Wie wichtig war dieser Erfolg und habt ihr das Gefühl, dass ihr jetzt wieder voll da seid?
Christian Schreiber: Der Sieg gegen Barchfeld war enorm wichtig – gerade nach den Ereignissen der letzten Wochen. Noch wichtiger war er aber für die Mannschaft an sich. Man hat gemerkt, dass der Spaß zurückgekehrt ist, die Köpfe wieder klar sind und der Wille da ist, alles auf dem Feld zu geben.
Wir haben in den letzten Wochen hart gearbeitet, und zum Glück konnten wir uns endlich belohnen. Ob wir schon alle wieder bei 100 Prozent sind, kann ich nicht für jeden einzelnen sagen – das muss jeder selbst einschätzen. Aber es war auf jeden Fall wieder eine geschlossene Mannschaftsleistung erkennbar, und das macht mich sehr zuversichtlich.
FuPa Thüringen: Am Wochenende wartet mit dem Tabellenzweiten FSV 06 Ohratal ein richtiges Schwergewicht. Wie wollt ihr diesem Gegner etwas entgegensetzen?
Christian Schreiber: Zuerst einmal ziehe ich den Hut vor Ohratal – vor allem vor Kiwi, ihrem Trainer. Er hat der Mannschaft eine klare Struktur gegeben und mit gezielten Verstärkungen ein sehr starkes Team aufgebaut.
Für uns wird es darauf ankommen, dass jeder Einzelne im Kopf klar ist und alles gibt. Es braucht eine geschlossene Mannschaftsleistung – vorne beginnt die Verteidigung und hinten das Angriffsspiel. Wir wollen uns dabei gar nicht groß am Gegner orientieren. Natürlich kennt man Schlüsselspieler, aber wir haben unseren eigenen Spielstil und das Selbstvertrauen, diesen auch auf den Platz zu bringen.
Wir müssen kompakt stehen, den Ball sicher laufen lassen, Zweikämpfe annehmen, effizient sein und eine hohe Laufbereitschaft zeigen. Wenn uns das gelingt, erwarte ich ein Spiel auf Augenhöhe. Ich gehe immer positiv in ein Spiel – mein Ziel sind ganz klar die Punkte nach Siebleben zu holen. Wie viele es am Ende werden, sehen wir nach 90 Minuten.
FuPa Thüringen: Vielen Dank für das Gespräch, Christian, und viel Erfolg für das Spiel am Wochenende!