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Ligabericht

Zehn-Tore-Derby am Blumengarten

2:0, 2:2, 5:2, 6:4 – Ingelheim bezwingt an einem denkwürdigen Fußballabend die TSG Pfeddersheim

von Mario Luge · 24.09.2026, 22:08 Uhr · 0 Leser
Thiemo Stavridis (grünes Trikot) macht sich auf den Weg, um gleich das 1:0 für Ingelheim zu erzielen.
Thiemo Stavridis (grünes Trikot) macht sich auf den Weg, um gleich das 1:0 für Ingelheim zu erzielen. – Foto: Mario Luge

Ingelheim. Was für ein Spektakel im Rheinhessen-Derby der Fußball-Landesliga Ost: Die Spielvereinigung Ingelheim bezwang die TSG Pfeddersheim in einem Zehn-Tore-Duell mit 6:4 (2:1). Mit dem zweiten Erfolg in Serie schafften die Rotweinstädter den Anschluss ans Mittelfeld der Liga, während die Gäste nach acht Partien mit nur vier Punkten weiter im Tabellenkeller feststecken. „Wir nehmen viel Positives aus der Partie mit, vor allem, weil wir in dieser Saison noch nie so viele Chancen herausgespielt haben und sogar noch vier Tore mehr hätten schießen müssen“, zog Ingelheims Sportdirektor Sebastian Frey ein zufriedenes Fazit. Über die durchaus offenkundigen Probleme gelte es indes noch zu reden.

Gegenüber dem erfolgreichen Auftritt vom Sonntag (3:0 bei der FG Mutterstadt) hatte sich bei der Spielvereinigung nur eine Position verändert: Für Leon Reitemeyer rückte Ali Can Cakici in die Startelf. Er sorgte gemeinsam mit den anderen 21 Akteuren für reichlich Kurzweil und Spannung.

Etwa einhundert Fans sahen großes Kino am Blumengarten. Der Hauptfilm spielte auf dem Nebenplatz. Beide Teams starteten mit festem Willen, aber auch Nervosität in ein Derby, das man durchaus schon in die Rubrik Abstiegskampf einordnen konnte. Auf beiden Seiten war die Anspannung zu spüren. Erst Thiemo Stavridis sorgte nach einer Viertelstunde für etwas Sicherheit bei den Grünen: Der Routinier setzte sich im TSG-Strafraum sehenswert durch und schob zur Ingelheimer Führung ein.

Wiederum 15 Minuten später legte ein anderer erfahrener Spieler nach: Francesco Teodonno verwandelte einen Strafstoß – Sandro Zey war gefoult worden – zum 2:0. Doch noch vor der Pause verkürzte Pfeddersheim auf 1:2 (Ali Aslan, 36.).

Und nach nur sechs Minuten der zweiten Halbzeit ging es durch das 2:2 von Max Höflich, stark vorbereitet von Marcel Mappes, für beide Teams wieder zurück auf „Los“. Jetzt waren erneut die Hausherren an der Reihe – und wie: Max Tzieply brachte sein Team in der wildesten Phase der Partie wieder in Front (58.), Paul Luka Vogelsberger erhöhte kurz darauf auf 4:2 (61.). Teodonnos 5:2 (67.) sollte eigentlich die Vorentscheidung sein. Eigentlich.

Denn weiter ging der wilde Ritt. Zunächst setzte Pfeddersheim einen Strafstoß an den Pfosten (71.), dann versiebte Ingelheim einen aussichtsreichen Konter. Höflich brachte im direkten Gegenzug die TSG mit dem 3:5 (75.) tatsächlich noch einmal auf Schlagdistanz. Erst recht, als der Torjäger fünf Minuten vor Ende der regulären Spielzeit mit seinem dritten Treffer sogar noch das 4:5 folgen ließ.

Doch die Gastgeber hatten in Person von Joker Ilker Yüksel erneut die passende Antwort. Das 6:4 des 28-Jährigen war der zehnte Treffer der Partie und zugleich der Schlusspunkt eines denkwürdigen 92-minütigen Fußball-Krimis.

Auch Frey musste anschließend erst einmal durchatmen: „Drei der Gegentore haben wir uns selbst ins Nest gelegt, aber es gab ein Happyend.“

SpVgg. Ingelheim: Haas – Schlör (66. Yüksel), Vogelsberger, Commes (73. Scherer), Tzieply, Deisen, Schmitt, Zey, Stavridis, Cakici (77. Parlak), Teodonno (85. Zimmer).