
Nach dem zweiten Aufstieg in drei Jahren ist Türkiyemspor SV-12 Schweinfurt, 2013 noch A-Klassist, nun in der Fußball-Bezirksliga Unterfranken Ost gelandet. Das erste Match der Vereinsgeschichte auf Bezirksebene stand am Sonntag an - und ging gewaltig in die Hose.
Trainer Murat Akgün, mit seinen 46 Jahren nun auch wieder Feldspieler, schwankte nach dem 0:6 auf Kunstrasen beim TSV Abtswind 2 zwischen Enttäuschung und Erklärungsversuchen. Beides war angebracht, beides war nachvollziehbar. "Unser Ziel war schon ein Punkt", sagte er gegenüber fupa.net nach einer längeren Ansprache an die Mannschaft nach dem Abpfiff. "Aber auf alle Fälle wollten wir so hoch nicht verlieren!"
Auf dem Nebenplatz der Kräuter Mix-Arena lief eigentlich alles schief für die Gäste, was da hätte schief laufen können. Niklas Wendel traf früh zum 1:0, Ferdinand Hansel ließ einen Doppelschlag folgen. Nach 27 Minuten stand der Sieger des Nachmittags an sich schon fest.

"Wenn man mit zwei krassen, individuellen Fehlern so schnell 0:3 hinten liegt, dann wird´s natürlich sauschwer. Vor allem gegen eine so junge und laufstarke Mannschaft wie Abtswind. Letzte Saison wurden solche Fehler halt nicht gleich bestraft", sagt Akgün, der sich selbst beim Stand von 4:0 für Zugang Hakan Aydin (kam mit Landesligaerfahrung bei der FT Schweinfurt und spielte sogar zwei Mal Bayernliga beim FC 05) einwechselte, als die Luft längst aus der Partie war. Zwei Gegentore schluckte Türkiyemspor trotzdem noch.
"Nach vorne waren wir viel zu harmlos. Wir hatten zu wenig Mut, dafür zu viel Respekt", denkt Murat Akgün, dessen Sohn Esad mit seinen erst 17 Jahren übrigens dem Kader der Bundesliga-U19 des 1. FC Nürnberg angehört. Auch weil der aktuell verletzt ist, überwog am Sonntag eindeutig die Enttäuschung des seit diesen Dienstag 46-Jährigen.
Doch trotz namhafter Zugänge ist das personell so eine Sache bei Türkiyemspor. Die wie Aydin von den Freien Turnern Schweinfurt mit Landesliga-Erfahrung gekommenen Fuat Kheder und Kanan Yeniay fehlten in Abtswind genauso wie Adnan Hamzic, der von Forst an den Hutrasen wechselte. Dazu sind drei echte Leistungsträger nicht dabei.
Einerseits Emir Bas, 34-facher Torschütze der letzten zwei Jahre, dessen Familie einen XXL-Dönerladen betreibt. Der Vater urlaubt nun, Emir muss beruflich ran. Dann zog sich Mert Topuz, der wie Bas schon mal für Schweinfurt 05 in der Regionalliga spielte, eine schwere Verletzung bei einem Betriebsturnier zu. Er fällt bis Winter sicher aus.

Und was ist mit Burhan Bayat? Der 23-Jährige erzielte seit 2021 unfassbare 105 Tore in drei Spielzeiten, leistete sich jedoch Ende letzter Saison beim Kick in Schleerieth einen Fußtritt gegen einen Fan, ist seitdem gesperrt. Der Gerichtstermin des Verbandes wurde unlängst wieder verschoben. Der Verein hofft auf Klarheit in der Sache. Bayat trainiert ab und an mit.
Und nun kommt das, was immer kommt: Die Urlaubszeit, in der die Türken traditionell nach Hause fahren. Oder mit den Familien verreisen. Bis auf die Auftakt-Niederlage in Büchold brachten die Schweinfurter letzte Saison diese Wochen schadlos über die Zeit. Auch Murat Akgün wird verreisen und ein bisschen fehlen. "Ab September geht die Saison für uns so richtig los. Und wenn alle Mann an Bord sind, dann haben wir einen richtig starken Kader!"

Weiter geht´s aktuell für Türkiyemspor am Sonntag auf dem Sportgelände Hutrasen mit einem frühen Kellergipfel. Denn als erster Bezirksliga-Gast im Stadion des früheren VfR 07 Schweinfurt begrüßt der Aufsteiger den SC Schwarzach, dem es der SV-12 zu verdanken hat, dass die Rote Laterne nicht in der Kugellagerstadt brennt. Die Schwarzacher verloren gar mit 0:7 zuhause gegen Ettleben/ Werneck, nächster Gastgeber von Türkiyemspor um Punkte. Dazwischen geht´s in Pokalrunde drei zu Kreisklassist SG Poppenhausen. Nach einem Sieg in Runde zwei beim TSV Forst. Am Donnerstag, den 15. August, steigt dann am Hutrasen das Aufsteiger-Stadtduell gegen die Freien Turner Schweinfurt 2.