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Zu hoher Anspruch bei Dachau 65? Orhan Akkurt nach Trennung bereit für neue Aufgabe

Orhan Akkurt nicht mehr Trainer in Dachau

von Simon Pohler · 15.10.2024, 14:47 Uhr · 0 Leser
Orhan Akkurt ist seit dem vergangenen Wochenende nicht mehr Trainer des TSV 1865 Dachau.
Orhan Akkurt ist seit dem vergangenen Wochenende nicht mehr Trainer des TSV 1865 Dachau. – Foto: Jenni Maul

Mit einer jungen Truppe startete Orhan Akkurt beim TSV 1865 Dachau in die Landesliga-Saison. Die jüngsten Resultate führten zur Trennung.

Dachau – Noch auf dem Platz beschlossen Orhan Akkurt und der TSV 1865 Dachau ihre Trennung. Seit März 2023 leitete der zweimalige Bayernliga-Torschützenkönig die erste Mannschaft der Dachauer. Zuerst in der Bayernliga und nach dem Abstieg in der Landesliga Südwest. Nach vier sieglosen Partien am Stück und dem Abrutschen auf den zehnten Tabellenplatz gaben Verein und Trainer einvernehmlich die Trennung bekannt.

Orhan Akkurt und der TSV 1865 Dachau - Ein aufschlussreiches Gespräch mit der Vereinsleitung

Bereits am Freitag verständigten sich TSV-Präsident Wolfgang Moll und Trainer Akkurt darauf, dass der 16. Spieltag in der Landesliga der letzte Spieltag für Akkurt an der Seite des TSV Dachau sein werde. „Es war eine Entscheidung von meiner Seite“, sagt Akkurt. „Ich habe dann die Vereinsführung kontaktiert und es ihnen mitgeteilt.“ Auch ein anderer Spielverlauf gegen Aystetten – die Partie ging mit 2:3 verloren – hätte daran nichts mehr geändert: „Ich hatte nach dem Spiel ein sehr gutes persönliches Gespräch mit dem Präsidenten. Es war alles ganz ehrlich und korrekt“, erzählt Akkurt.

Die Mannschaft selbst erfuhr vom Amtsende des Trainers erst am Abend nach dem Spiel, bei einem gemeinsamen Darts-Event. „Die Jungs waren sehr überrascht. Das war für sie ein kleiner Schock. Dementsprechend haben sich viele bei mir gemeldet“, berichtet Akkurt, der sich über die Reaktionen seiner Jungs sehr gefreut hat. Dass seine Mannschaft nichts von der bevorstehenden Trennung erfuhr, war dem Trainer selbst sehr wichtig: „Ich wollte die Mannschaft immer außen vor halten. Die haben das mit ihrem Fleiß einfach super gemacht, da wollte ich nicht schon vorher mit den Jungs drüber sprechen.“

Mit einem Nachwuchskader in die Landesligasaison

Der Kader der Dachauer wurde nach dem Abstieg von Grund auf erneuert. Viele Spieler aus dem Bayernliga-Kader entschieden sich für einen Vereinswechsel. Der Kern des Teams zerfiel. „Es sind viele Spieler einfach gegangen“, sagt Akkurt, „Am Ende des Tages waren diese Spieler für den Abstieg verantwortlich. Sie sind dann peu à peu weggelaufen. Danach war es natürlich schwierig, jemanden zu überzeugen, nach Dachau zu kommen.“ Bei der Kaderplanung musste so improvisiert werden.

In der Vorbereitung haben sich Verein und Trainer deshalb dazu entschieden, den Weg in der Landesliga mit den eigenen Nachwuchsspielern zu gehen. Viele spielten in der A-Jugend nur Bezirksoberliga, und hatten keinerlei Erfahrung im Herrenfußball. „Wir haben teilweise einen Altersdurchschnitt von 21 Jahren gehabt, da waren die 21 Punkte, die wir hatten, vollkommen in Ordnung“, ist Akkurt mit der Entwicklung seiner Spieler zufrieden.

„Der Anspruch war, dass man oben mitspielt. Davon war ich schon kein Freund, da man den Jungs entsprechend Zeit geben muss.“

Orhan Akkurt nach seinem Aus beim TSV 1865 Dachau.

Die Erwartungshaltung der Vereinsführung ist jedoch eine andere. Der Verein peilt schnellstmöglich den Wiederaufstieg an. Für Akkurt keine realistische Zielstellung: „Der Anspruch war, dass man oben mitspielt. Davon war ich schon kein Freund, da man den Jungs entsprechend Zeit geben muss. Um mit der jungen Mannschaft oben mitzuspielen, muss jede Woche immer alles perfekt passen.“

Grund genug für ihn, den Verein zu verlassen?: „Die genauen Gründe möchte ich nicht erläutern. Das ist einfach meine Art. Ich habe die Themen intern angesprochen, aber ich muss jetzt nicht die Gründe aufarbeiten.“ Das Telefonat mit dem Präsidenten lief laut Aussagen des Trainers gut, daraufhin habe man sich auf die Trennung geeinigt.

Neue Angebote nach der Trennung? Das Telefon hat bereits geklingelt

Und in der Zukunft? „Ich bin mir sicher, dass ich wieder auf dem Platz stehen werde. Ob nächste Woche oder in zwei Monaten kann ich nicht sagen“, so Akkurt. „Bis jetzt war ich tausendprozentig bei Dachau und auch am Samstag habe ich noch einmal alles für Dachau gegeben. Jetzt bin ich gerade am Runterfahren. Wer weiß, was passiert.“

Die ersten Vereine haben offenbar bereits bei Akkurt angeklopft, etwas Konkretes hat sich aber noch nicht aufgetan. Entscheidend werden für Akkurt die Möglichkeiten sein, die sich ihm in einem neuen Umfeld bieten: „Wenn mich etwas überzeugt oder mich begeistert, dann kann es sein, dass ich schon nächste Woche wieder auf dem Platz stehe.“ (pos)