2026-03-13T07:45:35.464Z

Allgemeines

„Zu passiv": TSV Grünwald verspielt 2:0-Führung in letzter Minute

2:2 in Dornach

von Umberto Savignano · Heute, 13:32 Uhr · 0 Leser
Rassige Zweikämpfe zuhauf gab‘s im Derby zwischen dem SV Dornach und dem TSV Grünwald (in Weiß).
Rassige Zweikämpfe zuhauf gab‘s im Derby zwischen dem SV Dornach und dem TSV Grünwald (in Weiß). – Foto: Sven Leifer
Der TSV Grünwald gibt eine komfortable Führung aus der Hand. Trainer Koch übt nach dem späten Schock deutliche Kritik am Auftritt.

Sebastian Koch machte kein Hehl aus seiner Enttäuschung: „Am Ende fühlt es sich ganz klar wie zwei verlorene Punkte an“, sagte der Trainer des TSV Grünwald nach dem 2:2 (0:1) zwischen dem SV Dornach und seinem Team, das eine 2:0-Führung aus der Hand gab und den Ausgleich mit dem Schlusspfiff kassierte.

Mit der ersten Halbzeit konnte Koch sehr zufrieden sein. „Wir hatten das Spiel klar im Griff und haben genau das gezeigt, was wir uns vorgenommen hatten, mit Präsenz, Struktur und der nötigen Klarheit in unseren Aktionen“, lobte er. Ein wenig Glück war zwar dabei, weil ein früher Dornacher Treffer wegen Abseits nicht gegeben wurde, doch die 1:0-Halbzeitführung war völlig verdient. David Keller musste nach einem guten Angriff über außen nur noch den Fuß hinhalten (33.). Auch das zweite Grünwalder Tor war sehenswert: Nach einer schönen Einzelaktion legte Marcel Kosuch quer auf Yannick Frey, der mit dem Spann seines starken linken Fußes ins lange Eck traf (55.).

Es schien alles gerichtet für einen Auswärtssieg und eine weiterhin günstige Position im Rennen um den Relegationsplatz. Doch, was nun folgte, ließ Koch solche Ambitionen erst einmal ad acta legen: „Wir hatten uns eigentlich eine sehr gute Ausgangsposition erarbeitet. Umso enttäuschender ist dann die Phase in der zweiten Halbzeit, in der wir über rund 30 Minuten komplett den Zugriff verloren haben. Da hat uns die Konsequenz gefehlt, wir waren zu passiv, zu schläfrig und haben dem Gegner zu viel Raum gelassen“, kritisierte der Grünwalder Trainer. „In dieser Phase haben wir es verpasst, das Spiel weiter zu kontrollieren oder frühzeitig für klare Verhältnisse zu sorgen. Unterm Strich steht dann ein Ergebnis, das sich eher wie ein Verlust anfühlt, weil deutlich mehr drin gewesen wäre.“

Denn die Gegentreffer fielen nicht nur spät, sie wären auch vermeidbar gewesen: Der gerade eingewechselte Dornacher Spielertrainer Manuel Ring tauchte nach einem langen Ball frei vor TSV-Torwart Lukas Brandl auf und verkürzte (81.), das 2:2 durch Noël Pfeiffer war dann für Koch ein „Déjà vu: Ballverlust vorne, der Gegenzug führt zur Ecke, die wird per Kopf verlängert, der Dornacher hält den Fuß hin. Danach ist das Spiel aus. Das war genau wie beim 1:1 im Hinspiel.“

Der Frust des Trainers betraf aber nicht nur die aktuelle Partie: „Wenn man die letzten Spiele insgesamt betrachtet - zwei Unentschieden, ein Sieg, eine Niederlage - dann müssen wir auch ehrlich zu uns selbst sein: Da fehlt uns aktuell die Konstanz, um ganz oben anzugreifen.“

Ein Sonderlob hatte Koch übrigens für David Halbich übrig, der doch keinen Syndesmosebandriss erlitten hat, wie zunächst befürchtet. „Es ist ein Hämatom, er hat mit Schmerzen und Tape gespielt. Länger als die Stunde ging es nicht mehr. Aber meinen Respekt dafür.“