2025-12-03T05:51:34.672Z

Vom Spielfeldrand
– Foto: SV Langen

Zehn Tore, ein Speedy und kein Platz für Langeweile

Manchmal ist Bezirksliga eben besser als Netflix. Beim 6:4-Spektakel zwischen dem SV Langen und dem VfL Emslage wurde alles geboten, was der Amateurfußball zu bieten hat: Tore im Minutentakt, Emotionen auf dem Platz und ein Ticker, der kaum mitkam.

Langen legte los wie die Feuerwehr. Nach sechs Minuten war Michael Cordes zur Stelle und schob nach feiner Vorarbeit von Hendrik Schipmann zum 1:0 ein. Emslage brauchte etwas, fand dann aber seine Antwort. Erst traf Kai Völlering aus der Distanz (18.), dann Jan Lakeberg nach einem missglückten Keeper-Ausflug (22.). Plötzlich führte Emslage und keiner wusste so recht, warum.

Cordes blieb es vorbehalten, kurz vor der Pause per Elfmeter auszugleichen (43.). Doch noch ehe sich Langen sortieren konnte, klingelte es wieder: Völlering traf in der Nachspielzeit zur 2:3-Halbzeitführung. Drei Schüsse, drei Tore - Effizienz auf Kreisliganiveau, aber in der Bezirksliga.

Nach dem Seitenwechsel zeigte Langen, warum man in dieser Saison oben mitspielen will. Markus Raming-Freesen köpfte direkt nach Wiederanpfiff zum 3:3 ein (49.), ehe Jan-Luca Bruns innerhalb von fünf Minuten einen Doppelpack schnürte (65./70.). Emslage fand keine Antwort mehr - zu druckvoll, zu ballsicher war das Langener Spiel.

Als dann „Speedy Gonzales“ Ronan Nijboer in der 82. Minute nach einer eigenen Ecke der Gäste über das halbe Feld sprintete, um Oliver Klene mustergültig zum 6:3 aufzulegen, kochte das Stadion. Zehn Sekunden nach seiner Einwechslung traf Klene, ein Bilderbuchmoment für jeden, der schon mal zu spät zum Flutlichtspiel kam.

Emslage durfte in der 90. Minute durch Jakob Steinkamp noch ein wenig Ergebniskosmetik betreiben (6:4), aber am Ende blieb das Fazit eindeutig: Langen spielte wie ein Team, das den Ball liebt, Emslage wie eines, das froh war, ihn manchmal loszuwerden.

Der Mann am Ticker, Dennis Koop, brachte es auf den Punkt: „Emslage wird es sehr schwer haben, die Liga zu halten.“ Wer dabei war, nickte. Und wer nicht, hat ein Nachbarschaftsduell verpasst, das man sich besser nicht hätte ausdenken können.

Aufrufe: 031.10.2025, 05:28 Uhr
P. M. Autor