2026-03-31T13:53:34.397Z

Spielbericht

ZFC Meuselwitz erneut im Finale

Durch einen soliden 3:1-Auswärtssieg beim Verbandsligisten SV BW 91 Bad Frankenhausen zog der ZFC Meuselwitz am Samstag, dem 28.03.2026, relativ ungefährdet als erste Mannschaft in das Thüringer Pokalfinale ein.

von J. Kaltofen / ZFC Meuselwitz · Heute, 19:00 Uhr · 0 Leser
– Foto: Tanja Kaltofen

Christoph Pauling hatte die Leopold-Elf schon nach 10 Minuten in Führung gebracht, doch Zipse konnte diese im ersten Durchgang nicht weiter ausbauen. Aber auch der euphorisch auftretende Gastgeber hatte ein paar gute Offensivmomente, konnte aber auch kein Kapital daraus schlagen. Die Zipsendorfer blieben, auch wenn einiges nicht so klappte, geduldig, legten nach 78 Minuten durch Theo Teßmer das 0:2 nach und erhöhten wenige Minuten später durch einen sehenswerten Treffer von Luis Fischer sogar noch auf 0:3. In der Schlussphase konnte Bad Frankenhausen durch einen Elfmetertreffer von Erik Schneider zwar nochmal auf 1:3 herankommen, mehr war aber für die Schützlinge von Trainer Alexander Ludwig trotz aufopferungsvollem und robustem Kampf nicht mehr drin. Am Ende ging das Ergebnis in Ordnung und der ZFC steht erneut im Thüringer Pokalfinale.

BERICHT von Jörg Kaltofen / ZFC Meuselwitz

Es war ein schmuddeliges Wetter, das von den Meteorologen prophezeit wurde. Gerade mal 4 Grad und Nieselregen. Trotzdem machten sich ca. 150 Zipsendorfer, teils mit organisierten Kleinbussen und teils selbstorganisiert, auf den Weg in den Kyffhäuserkreis, um den amtierenden Pokalsieger beim Halbfinalspiel gegen den SV BW 91 Bad Frankenhausen zu unterstützen. Der überwiegende Teil der Zuschauer kam aber natürlich aus der Gegend, und so hatten insgesamt 1171 Zuschauer den Weg auf den Bad Frankenhausener Sportplatz „An der Wipper" gefunden. Sie sahen schon von Anfang an, dass hier und heute kein fußballerischer Leckerbissen zu erwarten ist. So rutschten immer wieder die Bälle weg und Pässe kamen nicht an. Trotzdem hatte der favorisierte Regionalligist mehr vom Spiel und nach einem kurzen Abtasten ging Zipse in der 10. Minute in Führung. David Pfeil hatte einen perfekten Ball auf den langen Pfosten gebracht, wo Christoph Pauling stark einlief und per Direktabnahme zum 0:1 verwandeln konnte. Wer nun dachte, die Leopold-Elf würde den Gastgeber jetzt überrollen, sah sich getäuscht. Zwar hatte Zipse weiter mehr vom Spiel, doch der Gastgeber hielt mit robustem Männerfußball stark dagegen. Nach gut einer halben Stunde hatte dann Bad Frankenhausen eine verheißungsvolle Aktion. Nach einem Zipsendorfer Ballverlust im Mittelfeld versuchte es der Gastgeber aus der Distanz, doch im Endeffekt war Lukas Sedlak zur Stelle (31). In der Folge gestaltete der Verbandsligist die Partie etwas offener, doch die nächste gute Torgelegenheit hatte der ZFC Meuselwitz. Nach einer Flanke von Leon Schmökel war Califo Baldé per Kopf zur Stelle, doch Christopher Sünkel im Tor der Blau-Weißen konnte mit einer Glanzparade den Ausbau der Führung verhindern (37.). Califo Baldé, der in der ersten Halbzeit echt viel einstecken musste, hatte auch kurz vor dem Pausenpfiff noch eine gute Aktion, wurde aber wie so oft "energisch" vom Ball getrennt.

Nach dem Seitenwechsel versuchte der Gastgeber etwas Druck aufzubauen. Die Zipsendorfer blieben geduldig und warteten ab. So holten die Hausherren ein paar Standards heraus, die nicht immer ungefährlich waren. Nach gut einer Stunde wäre dann auch fast der Ausgleich gefallen. Der auffällig auftretende Erik Schneider prüfte mit einem satten Schuss Zipse-Keeper Lukas Sedlak, der sein ganzes Können aufbringen musste, um das 1:1 zu verhindern (64). Bei den Zipse-Fans war man sich einig: Zipse muss wieder etwas mehr für das Spiel machen. Kurz darauf fuhr der Regionalligist einen guten Angriff und es stand 0:2. Califo Baldé wurde perfekt durch einen Doppelpass mit Luca Bürger freigespielt, legte mustergültig zurück auf Theo Teßmer, der mit seinem platzierten Schuss die Zipsendorfer Führung ausbauen konnte (68.). Natürlich war das eine Vorentscheidung, doch der Gastgeber kämpfte aufopferungsvoll weiter. Auch als elf Zeigerumdrehungen später der dritte Treffer für den ZFC fiel. Und das war ein Traumtor. Eine starke Flanke von David Pfeil nahm Luis Fischer per Seitfallzieher direkt und versenkte die Kugel sehenswert zum 0:3 (79.). Damit war natürlich der berühmte Drops gelutscht und der Regionalligist spielte den Rest der Zeit nahezu souverän herunter. Doch kurz vor Schluss kamen die tapferen Hausherren, die so viel investiert hatten, noch zu ihrem Ehrentreffer. Nach einem Foul im Strafraum entschied Schiedsrichter André Blank auf Strafstoß. Erik Schneider ließ sich die Gelegenheit nicht entgehen und verlud den kurz zuvor eingewechselten Justin Fietz im Zipsendorfer Tor (89.). Es blieb beim 3:1-Sieg für den ZFC Meuselwitz, der damit als erste Mannschaft in das Thüringer Pokalfinale einzog. Dort wartet jetzt nach einem spektakulären Derbysieg beim FC Rot-Weiß Erfurt der FC Carl Zeiss Jena am Tag der Amateure.

Fazit: „FINALE, Zipse ist auch diesmal dabei!" Es war zwar nicht die große Gala, aber am Ende doch souverän. Zudem erinnerten die zahlreichen Zipsendorfer Schlachtenbummler an die alten Zeiten. Und das bei so einem Wetter. Respekt aber auch an den Gegner, der sich gut gegen die Zipsendorfer verkauft hat. Danke auch an die Verantwortlichen vor Ort für die perfekte Organisation und das unkomplizierte Miteinander. Nun wird erstmal gefeiert, bevor es wieder heißt, den Fokus auf die Regionalligaspiele zu legen. Da steht schon am kommenden Mittwoch die schwere Nachholpartie gegen den BFC Preussen an. Und dann, ganz am Ende der Saison, nach einem erfolgreichen Klassenerhalt, heißt es im Pokalfinale nochmal alles geben, um am Ende den begehrten Pott auch in diesem Jahr in die Höhe halten zu können.

Stimmen zum Spiel

Georg-Martin Leopold (Trainer ZFC Meuselwitz): Es war ein schweres Spiel, wie schon die ganze Pokalrunde. Wir hatten immer mit unterklassigen Mannschaften zu tun und es war immer zäh. Als wir bei unserem ersten Auftritt in Schleiz im Elfmeterschießen weitergekommen waren, waren bestimmt einige böse, dass wir noch im Lostopf dabei waren. Jetzt haben wir uns ein wenig ins Finale gemogelt, muss ich sagen, und können morgen entspannt zusehen, wer uns dahin folgen wird. Aber dreimal in Folge mit Meuselwitz ins Finale zu kommen, das ist die Mission, die wir hatten. Die haben wir erfüllt, auch wenn es nicht immer schön anzusehen war. Man hat uns heute schon die beiden letzten Niederlagen angemerkt. Trotz der frühen Führung hat es uns nicht die Sicherheit gegeben. Nach den zwei tollen Einwechselungen (Theo Teßmer kommt aus der Jugend hoch und macht ein Tor, Fischi kommt rein und macht wieder ein Tor) war es dann eine klare Sache, aber am Spielverlauf hatte man schon ein bisschen zu leiden.

Luis Fischer (Torschütze ZFC Meuselwitz): Wir freuen uns, dass die Mannschaft zum dritten Mal in Folge im Finale ist. Es war eine schwierige Aufgabe, die wir hier am Ende gelöst haben. Jetzt feiern wir erstmal. Natürlich war auch für uns Druck da. Es ist ein Halbfinale und der Gegner hat alles reingehauen. Am Ende war es eine Geduldsaufgabe, die wir gelöst haben. Hintenraus war es trotzdem, dass wir noch ein Gastgeschenk verteilt haben, souverän. Es ist mir egal, wer der Gegner im Finale wird. Heimspiel wäre schon geil, dann wäre es Erfurt. Mal sehen, wer es wird.

Erik Schneider (Torschütze Bad Frankenhausen): Das Geläuf hier war schwierig, das hat man bei beiden Mannschaften gesehen. Bei Meuselwitz ging die erste Chance rein, da rennst du viel hinterher. Zwei, drei Chancen hatte ich. Wenn der lange Ball reingeht, steht es 1:1, dann geht vielleicht noch was. Aber man hat am Ende schon gemerkt, dass vierte Liga gegen sechste Liga gespielt hat. Ob du nun 3:1 oder 6:0 verlierst, ist am Ende egal. Ich wäre gern weitergekommen, aber,,,. Wir versuchen, das jetzt mitzunehmen in die Liga, da haben wir noch einiges nachzuholen. Schauen wir mal, was in den nächsten Wochen geht. Natürlich war das heute vor fast 1200 Zuschauern zu spielen ein absolutes Highlight. Wenn man hier schon vor dem Spiel herkam, die Bierstände schon standen, die vielen Zuschauer und die laute Musik – das ist schon ein besonderes Gefühl.