
Klare Rollen, aber keine einfache Aufgabe: Der Tabellenzweite trifft auf einen abstiegsbedrohten Gegner – und stellt sich auf Widerstand ein.
Die Tabellenlage ist eindeutig, die Tonlage bewusst vorsichtig. Wenn der VfR Evesen am Sonntag den TV Stuhrempfängt, trifft der Tabellenzweite auf einen Gegner aus dem Tabellenkeller. Doch für Trainer Burak Buruk liegt genau darin die Herausforderung.
„Stuhr ist bei uns zu Gast. In der Tabelle stehen sie einen Platz unter dem Relegationsplatz. Das heißt, für diese Mannschaften geht es jetzt langsam um alles“, sagt Buruk. Entsprechend erwartet er eine intensive Partie: „Die werden sich absolut wehren. Es wird wieder ein sehr unangenehmes Spiel.“
Die Ausgangslage spricht dennoch für VfR Evesen. Nach dem 5:1-Erfolg im Nachholspiel gegen TuS Leese 1912 geht die Mannschaft mit 50 Punkten als erster Verfolger von Spitzenreiter SC Twistringen in den Spieltag. Doch die Rollenverteilung ist für Buruk zweitrangig. „Für uns ist es wichtig, dass wir von Anfang an konzentriert und diszipliniert in die Aufgabe gehen. Kein Gegner wird unterschätzt.“
Stattdessen formuliert er den Anspruch grundsätzlicher: „Wir sehen die Spiele Woche für Woche als Finalspiele an.“ Die Konsequenz daraus ist klar: „Es ist wichtig, dass wir über 100 Prozent kommen und 95 Minuten voll konzentriert sind.“
Auch personell kann Evesen nahezu aus dem Vollen schöpfen. „Alle sind an Bord, auch mein Kapitän ist wieder dabei“, sagt Buruk.
Die Herausforderung liegt vielmehr in der Spielanlage des Gegners. „Uns erwartet wahrscheinlich wieder ein tief stehender Gegner“, erklärt der Trainer. Viele Teams verteidigten gegen VfR Evesen „im 4-4-2 oder mit einer Fünferkette im tiefen Block und spielen auf Konter“.
Gefährlich wird es dabei vor allem über eine zentrale Figur im Angriff des TV Stuhr. „Stuhr hat einen sehr guten Stürmer, der knapp 20 oder über 20 Tore gemacht hat. Er ist dort die halbe Miete“, sagt Buruk über Jonah Hellmers. „Wenn Gefahr entsteht, dann meistens über ihn. Da müssen wir schauen, dass wir ihn in den Griff bekommen.“
Grundsätzlich aber will VfR Evesen bei sich bleiben. „Wir werden aber nichts Besonderes machen, sondern unser Spiel durchziehen.“ Entscheidend sei vor allem die Kontrolle im eigenen Ballbesitz: „Da ist es wichtig, dass wir in der Vorwärtsbewegung keine einfachen Ballverluste haben.“
Gelingt das, zeigt sich Buruk zuversichtlich: „Dann bin ich optimistisch, dass wir unser Spiel durchdrücken und die drei Punkte mit Leidenschaft in Evesen behalten.“