2026-04-29T13:32:52.058Z

Spielbericht

Wüsti mit Derbysieg: Erst souverän, dann gezittert!

Im Derby zwischen dem SV Germania Wüstheuterode und dem SV DJK Arenshausen behielt die Heimelf mit 3:1 die Oberhand und untermauerte damit ihr Ziel, die Saison nach dem Aufstiegsverzicht auf Rang drei zu beenden.

von André Hofmann · Heute, 19:00 Uhr · 0 Leser
– Foto: © Rocco Menger

Für die Gäste hingegen wird die Lage im Tabellenkeller immer prekärer: Mit nun sieben Punkten Rückstand auf den ersten Nichtabstiegsplatz geht Arenshausen in die letzten fünf Spiele – und auch im Derby blieb die erhoffte Trendwende aus.

Wüstheuterode legte von Beginn an den Grundstein für den Erfolg. Nach drei Spielen ohne Sieg zeigte sich die Mannschaft von Trainer Alexander Henke hochmotiviert und präsent. „Wir hatten uns viel vorgenommen. Das hat man den Jungs von der ersten Minute auch angesehen“, erklärte Henke. Seine Elf agierte aggressiv, laufstark und setzte den Gegner früh unter Druck. Immer wieder erzwang Germania hohe Ballgewinne und ließ Arenshausen kaum zur Entfaltung kommen. Die frühe Führung war die logische Konsequenz: Über die rechte Seite kombinierte sich Wüstheuterode in den Strafraum, wo André Herburg mustergültig für Luca Hagemann auflegte, der in der 15. Minute nur noch den Fuß hinhalten musste. Mit dem 1:0 im Rücken wuchs das Selbstvertrauen der Gastgeber spürbar. „Man hat den Spielern angemerkt, dass sie mal wieder so ein Erfolgserlebnis gebraucht haben“, so Henke. Nur wenig später sorgte Vincent Rux für den nächsten Treffer – wenn auch mit etwas Verzögerung. Nachdem Gabriel Bode im Strafraum nur per Foul gestoppt werden konnte, scheiterte Herburg zunächst vom Punkt am gegnerischen Torwart. Rux reagierte jedoch am schnellsten und staubte zum 2:0 (24.) ab. „Es war sein erstes Tor nach seinem Wechsel im Winter zu uns“, freute sich Henke. Bis zur Pause hatte Germania alles im Griff, auch wenn Rux kurz vor dem Halbzeitpfiff das mögliche 3:0 per Dropkick verpasste. „Wir gehen mit einem guten Gefühl in die Halbzeit, aber mit dem Bewusstsein, dass noch ein Tor fehlt, um den Deckel draufzumachen“, erklärte Henke.

Nach dem Seitenwechsel zeigte sich jedoch ein anderes Bild. Wüstheuterode zollte dem hohen Aufwand der ersten Hälfte Tribut, agierte weniger intensiv und verlor an Zugriff. Arenshausen kam – auch dank gelungener Wechsel – besser ins Spiel und erhöhte den Druck. Die Partie wurde offener, ohne dass die Gäste zunächst zu klaren Chancen kamen. Der Anschlusstreffer fiel schließlich nach einer umstrittenen Szene: Ein Ball sprang zunächst an den Kopf eines Wüstheuteröder Spielers und anschließend an die Hand – der Schiedsrichter entschied auf Strafstoß. Michael Drost verwandelte sicher zum 1:2 (75.). In der Folge wirkte Germania verunsichert, zog sich weit zurück und fand kaum noch Entlastung. „Da hätte ich mir mehr Klarheit und Souveränität gewünscht“, kritisierte Henke. Arenshausen witterte seine Chance, kam jedoch nicht mehr zu einer zwingenden Möglichkeit. Stattdessen setzte Wüstheuterode in der Schlussphase den entscheidenden Konter – und der hatte es in sich: In der 90. Minute schnappte sich Felix Bachmann den Ball in der eigenen Hälfte, setzte zu einem beeindruckenden Solo über den gesamten Platz an und drang bis in den gegnerischen Strafraum vor, wo er nur durch ein Foul gestoppt werden konnte. Den fälligen Elfmeter verwandelte anschließend Luca Hagemann sicher zum 3:1-Endstand (90.+2). „Der Sieg war verdient. Es war ein dreckiger Sieg, den wir in dieser Situation auch mal gebraucht haben“, resümierte Henke. „Wir wollen Platz drei ins Ziel bringen.“

Bemerkenswert: Auf beiden Seiten mussten im Derby die Torhüter ausgewechselt werden. Bei Wüstheuterode begann Torwarttrainer Kay Sobieraj für den angeschlagenen Tobias Trümper, musste jedoch selbst nach rund 50 Minuten verletzt vom Feld, sodass Trümper doch noch zum Einsatz kam. Auch Arenshausen blieb von einem Torwartwechsel nicht verschont.