
Der FC Penzberg kassierte in den Schlussminuten das entscheidende Gegentor. Trotz drückender Überlegenheit verlor das Team den Anschluss an die Aufstiegsplätze.
Murat Ersoy schüttelte den Kopf, als er nach seiner Auswechslung den halben Platz umrunden musste, ehe er im eigenen Lager ankam: nicht der Herausnahme wegen, sondern aufgrund des Spielstands. „Ein Unentschieden gegen die ist einfach zu wenig“, haderte der Antreiber des FC beim Zwischenstand von 1:1. Dass es dabei nicht blieb, dürfte Ersoy wohl kaum versöhnlich gestimmt haben. Trotz drückender Überlegenheit kassierte der FC Penzberg in der Schlussminute der regulären Spielzeit einen weiteren Gegentreffer. Durch die 1:2-Niederlage beim SV Bad Heilbrunn verliert der FC langsam den Anschluss an die Aufstiegsplätze in der Bezirksliga Süd. Neun Punkte trennen die Penzberger vom zweitplatzierten SV Planegg-Krailling, der allerdings ein Spiel mehr absolviert hat.
Bitter für die Gäste: Sie haben sich die 1:2-Niederlage selbst zuzuschreiben. Bei einem Chancenverhältnis von etwa 12:2 zugunsten der Penzberger braucht es keine Ausreden. Das wusste auch Maxi Bauer. „Man braucht sich nicht wundern, wenn man in Heilbrunn schon mit einem Fehler ins Spiel startet“, merkte der Coach an. Gemeint war Marco Hirys eigenwilliges Verhalten, nachdem er den Ball einem Gegenspieler abgelaufen hatte.
Der setzte zwar nach, Hiry hatte aber stets zwei Optionen: Keeper Bene Zeisel einbeziehen oder den Ball nach vorn spielen. Ungünstigerweise wählte der FC-Routinier die Option, so lange mit dem Ball zu laufen, bis er mittels Fehlpass beim Gegner landete. Letztlich war Max Specker im Nachsetzen erfolgreich und netzte zum 0:1 für den SV ein. Den zweiten dicken Fauxpas erkannte Bauer darin, dass seine Kreativ- und Offensivabteilung es fertigbrachte, „aus zehn oder 15 sehr guten Möglichkeiten“ kein Tor zu machen.
Der Torabschluss war an diesem Nachmittag wahrlich alles andere als eine Offenbarung. Im ersten Abschnitt war es allerdings noch erträglich. Da setzte Dominik Bacher eine Flanke von Jonas Kirschner knapp drüber – und Murat Ersoy verfehlte mit dem Pausenpfiff denkbar knapp. Dazwischen lag der Ausgleich, den Samir Nezir nach einem Fangfehler von SV-Keeper Alihan Uzun markierte. Nach dem Seitenwechsel wurde es dann skurril. Kirschners Kopfball parierte Uzun ebenso wie Bachers Flachschuss ohne Gegenspieler.
Doch damit nicht genug: Ludwig Buchmair klärte vor Mirko Ramcic nahe der Torlinie, bei Denis Grgics Volleyabnahme mischte sich Uzun wieder ein. Hinzu kamen mehrere falsche Entscheidungen in letzter Instanz. Und so bekamen die Gäste und ihre fehlende Präzision vor dem Tor die Quittung. Heilbrunn beschränkte sich längst nur noch auf das Sichern des Punktgewinns. Als Alex Jobst aber bei einem Querpass am Ball vorbeihobelte, war Felix Gellner mit dem Siegtor für die Heimelf zur Stelle. „So kannst du nicht erwarten, dass du mit drei Punkten vom Platz gehst“, urteilt Bauer messerscharf.