2026-04-16T10:11:10.190Z

Ligabericht

Zugang, Nachrücker, Verlängerungen: Weiden plant den Kader

Durchlässigkeit vom Nachwuchs bis in den Herrenbereich als strategisches Herzstück +++ Wichtige Achse um Kapitän Behnke und Torjäger Bytomski bleibt

von PM / fw · Heute, 20:30 Uhr · 0 Leser
Geht auch nächste Saison für die SpVgg SV Weiden auf Torejagd: Patryk Bytomski (links).
Geht auch nächste Saison für die SpVgg SV Weiden auf Torejagd: Patryk Bytomski (links). – Foto: Wolfgang Zink

Die SpVgg SV Weiden setzt in der Bayernliga Nord derzeit ein Ausrufezeichen. Mit einer beeindruckenden Serie von sechs Siegen in Folge – und insgesamt sechs Erfolgen aus den letzten acht Partien – haben die Schwarz-Blauen den Grundstein für den vorzeitigen Klassenerhalt gelegt. Mit aktuell 39 Punkten rangiert das Team auf dem siebten Tabellenplatz. In den verbleibenden sechs Partien ist ein einstelliger Endrang das klare Ziel. Es ist die Bestätigung eines Weges, der seit dem Aufstieg 2024 konsequent verfolgt wird: wirtschaftliche Vernunft gepaart mit maximaler Identität.

Besonders stolz ist der Verein auf die personelle Besetzung hinter den Kulissen, die das Thema Nachhaltigkeit nicht nur predigt, sondern aktiv lebt. Es ist ein Alleinstellungsmerkmal in dieser Liga: Fast alle Schlüsselpositionen sind mit echten Weidener Eigengewächsen besetzt. Mit dem designierten NLZ-Leiter Florian Schrepel, dem Trainer der 1. Mannschaft Michael Riester und U23-Coach Josef Rodler stehen Männer an der Linie, die den Verein in- und auswendig kennen. Flankiert wird dieses Trio von den sportlichen Leitern Marco Lorenz (Bayernliga-Mannschaft) und Chousein Chousein (Bezirksliga-U23), die ebenfalls aus dem eigenen Stall kommen. Diese Konstellation garantiert, dass die Weidener Tugenden in jeder Trainingseinheit spürbar sind.

Dass man mit einer der jüngsten Mannschaften der Liga so stabil dasteht, liegt an diesem Fundament. Kapitän Felix Behnke, Moritz Zeitler, Niklas Lang und Top-Scorer Patryk Bytomski verkörpern den Erfolg des Konzepts und werden auch in der nächsten Saison für die SpVgg auflaufen. Die Durchlässigkeit vom Nachwuchs bis in den Herrenbereich ist das Herzstück der Strategie. Spieler wie Lukas Schaller, Moritz Hügel und Paul Brand sind Paradebeispiele für die Weidener Geduld: In den letzten Jahren tauchten sie immer wieder verlässlich in der U23 auf, während sie gleichzeitig voll in den Trainingsbetrieb der ersten Mannschaft integriert wurden. Ihre Spielanteile in der Bayernliga-Elf haben sich dadurch Stück für Stück nach oben entwickelt.

Der sportliche Leiter der Bayernliga-Mannschaft, Marco Lorenz, erklärt: „Wir freuen uns sehr, dass wir die Verträge unserer Wunschspieler verlängern konnten und wichtige Spieler bei uns noch Vertrag haben. Das ist ein wichtiges Signal für die sportliche Kontinuität unseres Vereins. Vertragsverlängerungen sind für uns deshalb nicht nur eine Frage der sportlichen Qualität, sondern auch ein bewusstes Bekenntnis zu unserem gemeinsamen Weg. Wir wollen Spieler, die sich mit unseren Werten identifizieren. Diese Geschlossenheit – auf und neben dem Platz – ist unsere größte Stärke, und darauf werden wir auch in Zukunft bauen.“

Sportdirektor Rüdiger Hügel schlägt in die gleiche Kerbe wie sein Vorredner: „Es ist nicht immer ausschließlich eine Frage der Qualität oder des Geldes. Es geht darum, Strukturen über Jahre am Wasserwerk aufzubauen und Stabilität über die Identität der eigenen Spieler zu fördern. Wir wollen Spieler, die bereit sind, in der Mannschaft zu spielen, in der wir sie brauchen, und unabhängig davon Gas geben wollen. Hierbei ist unser NLZ der größte Faustpfand.“



Doch der Weg erfordert Geduld. Es ist ein offenes Geheimnis, dass die SpVgg SV Weiden in jeder Altersklasse ab der U13 das zentrale Schaufenster für Profivereine in der Region ist. Wer sich hier durchsetzt, hat die Chance auf die ganz große Bühne. Umso unverständlicher ist es, wenn Talente sich nicht die nötige Zeit zur Entwicklung geben. Die Versuchung ist groß, wenn Vereine aus dem unmittelbaren Umfeld, die selbst keinerlei Jugendarbeit betreiben, am Sonntagvormittag bei den Spielen unserer U19 am Spielfeldrand stehen, um Talente mit unrealistischen Versprechungen und regional völlig unüblichen Gehältern wegzulocken. Wer jedoch in Weiden bleibt, setzt auf Nachhaltigkeit statt auf das schnelle Geld – wie der junge Jakob Höfler (2008), der bereits erste Bayernliga-Minuten sammelte.

Für die neue Spielzeit wird, wie bereits in der Winterpause vermeldet, Paul Gebhard die Defensive verstärken. Der gebürtige Hirschauer wurde ab der U15 beim Bundesliga-NLZ des SSV Jahn Regensburg ausgebildet und führt den aktuellen Ligakontrahenten Jahn II derzeit als Kapitän aufs Feld. Als 2004er Jahrgang bringt er trotz seines jungen Alters enorme Erfahrung mit und soll gemeinsam mit Torwart Justin Bartl, Adrian Hoti und Kapitän Felix Behnke die zuletzt so stabile Abwehr weiter festigen. Aus der eigenen U19 rücken zudem Maximilian Sollfrank und Paul Reitzig auf. Letzterer erlitt jedoch am Ostersonntag beim U19-Landesligaspiel in Schwandorf einen Kreuzbandriss. Trotz der langen Pause erhält Reitzig wie geplant seinen Vertrag und die volle medizinische Unterstützung durch die Partner des Vereins.

Obwohl die sportliche Erfolgsserie für eine hervorragende Ausgangslage gesorgt hat, herrscht am Wasserwerk keine verfrühte Sorglosigkeit. Rein rechnerisch ist es ja noch möglich, auf die Abstiegs-Relegationsplätze zurückzufallen. Aus diesem Grund wird die Mannschaft in den verbleibenden Spielen mit exakt der gleichen Intensität, Leidenschaft und Seriosität auftreten, die sie während der Siegesserie ausgezeichnet hat. Mit attraktivem Fußball will die SpVgg die Saison erfolgreich zu Ende bringen. Die Personalplanung bleibt dabei gelassen, da der Stamm bayernligatauglich ist und man punktuell auf dem Transfermarkt reagieren kann.