
Spätes Glück für den SV Todesfelde. Im letzten Heimspiel der diesjährigen Oberliga-Saison konnte die Mannschaft von Trainer Björn Sörensen vor 255 Zuschauern im Joda-Sportpark den Heider SV durch ein Eigentor von Mika Kieselbach (86.) sowie durch einen Treffer von Jan-Marc Schneider (87.) erst in den Schlussminuten in die Knie zwingen. Der Vizemeister der Vorsaison verkaufte sich dabei gegen den neuen Titelträger über weite Strecken sehr gut und bleibt damit vor dem letzten Spieltag weiterhin auf dem 7. Platz.
In einem guten Oberligaspiel musste der neue Meister kurzfristig auf seinen erkrankten Torjäger Morten Liebert verzichten. Ebenso fehlte Max Musci aufgrund einer Gelbsperre.
Während bei den Gastgebern in der ersten Halbzeit oft die letzte Inspiration und geistige Frische fehlte, spielten die Dithmarscher bei sommerlichen Temperaturen sehr befreit und mutig auf. Todesfelde wurde meist nur gefährlich, wenn dessen Angriffe über die linke Seite über Janek Sternberg liefen. Doch die kompakte Abwehrformation der Dithmarscher erwischte im Joda-Sportpark einen guten Tag und blieb in den Luftduellen meist siegreich. Dennoch kamen Janek Sternberg und Benjamin Petrick zu einigen guten Abschlüssen, und auch die Heider Chancen von Azat Selcuk, der einmal knapp über und einmal knapp neben das Tor zielte, waren hochwertig.

Die beste Chance der Dithmarscher versiebte Hendrik Fleige kurz vor der Pause, als er zunächst geblockt wurde und dann mit dem Nachschuss an Torhüter Fabian Landvoigt scheiterte.
Unmittelbar nach der Pause verpasste erneut Hendrik Fleige eine scharfe Hereingabe von Tarek von Böhlen nur knapp.
Nach dem Seitenwechsel erhöhten die Gastgeber deutlich die Schlagzahl, und der aufmerksame Christopher Thomsen im Tor der Gäste wurde nun häufiger gefordert. Dabei konnte er sich gegen Janek Sternberg, Mats Klüver und Jan-Marc Schneider auszeichnen. Zwei Schüsse von Benjamin Petrick senkten sich nur knapp über das Tor.
Pech hatten die Hausherren, als ihnen nach einem vermeintlichen Foulspiel an Noel Denis ein Elfmeter verwehrt blieb. Wenig später musste Denis, der gerade erst aus einer Verletzung zurückkam, mit Verdacht auf eine Zerrung ausgewechselt werden.

Glück hatten die Gastgeber, als Torhüter Fabian Landvoigt gegen den auf ihn anlaufenden Mika Kieselbach klären wollte und dabei unglücklich den Heider traf, sodass der Ball knapp am Tor vorbeiging.
Recht glücklich kam der neue Meister dann nach einem abgefälschten Freistoß von Standardspezialist Mats Klüver zum Führungstreffer, als Mika Kieselbach (86.) den Ball an der Nase traf und dieser den Weg ins Tor fand.
In Unterzahl – Mika Kieselbach musste wegen Nasenbluten behandelt werden – kassierten die Dithmarscher dann nach eigenem Einwurf nur sechzig Sekunden später durch Jan-Marc Schneider (87.) den zweiten Gegentreffer.
Im Gegenzug hatte Thede Reimers die Doppelchance, den 1:2-Anschlusstreffer zu erzielen, doch er scheiterte zunächst an Torhüter Fabian Landvoigt und setzte dann den Nachschuss etwas überhastet knapp neben das Tor.

Trainer Markus Wichmann (Heider SV):
„Wir haben ein tolles Spiel abgeliefert und sind dafür nicht belohnt worden. Kurz vor der Halbzeit muss Fleige das 1:0 für uns machen. Meine Jungs haben heute alles rausgehauen und jeder ist an seine Grenzen gegangen.“
Geschäftsführer Hannes Nissen (Heider SV):
„Heute haben wir eine wirklich couragierte Leistung gezeigt. Die Jungs haben sich voll reingehauen. Oft fehlte nur der letzte Pass oder die Präzision im Abschluss. Dass wir in der 88. Minute einen Ball ins Gesicht bekommen und dadurch in Rückstand geraten, ist sinnbildlich für die gesamte Rückrunde. Ich persönlich freue mich auf das Saisonende – wir haben die Pause nötig und müssen mental wie körperlich die Akkus aufladen.“
SV Todesfelde: Landvoigt – Cloppatt, Jetz (65. Körting), Rave – Sternberg, Erfmann (46. Drawz), Soares (46. Denis, 76. Dodoo) – Schneider, Klüver – Awuku (80. Bektas), Petrick
Trainer: Björn Sörensen.
Heider SV: Thomsen – Hinz, Storb, Kroeger (90. Wansiedler), von Böhlen – Lambach (90. Abdelrahman), Reimers – Arndt (72. Kieselbach), Harms (83. Wolf), Selcuk – Fleige
Trainer: Markus Wichmann.
Schiedsrichter: Luca Seils (SV Preußen 09 Reinfeld)
Assistenten: Wolf-Sebastian Ohlendorf und Timo Herbert Szela
Zuschauer: 255 im Joda-Sportpark in Todesfelde
Tore: 1:0 Mika Kieselbach (86., ET), 2:0 Jan-Marc Schneider (87.)