
So sollte es sein. Natürlich auch immer mit großzügigen Nachspielzeiten, da verloren gegangene Zeit inzwischen sehr gründlich von den Schiedsrichtern nachgeholt wird, wie es faktisch auch die Fußball-Regeln des Deutschen Fußball-Bunds fordern. Doch was ist, wenn der Schiedsrichter bei einer langen verletzungsbedingten Unterbrechung den Überblick verliert.
Genau mit dieser Frage wird sich nun das Bezirkssportgericht beschäftigen müssen, da Türkiyemspor Plettenberg Einspruch gegen die Spielwertung des 6. Spieltags der Bezirksliga 5 eingelegt hat. Im Auswärtsspiel bei Germania Salchendorf II kassierte Plettenberg einen späten Ausgleich per Strafstoß, offiziell in der zehnten Minute der Nachspielzeit. Wenig später pfiff der Schiedsrichter ab, obwohl die Partie zwischenzeitlich viel länger verletzungsbedingt unterbrochen war.
FuPa Westfalen hat beim Gastgeber nachgefragt, der mit Plettenberg d'accord ist, dass der Schiedsrichter bei der Spielzeit einen Fehler begangen hat. Demnach war die Partie in der 77. Minute für ca. 17 Minuten unterbrochen. Als es in der vierten Minute der Nachspielzeit weiterging, ließ der Schiedsrichter nur noch ca. acht Minuten spielen.
Es fehlt also sowohl Zeit aus der Unterbrechung sowie die regulär anzusetzende Nachspielzeit. In der zweiten Halbzeit waren drei Tore gefallen, es hatten sieben Spielerwechsel und auch weitere kleinere Verletzungsunterbrechungen gegeben.
Alles in allem dürften über zehn Minuten verloren gegangen sein. Doch hat der viel zu frühe Abpfiff wirklich Konsequenzen?
Nach ersten FuPa-Informationen ist in den Fußball-Regeln des Deutschen Fußball-Bunds klar festgelegt, dass der Schiedsrichter mit der Festlegung der Spielzeit eine Tatsachen-Entscheidung trifft. Dies bedeutet, dass es unerheblich ist, ob der Schiedsrichter das Regelwerk korrekt angewendet hat. Die Entscheidung anzufechten, bleibt somit ohne Erfolg. Diese Meinung tat auch Andreas Kornmann, Schiedsrichter-Lehrwart im Kreis Siegen-Wittgenstein, gegenüber der Lokalpresse "Westfalenpost" kund.
Salchendorfs Vorstandsmitglied Matthias Gräbener gibt an: "Wir haben natürlich auch Interesse, aus einem Punkt drei zu machen, aber sehen hier nach unseren Recherchen keine Erfolgschancen. Daher haben wir von einem Einspruch abgesehen." Es dürfte sich somit um einen "Sturm im Wasserglas" handeln und beide Mannschaften werden sich mit dem Remis zufrieden geben müssen.
Aktuell rangieren Germania Salchendorf II und Türkiyemspor Plettenberg am Tabellenende der Bezirksliga 5.