
Der FC Viktoria Thiede und der KSV Vahdet Salzgitter haben sich in einem intensiven Duell mit 2:2 getrennt. Thiede ging zweimal in Führung, Vahdet kam jeweils zurück. Nach einer starken ersten Halbzeit verlor Thiede nach der Pause den Faden, während Vahdet immer mehr Kontrolle übernahm. In der Schlussphase wurde es hektisch: Thiede musste nach einer Roten Karte in Unterzahl zu Ende spielen.
Der Start gehörte klar den Gastgebern. Bereits nach zwei Minuten brachte Devin Joel Liehr den FC Viktoria in Führung. Nach Angaben von Thiedes Trainer Yüksel Altinkaya setzte seine Mannschaft den zuvor ausgearbeiteten Matchplan zunächst nahezu ideal um. „Wir hatten einen klaren Matchplan, sind sehr früh in Führung gegangen, und die Jungs haben wirklich super umgesetzt, was wir vorhatten.“
Dem frühen 1:0 war eine Hereingabe von Tiziano Marteddu vorausgegangen. Devin Joel Liehr sprintete in den Strafraum und vollendete. „Das war super gemacht: Hereingabe von Tiziano Marteddu und Devin Joel Liehr ist wirklich in Stürmermanier in den 16er reingesprintet und hat das Tor gemacht.“
Thiede blieb anschließend bei seinem Plan. Die Gastgeber sorgten wiederholt für Gefahr und wollten Vahdet vor allem im Mittelfeld den Raum nehmen. „Wir haben es wirklich sehr, sehr gut gemacht, haben immer wieder für Gefahr gesorgt, immer wieder gute Sachen gemacht und haben das Mittelfeld von denen kaltgestellt. Die konnten kaum ihr Spiel aufziehen.“
Auch die Ballbesitzphasen der Gäste änderten aus Sicht von Yüksel Altinkaya zunächst wenig am Spielbild. „Natürlich hat der Gegner auch Ballbesitzphasen gehabt, aber diese Ballbesitzphasen waren in der neutralen Zone, in deren Hälfte. Die beiden Sechser, worüber das ganze Spiel läuft, waren komplett abgemeldet, das haben die Jungs super gemacht.“
Vahdet fand jedoch zunehmend in die Partie. In der 24. Minute erzielte Mehmet Emre Bayrakdar den Ausgleich. „Und dann machen wir im Aufbau einen katastrophalen Fehler, wirklich einen katastrophalen Fehler.“ Thiede habe den Ball ohne Not ins Zentrum gespielt und verloren. Der anschließende Schuss wurde abgefälscht und landete zum 1:1 im Tor. „Kriegen aus dem Nichts das 1:1, völlig unnötig. Ich weiß gar nicht, wie das passieren konnte.“
Die Gastgeber ließen sich davon zunächst nicht aus dem Konzept bringen. Noch vor der Pause stellte Devin Joel Liehr den alten Abstand wieder her. „Wir haben dann verdient durch ein wunderbar herausgespieltes Tor, diesmal über die rechte Seite, auch wieder mit Devin Liehr als Abnehmer, über die rechte Seite mit Can Özgür, 2:1 völlig verdient in die Kabine gegangen.“
Auch nach Wiederbeginn setzte Thiede seinen Plan zunächst fort. Doch nach den ersten 15 Minuten der zweiten Halbzeit veränderte sich das Bild. Vahdet übernahm zunehmend die Initiative, während Thiede nach eigener Einschätzung den Zugriff verlor. „Dann, aus welchen Gründen auch immer, haben wir komplett den Faden verloren und nicht mehr unseren Matchplan eingehalten.“
Das Trainerduo des KSV, Yasin Bayrakdar und Abdülbaki Hot, hatte den frühen Rückstand ebenfalls als Folge eines Fehlers gesehen. „Wie zu erwarten, startete Thiede von Beginn an mit hohem Tempo und erwischte uns direkt eiskalt. Eine Unachtsamkeit wurde sofort bestraft und führte früh zum 1:0. Zu diesem Zeitpunkt waren wir noch nicht ganz im Spiel angekommen.“
Mit zunehmender Spieldauer fand Vahdet besser in die Partie. „Im weiteren Verlauf fanden wir immer besser in die Partie und erzielten den verdienten Ausgleich. Danach entwickelte sich ein ausgeglichenes Derby, in dem wir weiter an uns glaubten und uns nicht aus dem Konzept bringen ließen.“
In der 58. Minute fiel schließlich der erneute Ausgleich. Leroy-Obinna Uche traf zum 2:2. Für Yüksel Altinkaya war der Treffer angesichts der Entwicklung nach der Pause keine Überraschung. „Vahdet hat immer mehr Oberhand bekommen und hat dann in der zweiten Halbzeit tatsächlich das Spiel auch kontrolliert, und wir sind immer nur noch hinterhergelaufen. Und das ist nicht unser Anspruch.“ Er fügte hinzu: „Es war eine Frage der Zeit, wann das 2:2 fällt.“
Thiede hatte seinerseits noch die Chance, erneut in Führung zu gehen. Nach einem Eckball kam Cagatay Uzunhan frei zum Kopfball, setzte den Ball jedoch am Tor vorbei. Kurz darauf bot sich Simon Toprakli eine weitere große Gelegenheit. Er hätte aus Sicht des Thieder Trainers selbst abschließen können, entschied sich aber für einen Rückpass.
In der Schlussphase wurde die Partie schließlich hektisch. Nach einem Ballverlust im Zentrum lief Thiede in einen Konter. Dennis Schmidt musste den Angriff mit einer Notbremse stoppen und sah dafür die Rote Karte. Thiede musste die letzten Minuten somit mit zehn Spielern bestreiten.
Auch Vahdet sah darin noch eine Möglichkeit, das Spiel komplett zu drehen. Yasin Bayrakdar und Abdülbaki Hot beschrieben die Schlussminute so: „Dennoch wäre in der Schlussminute sicherlich noch mehr drin gewesen: Unser Stürmer Leroy Uche wäre allein auf den Torwart zugelaufen, wurde jedoch durch eine Notbremse von den Beinen geholt.“
Am Ende blieb es beim 2:2. Für das Vahdet-Trainerduo war die Punkteteilung insgesamt folgerichtig: „Am Ende geht die Punkteteilung insgesamt in Ordnung.“ Yüksel Altinkaya kam ebenfalls zu diesem Ergebnis, allerdings mit deutlicher Enttäuschung über den Verlauf: „Zweite Halbzeit katastrophal, leider, und deswegen am Ende des Tages ein gerechtes Unentschieden aus meiner Sicht.“
Vor allem die Entwicklung nach der Pause beschäftigte den Thieder Trainer. „Wenn es aufgrund der Torchancen gerecht, aufgrund der Spielanteile, erste Halbzeit, zweite Halbzeit auch, muss ich sagen.“ Dennoch überwog bei ihm die Unzufriedenheit über die eigene Leistung nach der Pause: „Aber trotzdem bin ich allgemein halt unzufrieden, weil die zweite Halbzeit einfach aufgehört hat, Fußball zu spielen.“
Beide Mannschaften bleiben damit nach vier Spieltagen bei sieben Punkten. Für den KSV Vahdet Salzgitter geht es am Sonntag, 6. September, um 15 Uhr zu Hause gegen den SV Innerstetal weiter. Der FC Viktoria Thiede empfängt am selben Tag um 15 Uhr den TSV Üfingen.