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Interview

Zurück im Amateurbereich: »Bin begeistert von der Hingabe«

Nach langen Jahren im Profibereich hat sich Sebastian Maier im Sommer der SpVgg Landshut als Spielertrainer angeschlossen

von Helmut Weigerstorfer · 08.09.2025, 08:00 Uhr · 0 Leser
Voll dabei: Sebastian Maier fühlt sich in seiner neuen Rolle als Trainer wohl.
Voll dabei: Sebastian Maier fühlt sich in seiner neuen Rolle als Trainer wohl. – Foto: Werner Kroiß

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Er gehörte zu den auf­se­hen­er­re­gendsten Transfers auf niederbayerische Ebene in diesem Sommer: Nach langen Jahren im Profibereich (u.a. Löwen, St. Pauli, Bochum und zuletzt Unterhaching) hat sich Sebastian Maier der SpVgg Landshut als Spielertrainer angeschlossen. Nun ist der 31-Jährige also wieder Amateur - und arbeitet bei der "Spiele" auch mit seinem Papa und seinen beiden Brüdern zusammen. Der einstige Junioren-Nationalspieler dazu im FuPa-Interview...

Sebastian, zunächst einmal ganz grundsätzlich: Wie fühlt es sich an, wieder Amateur zu sein?
Da ich mich aus freien Stücken zu diesem Schritt entschlossen habe, konnte ich mich darauf vorbereiten und wusste, was auf mich zukommt. Ich bin sehr happy mit der Entscheidung.

In welchen Bereichen war die Umstellung für Dich am Schwierigsten? War sie überhaupt schwierig?
Zu Beginn waren es vielleicht die Trainingszeiten, die ja eher abends stattfinden. Da war mein Rhythmus die vergangenen Jahre ein anderer, aber auch daran habe ich mich schnell gewöhnt.

Wie nimmst Du die SpVgg Landshut nach Deiner Rückkehr wahr?
Es ist genau genommen keine Rückkehr zur SpVgg Landshut, da ich zuvor in der Jugend nicht für die „Spiele“ aktiv war. Aber auf jeden Fall eine Rückkehr nach Landshut und zu der restlichen Familie. Ich sehe die SpVgg Landshut als Verein mit sehr großem Potenzial. Zum einen wegen der Infrastruktur, zum anderen wegen der Personen, die im Verein arbeiten, ehrenamtlich helfen oder von außen unterstützen.

Welche Rolle spielt bei Landshut das familiäre - wort- und sprichwörtlich?
Ich denke, das ist das Wichtigste eines jeden Vereins, dass ein gutes Miteinander herrscht und jeder in seiner Position dafür sorgt, dass man gerne zur „Spiele“ kommt.

Dein Papa ist Vereinsboss, Dein Bruder Max ist Manager, Dein weiterer Bruder Johannes Co-Trainer - ist diese Konstellation nur ein Vorteil, weil man sich bestens kennt. Oder vielleicht auch ein Nachteil, weil zu sehr das eigene Süppchen gekocht wird?
Obwohl es von außen betrachtet zunächst sehr Maier-lastig wirken mag, ist es uns ein großes Anliegen, sicherzustellen, dass der Verein über ausreichend Korrektive in allen Positionen verfügt. So bringen beispielsweise Benedikt Neumeier als Sportvorstand oder Max Zischler im Trainerteam mit ihrem eigenen Hintergrund nicht nur eine andere Perspektive ein, sondern auch viel fachliche Qualität.

Der Ex-Profi lief erst einmal für die Spiele auf, ehe ihn eine Außenbandverletzung im Knie ausbremse. Ende September ist sein Comeback geplant.
Der Ex-Profi lief erst einmal für die Spiele auf, ehe ihn eine Außenbandverletzung im Knie ausbremse. Ende September ist sein Comeback geplant. – Foto: Norbert Herrmann

Wie professionell ist Landesliga-Fußball insgesamt?
Nach so kurzer Zeit würde ich mir noch nicht anmaßen, allgemein über die gesamte Landesliga zu sprechen. Ich kann nur beurteilen, was wir in Landshut machen. Ich denke, es gibt definitiv Stellschrauben, an denen man drehen könnte. Dennoch bin ich begeistert, mit welcher Hingabe sich hier hauptsächlich ehrenamtlich eingebracht wird.

Wie würdest Du das Niveau beschreiben? Leider konntest Du ja in dieser Saison erst ein
Spiel bestreiten, aber wie war diese Begegnung für Dich: Hast Du Dich mit den
Gegenspielern gespielt?
Die Intensität ist enorm hoch, und ich habe noch mehr Respekt vor den Jungs gewonnen: Sie
spielen auf einem beeindruckend hohen Niveau, obwohl viele von ihnen nebenbei noch einem anstrengenden 40-Stunden-Job nachgehen. Nicht jeder talentierte Fußballer wird Profi, viele landen stattdessen in der Landesliga – und gerade deshalb ist die Qualität dort bemerkenswert gut.

Und wie bist Du als Trainer angekommen? Ist das Dein Ding? Inwiefern können die Spieler handwerklich Deine Ideens umsetzen?
Ja, das ist mein Ding. Es macht mir enorm Spaß. Ich versuche aus allem etwas Positives rauszuziehen. Und wenn meine Verletzung gleich zu Beginn der Saison was Gutes hatte, dann, dass ich mich vollkommen auf das Trainer-Dasein fokussieren konnte, was sicher für meinen Start große Vorteile hatte.

Die fernab von Deiner Verpflichtung prominent verstärkte "Spiele"-Truppe wird zu den
Meisterfavoriten in dieser Spielzeit gezählt. Siehst Du das auch so?
Ich habe es natürlich mitbekommen, dass uns viele Vereine zum Favoritenkreis zählen. Das nehmen wir zur Kenntnis, lassen uns intern davon aber nicht beeinflussen. Wir haben unsere Ziele und werden weiterhin viel arbeiten, um diese zu erreichen.

Ist die zwischenzeitliche Tabellenführung für Dich nur eine Zwischenstation, die man
einfach mal so mitnimmt?
Hauptsächlich geht es mir in dieser Phase der Saison um Leistung und um die Art und Weise. Ich denke, da sind wir auf einem guten Weg, haben aber sicherlich in einigen Bereichen Luft nach oben. Sollten wir auf diesem Weg bleiben, kann man sich in der Rückrunde mal um die Tabelle kümmern.

Willst Du als Trainer ähnlich hoch hinaus wie als Spieler, oder bleibt als Coach der
Amateurberich Dein Terrain?
Grundsätzlich bin ich ein extrem ehrgeiziger Mensch und möchte das Maximale erreichen. Im
Moment liegt der Fokus daher auf unseren Zielen hier bei der „Spiele“. Außerdem habe ich parallel gerade meinen neuen Job im Marketingbereich begonnen, indem ich mich auch weiterentwickeln möchte. Aber wer weiß, was die Zeit bringt. In erster Linie bin ich gerade froh, dass mir dieser Sport, den ich liebe, auch weiterhin so viel Spaß macht.

Vielen Dank für das Gespräch - und alles Gute für die Zukunft!