2026-01-14T07:55:46.445Z

Allgemeines
– Foto: Jochen Lauxmann, Pressefoto-Bi

Yilmaz: "Alles dafür tun, Zusammenarbeit erfolgreich zu beenden"

FuPa-Teamcheck: FV Spfr Neuhausen zwischen Aufbruch und Konstanz

20 Punkte, Platz zehn und eine Hinrunde voller Ausschläge: Trainer Ugur Yilmaz bilanziert den Weg des FV Spfr Neuhausen zwischen Umbruch, Potenzial und der Suche nach Beständigkeit.

Einordnung der Hinrunde
Nach 15 Spieltagen steht der FV Spfr Neuhausen mit 20 Punkten auf Rang zehn der Landesliga Württemberg, Staffel 2 – ein Platz im Mittelfeld, der für Ugur Yilmaz jedoch kein Ruhekissen ist. „Wir hatten im Sommer einen größeren Umbruch, das darf man nicht ausblenden“, sagt der 38-jährige Trainer, der die Mannschaft seit zweieinhalb Jahren führt.

Dennoch fällt sein Fazit kritisch aus: „Unterm Strich bin ich trotz der 20 Punkte nicht zufrieden, weil deutlich mehr drin gewesen wäre.“ Der Saisonverlauf habe Extreme gezeigt – „einen schwachen Start und ein schwaches Ende“ –, dazwischen aber auch eine Phase, „in der wir gezeigt haben, was in der Mannschaft steckt und in der wir konstant gepunktet haben“. Für die Rückrunde formuliert Yilmaz ein klares Ziel: „Entscheidend ist, dass wir unsere Schlüsse daraus ziehen, an uns arbeiten und in der Rückrunde ein anderes, stabileres Gesicht zeigen.“

Ursachen der Ausschläge
Die starken Schwankungen zwischen Siegen wie dem 6:3 gegen den MTV Stuttgart und Niederlagen wie dem 0:6 in Böblingen erklärt der Trainer vor allem mit fehlender Konstanz im Personal. „Gerade zu Beginn der Saison hatten wir durch Urlaube immer wieder wechselnde Aufstellungen und konnten weder im Training noch im Spiel dauerhaft mit einer eingespielten Elf arbeiten“, sagt Yilmaz.

Auch die Vorbereitung habe darunter gelitten, weil „nicht immer mit dem kompletten Kader“ trainiert werden konnte. Trotzdem scheut er keine klaren Worte: „Nach einer 0:6-Niederlage darf und kann man keine Ausreden suchen. Das war an diesem Tag ein komplettes Versagen von uns.“ Gleichzeitig verweist er auf das Leistungspotenzial: „Auf der anderen Seite zeigen Spiele wie der Sieg in Eislingen ganz klar, wozu wir in der Lage sind.“

Potenzial und Entwicklung
Besonders stolz blickt Yilmaz auf die Phase zurück, in der Neuhausen ungeschlagen blieb. „Gerade in der ungeschlagenen Serie, mit dem Sieg in Eislingen und dem Unentschieden beim Spitzenreiter Köngen, haben wir gesehen, welches Potenzial in der Mannschaft steckt.“

Auch danach habe sein Team „sehr dominant“ agiert. Für ihn ist das ein Beleg dafür, „dass wir grundsätzlich auf dem richtigen Weg sind und eine Entwicklung vorhanden ist“. Doch genau hier setzt die Kritik an: „Entscheidend ist aber, dieses Potenzial nicht nur phasenweise, sondern über eine komplette Hinrunde auf den Platz zu bringen.“

Der Trainer als Spieler
Yilmaz stand in dieser Saison nur einmal selbst auf dem Platz – und traf dabei direkt. Dennoch war das keine Kehrtwende. „Mit mittlerweile 38 Jahren möchte ich selbst nicht mehr regelmäßig auf dem Platz stehen“, erklärt er. Schon in der Vorsaison habe dieser Prozess begonnen, in dieser Spielzeit sei er „konsequent weitergeführt“ worden.

Der Kurzeinsatz über 15 Minuten sei lediglich der Situation geschuldet gewesen: „Gerade gegen Ende der Hinrunde hatten wir einige Verletzte, gesperrte Spieler und auch private Ausfälle.“ Seine Hoffnung formuliert er klar: „Insofern hoffe ich, dass es für diese Saison auch mein einziger Einsatz bleibt.“

Winterfahrplan
Am 15. Januar beginnt für Neuhausen die Wintervorbereitung, zwei Tage später folgt mit dem Test gegen den Oberligisten VFR Aalen direkt ein sportlicher Höhepunkt. „Generell werden wir in dieser Vorbereitung bewusst vermehrt gegen höherklassige Mannschaften testen“, sagt Yilmaz. Inhaltlich gehe es darum, „Kraft zu tanken und an unseren Grundlagen zu arbeiten“, vor allem „Taktik, Technik und vor allem die Automatismen weiter zu festigen und zu verbessern“. Solange es Wetter und Plätze erlauben, werde „auf dem Platz gearbeitet“. Ein Trainingslager ist nicht geplant.

Kaderbewegungen
Im Winter gibt es dennoch Veränderungen. „Uns haben Kalle Maier, Valon Dodaj und Adonis Shalaj verlassen“, berichtet Yilmaz. Neu dazu stößt „Marko Brekalo vom TSV Harthausen“. An der grundsätzlichen Ausrichtung ändert das nichts: „Grundsätzlich bleiben wir unserem Weg treu und setzen weiter auf die Entwicklung der bestehenden Mannschaft.“

Blick auf Bernhausen
Brisant wird der letzte Spieltag der Saison: Dann trifft Neuhausen auf den TSV Bernhausen – jenen Klub, den Yilmaz ab dem 1. Juli 2026 übernehmen wird. „Natürlich ist es eine besondere Konstellation“, räumt er ein, betont aber: „Das ändert an unserer Herangehensweise überhaupt nichts.“ Sein Fokus bleibt klar: „Wir werden die komplette Rückrunde alles investieren, um unser Ziel schnellstmöglich zu erreichen. Das ist, den Klassenerhalt frühzeitig zu sichern.“

Abschied mit Dankbarkeit
Bis zu seinem Wechsel bleibt Yilmaz voll bei seinem aktuellen Verein. „Bis dahin bin ich rundum Trainer des FV Neuhausen und werde alles dafür tun, diese Zusammenarbeit erfolgreich zu Ende zu bringen.“ Gemeinsam mit Co-Trainer Lucio Fanelli habe er „drei Jahre gearbeitet“, die Mannschaft „aus dem unteren Tabellenbereich der Bezirksliga übernommen, in die Landesliga geführt und im ersten Jahr dort sehr gut etabliert“.

Der Entschluss zum Wechsel sei bewusst gefallen: „Irgendwann kommt dann der Punkt, an dem man für sich erkennt, dass ein Abschnitt beendet ist.“ Neuhausen bleibe er dennoch verbunden: „Wir sind Neuhausen dankbar, dass wir diese Chance hier bekommen haben und gemeinsam große Erfolge feiern durften.“

Aufrufe: 014.1.2026, 14:00 Uhr
Nicolas BläseAutor