2026-05-06T12:44:31.715Z

Allgemeines

Zwischen Befreiungsschlag und letzter Hoffnung

Emslage empfängt Salzbergen

von p.s. · Gestern, 22:39 Uhr · 0 Leser
– Foto: Florian Egbers

Wenn am Freitagabend der Tabellenletzte VfL Emslage den SV Alemannia Salzbergen empfängt, prallen zwei Mannschaften aufeinander, die trotz unterschiedlicher Ausgangslagen einiges verbindet: Beide Teams wissen, dass die kommenden Wochen entscheidend sind – für den Klassenerhalt auf der einen, für ein versöhnliches Saisonfinish auf der anderen Seite. Wir haben vor der Partie mit beiden Trainern gesprochen.

Salzbergen wittert die große Chance

Für die Alemannia ist die Ausgangssituation klar umrissen. Mit 27 Punkten rangiert das Team von Trainer Andre Meiners auf Platz 13 und hat sich mit dem jüngsten Sieg gegen Werlte in eine „sehr gute Ausgangsposition für den Saisonendspurt“ gebracht, wie der Coach betont. Es sei ein „wichtiger und vor allem hochverdienter Sieg“ gewesen, bei dem seine Mannschaft „über weite Strecken der Partie eine sehr reife und souveräne Leistung gezeigt“ habe.

Doch Meiners warnt eindringlich vor Übermut. „Der entscheidende Schritt ist immer der schwierigste“, sagt er – und meint damit das Auswärtsspiel beim Schlusslicht. Ein Selbstläufer werde die Partie keinesfalls. Der Blick auf die jüngere Bilanz des Gegners unterstreicht diese Einschätzung: Emslage kassierte in den vergangenen acht Spielen lediglich vier Niederlagen. „Das ist Warnung genug“, so Meiners.

Mit Respekt spricht der Salzbergener Trainer über die Moral des Gegners. „Ich ziehe meinen Hut vor den Jungs aus Emslage, die sich trotz der nahezu aussichtslosen Lage auch weiterhin in jedes Spiel reinhängen.“ Besonders hebt er die Arbeit des Trainerteams um Oliver und Johannes hervor. In der Rückrunde spiele Emslage „befreit auf, spielt mutig nach vorne und wirft alles rein“.

Gleichzeitig reist die Alemannia mit breiter Brust an. In den vergangenen sechs Partien musste man sich lediglich Spitzenreiter Union Lohne knapp mit 1:2 geschlagen geben. „Dennoch gehen auch wir selbstbewusst in das Spiel“, betont Meiners. Ziel sei es, „einen weiteren großen Schritt in Richtung Klassenerhalt zu machen und die Punkte aus dem Werlte-Spiel zu vergolden“.

Personell allerdings muss Salzbergen erneut improvisieren. Neben den Langzeitausfällen Lars Hövels, Phil Fockers und Timon Kaiser fehlen auch Kevin Drees (Urlaub) sowie Kapitän Tim Berger (privat verhindert). Immerhin kehrt Jonas Grund in den Kader zurück.

Emslage setzt auf Disziplin und Heimstärke

Auf der anderen Seite steht der VfL Emslage mit 13 Punkten am Tabellenende. Der Rückstand ist beträchtlich, die Lage schwierig – doch Aufgeben ist keine Option. Trainer Oliver Peters blickt trotz der jüngsten Niederlage gegen Altenlingen mit einem gewissen Stolz auf die Leistung seiner Mannschaft zurück. Man habe „vom Taktischen eine sehr disziplinierte Leistung und auch von der Einstellung eine sehr gute Leistung gebracht“.

Nun wartet mit Salzbergen „ein Gegner, der zumindest in Reichweite ist – jetzt nicht auf Augenhöhe, aber das Kräfteverhältnis ist nicht so krass wie Altenlingen gegen uns“, ordnet Peters ein. Es ist das vorletzte Heimspiel der Saison, entsprechend groß ist der Wunsch, noch einmal Zählbares mitzunehmen: „Da wünschen wir uns natürlich, dass wir auch noch mal einen Punkt mitnehmen oder einen Heimsieg landen können.“

Dass Salzbergen derzeit gut in Form ist, weiß auch der Emslager Coach. Die Alemannia sei „in der Theorie jetzt noch nicht ganz durch, aber auf einem sehr, sehr guten Weg zum Klassenerhalt“. Peters erwartet eine „ausgeglichene, kämpferische Mannschaft“, die „mit Sicherheit so auf das Umschaltspiel forciert ist“.

Mut macht der Blick zurück auf das jüngste Heimspiel: „Beim letzten Heimspiel hat es ja noch geklappt mit dem Sieg, beim Derby gegen Schwefingen. Von daher können wir das gerne am Freitagabend wiederholen“, sagt Peters – wohlwissend, dass nur mit derselben Disziplin und Einsatzbereitschaft erneut etwas möglich sein wird.

Viel Brisanz im Tabellenkeller

Die Tabelle verleiht der Partie zusätzliche Schärfe. Während Salzbergen auf Rang 13 jeden Punkt benötigt, um sich endgültig von der Abstiegszone abzusetzen, kämpft Emslage darum, die Minimalchance am Leben zu halten und sich würdig aus der Saison zu verabschieden.

Für die Gäste geht es um den nächsten Schritt in Richtung Klassenerhalt – für die Gastgeber um Hoffnung, Stolz und ein Zeichen an die Konkurrenz. Es ist die klassische Konstellation eines Duells im Tabellenkeller: Der Favorit darf sich keinen Ausrutscher erlauben, der Außenseiter hat nichts zu verlieren.

Die Bühne ist bereitet für einen intensiven Freitagabend. Anpfiff ist dann am Freitagabend in Emslage um 19:30 Uhr.