
Schon nach wenigen Sekunden ging der KSC in Führung und baute diese nur zehn Minuten später aus. Der ZFC hatte danach einige gute Momente und erspielte sich sogar Möglichkeiten, den Anschlusstreffer zu erzielen. Leider blieben diese ungenutzt, und die Gäste stellten noch vor der Pause auf 0:3. Im zweiten Durchgang legten die Karlsruher noch das 0:4 und 0:5 nach, ließen aber auch ein paar Chancen liegen. Die Ostthüringer versuchten zwar immer wieder, für Ergebniskosmetik zu sorgen, doch ein Tor wollte nicht mehr gelingen. Es blieb beim 0:5 und der KSC zieht verdient in die nächste Runde ein.
BERICHT von Jörg Kaltofen / ZFC Meuselwitz
Imposante Zuschauerkulisse, herrliches Fußballwetter und bestens vorbereitete Rahmenbedingungen – alles war angerichtet. Was allerdings aus Sicht des Leopold-Teams fehlte, war ein anderer Start in die Partie. Der Zweitligist gab von Anfang an Vollgas und brauchte genau 18 Sekunden, um in Führung zu gehen. Einen ersten guten Angriff mit einer perfekten Flanke von David Herold in die Mitte veredelte Fabian Schleusener per Kopf zum frühen 0:1. Die Zipse-Elf war natürlich zunächst geschockt, kam aber nach drei Minuten zum ersten Offensivmoment. Kapitän René Eckardt hatte Christoph Pauling geschickt, doch dessen Hereingabe fand keinen Abnehmer. Dann wieder der Favorit, der mit einem satten Schuss von Lilian Niclas Egloff ZFC-Keeper Lukas Sedlak zu einer Parade zwang (5.). In der 11. Minute erhöhte Karlsruhe bereits auf 0:2. Nicolai Rapp marschierte durchs Mittelfeld, zog aus der Distanz ab und traf. Für viele Zuschauer im Stadion, ob nun Zipsendorfer oder lautstark supportende Gästefans, schien die Sache damit schon entschieden. Doch der ZFC bäumte sich auf und startete eine Drangphase. In der 27. Spielminute bereitete Fabian Raithel stark für René Eckardt vor, dessen Abschluss aber nur am Pfosten landete. KSC-Keeper Hans Christian Bernat war wohl noch dran – sonst hätte es 1:2 gestanden. Zipse blieb am Drücker, und Andy Trübenbachs Schuss aus der Drehung strich nur knapp vorbei (30.). Die größte Möglichkeit bot sich kurz darauf: Florian Hansch prüfte den Karlsruher Schlussmann, der den Ball prallen ließ. Marcel Franke versuchte zu klären, beinahe ins eigene Tor, doch die Kugel sprang dem einschussbereiten Trübenbach unglücklich an die Hand (36.). Mehr Pech ging kaum. Stattdessen stellte der KSC durch Fabian Schleusener kurz vor der Pause auf 0:3 (42.).
Nach der Halbzeitpause war die Partie praktisch entschieden. In der 52. Minute führte ein unglücklicher Rückpass von Fabian Raithel zu Sedlak direkt in die Füße von Egloff zum 0:4. Vier Minuten später fiel nach einem Eckball sogar das 0:5 durch Christoph Kobold. Danach nahm Karlsruhe Tempo heraus, erspielte sich aber weiterhin Chancen. Auch der ZFC kam noch zu einer großen Möglichkeit: Nach einer Hereingabe von der Seite rutschte David Pfeil in der 62. Minute nur knapp am Ball vorbei. In der Nachspielzeit konnte sich Keeper Sedlak nochmals mit einer starken Parade gegen Robert Geller auszeichnen (90.+2.). Kurz darauf war Schluss. Trotz der Niederlage blieb das Spiel für die Zipsendorfer ein echtes Fußballfest.
Fazit: Die Partie ging zwar verloren, doch das Leopold-Team zeigte durchaus gute Ansätze. Allerdings wurden die Gegentore zu einfach zugelassen, und die klaren Chancen blieben ungenutzt. Karlsruhe war verdienter Sieger, dennoch gewann auch der ZFC – vor allem an Respekt. Gäste und Fans zollten den Ostthüringern viel Lob für Organisation und Zusammenhalt. Für die Mannschaft geht es nun am Sonntag im Regionalliga-Alltag beim schweren Auswärtsspiel beim BFC Dynamo weiter.
Christian Eichner (Karlsruher SC): „Im Großen und Ganzen war unser Auftritt hier sehr erwachsen und seriös. Wir hatten zehn, zwölf Minuten, da waren wir etwas runter vom Gas, und da hat man gesehen, dass man einen Regionalligisten wieder etwas rein in die Manege holen kann. Das haben wir mit etwas Glück, Geschick und einem guten Torwart überstanden, und so war es am Ende standesgemäß. Es ist für uns als Zweitligist ein wichtiger Wettbewerb und auch wirtschaftlich von immenser Bedeutung. Die Mannschaft weiß das, und hat alles in die Waagschale geworfen. Mir hat es hier in Meuselwitz sehr gut gefallen, alle waren sehr freundlich und es hat einen besonderen Charme. Wir sind natürlich froh, dass wir gewonnen haben, und freuen uns schon auf die nächste Auslosung.“
Georg-Martin Leopold (ZFC Meuselwitz): „Wenn du nach achtzehn Sekunden zurückliegst, dann ist das nicht das, was du dir vornimmst. Danach kam gleich das Zweite, doch anschließend hatte das Team eine Phase, in der es mutig war und durchaus das 1:2 hätte machen können. Da war die Chance da, es nochmal eng zu gestalten. Insgesamt passierten jedoch defensiv zu viele krasse Fehler. Deshalb ging die Partie verloren und an einer Sensation war nicht zu schnuppern. Im Kreis wurde das Versprechen gegeben, ein solches Spiel noch einmal erleben zu wollen – dann aber mit besserem Ausgang. Ziel ist klar der Thüringenpokal und im kommenden Jahr, wenn möglich, wieder der DFB-Pokal. Der Rahmen hier war großartig, auch wenn es sportlich schade ist, dass das Team die eigenen Ziele nicht erreichen konnte.“