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Allgemeines

Zahlen stabil – Anteil der gemeldeten Vorfälle erneut gesunken

Das Lagebild des Amateurfußballs 2025/2026

von red · 11.09.2026, 12:15 Uhr · 0 Leser
– Foto: Marcel Eichholz

Die Lage auf Deutschlands Amateurfußballplätzen hat sich in der Saison 2025/2026
insgesamt auf dem Niveau des vorherigen Jahres bewegt. Das geht aus dem Lagebild
Amateurfußball hervor, das der DFB seit zwölf Jahren in jeder Spielzeit erhebt.

Bei insgesamt 1,284 Millionen abgeschlossenen Spielberichten zeigten sich nur leichte
Veränderungen. Während die Zahl der Partien mit gemeldeten Gewalt- oder
Diskriminierungsvorfällen zum dritten Mal in Folge zurückging (auf 5450), wurden
geringfügig mehr Spiele abgebrochen (842 nach 825 im Jahr zuvor). Damit wurde bei 0,42
Prozent aller Spiele mit abgeschlossenen Spielbericht ein Vorkommnis gemeldet und 0,066
Prozent abgebrochen. In Hessen ging die Zahl der Abbrüche sogar leicht zurück (von 63 auf
60). Mit 0,05% liegt der Hessische Fußball-Verband damit unter dem bundesweiten
Durchschnitt der Spielabbrüche.

Bei 3386 Spielen wurde über die elektronischen Spielberichte mindestens ein Gewaltvorfall
gemeldet. Das entspricht einem Anteil von 0,26 Prozent an allen Partien mit
abgeschlossenem Spielbericht (Vorsaison: 0,27 Prozent, in Hessen von 0,32% auf 0,30%).
Auch die Zahl der Begegnungen mit mindestens einem gemeldeten Diskriminierungsvorfall
ging minimal zurück von insgesamt 2398 (Anteil Vorsaison: 0,19 Prozent) auf 2315 (0,18
Prozent). Auch in Hessen ging diese Zahl von 0,22% auf 0,17% deutlich zurück. Die Bandbreite der gemeldeten Vorfälle reicht von Bedrohungen bis hin zu körperlichen Übergriffen.

Ronny Zimmermann, 1. DFB-Vizepräsident Amateure, sagt: “Insgesamt zeigen die aktuellen
Zahlen ein ähnliches Bild wie im Vorjahr. Der leichte Anstieg bei den Spielabbrüchen zeigt,
dass es keinen Anlass gibt, sich mit der grundsätzlich positiven Entwicklung der
vergangenen Jahre zufriedenzugeben. Ein Spielabbruch ist ein gravierendes Ereignis.
Signifikante Einzelfälle prägen die Geschädigten nachhaltig und haben darüber hinaus
maßgeblichen Einfluss auf die allgemeine öffentliche Wahrnehmung. Deshalb müssen wir
alle im Fußball unsere Anstrengungen, insbesondere in der Präventionsarbeit, weiter
intensivieren, um einen respektvollen und wertschätzenden Umgang miteinander zu
fördern. Gleichzeitig arbeiten wir daran, die Datenqualität des Lagebilds weiter zu
verbessern. Daher rufen wir alle Beteiligten ausdrücklich auf, Vorfälle von Gewalt und
Diskriminierung konsequent zu melden.“

Höchster Erfassungsgrad seit Beginn der Auswertung

Seit der Saison 2014/2015 lässt der DFB jährlich auf Grundlage der elektronischen Spielberichte der Schiedsrichter*innen ermitteln, wie es mit Blick auf Gewalt und Diskriminierung um die Lage des Amateurfußballs in Deutschland bestellt ist. Für die Saison 2025/2026 lagen zu 1.283.992 Begegnungen abgeschlossene Spielberichte vor. Das entspricht 88,44 Prozent aller 1.451.841 Spiele mit begonnenem Spielbericht und bedeutet den höchsten Erfassungsgrad seit Beginn der Auswertung.

Vorfälle können rund um ein Spiel bei den Schiris oder anschließend bei der jeweiligen
Anlaufstelle für Gewalt- und Diskriminierungsvorfälle des zuständigen Landesverbandes
gemeldet werden. Spielabbrüche sind grundsätzlich zu erfassen, damit sie anschließend
sportgerichtlich aufgearbeitet werden können.

Zu den zentralen Bausteinen der Gewaltprävention im Amateurfußball zählen weiterhin die
Kapitänsregel und das DFB-STOPP-Konzept. Beide Maßnahmen sollen dazu beitragen,
Konflikte zu entschärfen, die Kommunikation auf dem Platz zu verbessern und Eskalationen
möglichst zu verhindern. Darüber hinaus arbeiten der DFB und seine Landesverbände
kontinuierlich an Schulungs-, Präventions- und Unterstützungsangeboten für Vereine, Schiedsrichter*innen und weitere Beteiligte.

Pilotprojekt für besonders häufig betroffene Schiedsrichter*innen

Trotz positiver Entwicklungen bei den Schiedsrichter*innen wie einer allgemein
gestiegenen Wertschätzung oder der seit drei Jahren steigenden Zahlen an aktiven Schiris
in Deutschland, sind die Unparteiischen weiterhin oft Geschädigte (2100 Mal) eines Vorfalls.
Nur Spieler*innen werden noch öfter als Geschädigte genannt (in 3245 Spielen), sind gleichzeitig aber auch die Meistbeschuldigten (in 3689 Partien).

Um die Sicherheit zu erhöhen, für mehr Respekt auf und neben dem Platz zu sorgen und
neue Erkenntnisse im Umgang mit Gewalt und Beleidigungen zu gewinnen, startet der DFB
gemeinsam mit der FIFA und dem Fußball- und Leichtathletik-Verband Westfalen (FLVW)
jetzt ein bislang einmaliges Pilotprojekt in Deutschland. In der Kreisliga B Gelsenkirchen werden die Schiedsrichter*innen ab sofort mit Bodycams ausgestattet.

Die Bodycam zeichnet nicht dauerhaft auf. Im Bereitschaftsmodus werden die jeweils
vergangenen 30 Sekunden fortlaufend überschrieben. Erst durch die Aktivierung durch die
Spielleitung wird die Aufnahme gespeichert. Das Pilotprojekt ist datenschutzrechtlich
geprüft und wird während der verbleibenden Saison wissenschaftlich begleitet.

Im Mittelpunkt stehen unter anderem die Auswirkungen auf das Sicherheitsgefühl der
Schiedsrichter*innen sowie das Verhalten aller Beteiligten. Dazu werden unter anderem
Vorfallstatistiken sowie die Anzahl von Gelben und Roten Karten mit der Vorsaison
verglichen. Zusätzlich sind regelmäßige Befragungen der teilnehmenden Unparteiischen
vorgesehen. Die gewonnenen Erkenntnisse werden nach Abschluss der wissenschaftlichen
Begleitung ausgewertet und in die internationale Bewertung durch die FIFA einfließen.