
In einem Spiel von überschaubarem Niveau hatten beide Mannschaften auf dem grenzwertigen Geläuf massive Probleme. Nach einer trostlosen ersten Halbzeit, die man getrost am Bierstand hätte verbringen können, brachte Ben Schulz mit einem Drehschuss aus dem Gewühl heraus die Hausherren nach 52 Minuten in Führung. In der Schlussphase wurde ZFC Meuselwitz etwas aktiver und nach 79 Minuten fiel dann auch durch einen Kopfball von Luis Fischer der Ausgleich. Am Ende stand eine Punkteteilung in einer Partie, die wohl auch keinen Sieger verdient hatte.
BERICHT von Jörg Kaltofen / ZFC Meuselwitz
Nach dem Seitenwechsel – ja, und man kann es vorwegnehmen – wurde die Partie etwas besser. So erarbeitete sich ZFC Meuselwitz kurz nach Wiederbeginn einen Eckball, der aber ohne Probleme abgefangen werden konnte. Wenig später hatte dann der Gastgeber eine Ecke. Die Zehlendorfer führten sie kurz aus und Louis Schulze brachte das Leder nach innen. Der Abwehrverbund der Ostthüringer brachte die Kugel bedauerlicherweise nicht schnell genug aus der Gefahrenzone, Ben Schulz reagierte im Gewühl am schnellsten und verwandelte aus der Drehung zum 1:0 (52.). Ob das Ganze nun bis dato verdient war, sei dahingestellt. Nach der Führung wurden die Hausherren stärker und versuchten über schnelle Umschalter zum Erfolg zu kommen. Nasuhi-Noah Jones, einer der auffälligsten Akteure am heutigen Tag, sorgte mit seinen Aktionen immer wieder für Gefahr. So hatte Ben Schulz nach schönem Zuspiel nur ein paar Zeigerumdrehungen später die Riesenmöglichkeit, die Führung auszubauen, scheiterte aber am stark reagierenden Zipse-Keeper Lukas Sedlak (58.). Auch wenn Zipse bis dahin eher glücklos im Angriff agierte, wurden die Angriffsbemühungen indessen etwas konkreter. Nach 73 Minuten hatte Zipse dann gleich zweimal die Chance zum Ausgleich. Nach einem Freistoß zwang Califo Baldé erst per Kopf Zehlendorfs Keeper Alexios Dedidis zu einer Parade und auch der Nachschuss von Hendrik Wurr wurde zur Beute des 03er-Schlussmanns. Aber Zipse blieb dran und sechs Minuten später fiel das 1:1. David Pfeil hatte sich stark durchgesetzt und bediente Luis Fischer, der per Aufsetzer-Kopfball ausgleichen konnte. So bewies die Nummer 23 von ZFC Meuselwitz wieder einmal seine Joker-Qualitäten und der Zipsendorfer Anhang konnte doch noch jubeln. Es hätte sogar noch besser kommen können. Wenige Augenblicke später bekam erneut Luis Fischer die Kugel, verfehlte aber per Direktabnahme das Zehlendorfer Tor knapp (84.). Aber auch die Hausherren hatten in der Schlussphase nochmal die Chance auf den Lucky Punch, doch Lukas Sedlak hielt mit einer tollen Parade das Unentschieden fest. Am Ende war es kein gutes Spiel, doch ZFC Meuselwitz holte trotzdem einen wichtigen Auswärtspunkt.
Fazit: Vielleicht hat so ein Spiel auch einfach keinen Sieger verdient. Vor allem in der ersten Hälfte war es schon schwere Kost. Aber es wird eben auch immer mal wieder solche Spiele geben – und wenn ZFC Meuselwitz dabei noch einen Punkt mitnimmt, kann man zufrieden sein.
Georg-Martin Leopold (Trainer ZFC Meuselwitz): „Alle haben natürlich einen Sieg von ZFC Meuselwitz hier erwartet. Eilenburg hat gepunktet und Zehlendorf war hier eigentlich schon genötigt, zu siegen. ZFC Meuselwitz hat es geschafft, dass Zehlendorf nicht weiter herankommt, und aus zwei Spielen vier Punkte geholt. Das hätte man vorher unterschrieben. Am Mittwoch kommt Lok Leipzig und da kann ZFC Meuselwitz schon mit breiter Brust reingehen.“
Tilmann Käpnick (Trainer Hertha Zehlendorf): „Ich denke, wir waren heute deutlich näher am Sieg dran als der Gegner. Das war in der Vergangenheit leider auch sehr oft so. Man muss hier den Finger in die Wunde legen, dass wir einfach nach dem 1:0 nicht nachlegen. Wir hatten da mehr als genug Möglichkeiten. Vor dem 1:1 müssen wir auch besser klären. Die nächsten Partien stehen an, wir haben nicht viel Zeit, darüber nachzudenken, und müssen schnell dazulernen.“