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Wormatias Zukunft beginnt schon jetzt

Im Niemandsland der Tabelle, die Saisonziele längst futsch: Der VfR Wormatia Worms plant schon jetzt die kommende Spielzeit, was auch bei den aktuellen Aufstellungen deutlich wird

von Stefan Mannshausen · 25.03.2026, 14:00 Uhr · 0 Leser
Rechtsverteidiger Felipe Ralda (mitte), hier im Zweikampf mit Niklas Baus vom SC Idar-Oberstein, wird ein Teil der Wormatia-Zukunft sein. Auch Nico Jäger (hinten) hat seinen auslaufenden Vertrag bereits Verlängert. 	Archivfoto: Christine Dirigo/pakalski-press
Rechtsverteidiger Felipe Ralda (mitte), hier im Zweikampf mit Niklas Baus vom SC Idar-Oberstein, wird ein Teil der Wormatia-Zukunft sein. Auch Nico Jäger (hinten) hat seinen auslaufenden Vertrag bereits Verlängert. Archivfoto: Christine Dirigo/pakalski-press

Worms. Wie schon in der vergangenen Saison geht es für die Wormatia in den abschließenden Monaten vor Saisonende nur noch um einen versöhnlichen Saisonabschluss. Die Ziele der Spielzeit 2025/2026 in Oberliga und Verbandspokal wurden schon vor der Winterpause verspielt. Die Stimmung rund um den ambitionierten Traditionsverein, dessen Entwicklung stagniert, ist also auch in diesem Frühjahr nicht die beste. Schon jetzt feilen die Verantwortlichen des Vereins an der bevorstehenden Spielzeit, in der die Wormser sportlich wieder eine bessere Rolle spielen wollen, um nicht wie in dieser Spielzeit erneut schon frühzeitig im Niemandsland der Tabelle festzustecken.

Dieser Text wird euch kostenlos zur Verfügung gestellt von der Allgemeinen Zeitung und Wormser Zeitung.

Der Beginn des zweiten Halbjahres begann für die Mannschaft von Trainer Anouar Ddaou holprig. Einem knappen 3:2-Sieg beim FV Diefflen folgten zwei sieglose Spiele gegen den SC Idar-Oberstein (2:2) und beim SV Auersmacher (0:1), bei denen die Wormaten unter ihren Möglichkeiten blieben. Macht vier Punkte aus drei Spielen gegen Teams aus dem Tabellenkeller: keine besonders prickelnde Ausbeute. Ddaou ärgerte sich darüber, dass sich seine Mannschaft dabei „selbst in die Bredouille“ gebracht hatte.

Im Heimspiel gegen Idar-Oberstein durch ein unnötiges Gegentor tief in der Nachspielzeit, am vergangenen Wochenende durch einen Platzverweis von Kaan Özkaya nach exakt 71 Sekunden (!). Doch trotz genügend Baustellen bei der Wormatia auf dem Platz machen die vergangenen Wochen Ddaou und Co. auch Hoffnung auf die Zukunft. Das hat mehrere Gründe.

Youngster bekommen ihre Chancen

Die Zukunft der Wormatia soll auch den Eigengewächsen gehören. „Eine engere Verzahnung haben wir uns auf die Fahnen geschrieben, deswegen wollen wir auch auf unsere Nachwuchsspieler setzen”, sagte Ddaou im Anschluss an die 0:1-Niederlage im Saarland, bei der U21-Stürmer Amir Moore seine ersten Spielminuten in der Oberliga absolviert hatte. „Wir wollen diese Durchlässigkeit zwischen Nachwuchs und Oberligateam”, sagt der Wormser Trainer, für den aber in erster Linie im Mittelpunkt stand, dass „Amir sich diesen Einsatz total verdient hat.” Der Stürmer machte seine Sache ordentlich, spulte angesichts der Unterzahlsituation viele Laufwege ab und dürfte auch in Zukunft weitere Bewährungschancen erhalten.

Neben Moore feierten in dieser Saison weitere Youngsters, die in der U19 und im Landesliga-Team des VfR überzeugten ihre Oberliga-Premiere. Rechtsverteidiger Felipe Ralda hat sich sogar inzwischen einen Stammplatz erkämpft. Mittelfeldspieler Lukas Sundin startete zuletzt dreimal in Folge. Auch Omar Hashem Sayed, der in der Hinrunde im Spiel gegen Pirmasens gemeinsam mit Alazar Mulugeta sein Oberligadebüt feierte, ist ebenfalls nah dran an Einsatzzeiten und ab Sommer ein festes Kadermitglied der Wormaten.

Team überzeugt nicht spielerisch, dafür kämpferisch

Die fußballerischen Leistungen der Wormaten schwankten in dieser Saison regelmäßig. Fehlende Konstanz kostete das Ddaou-Team zahlreiche Punkte. Dennoch attestierte der Wormser Coach seiner Mannschaft nach der 0:1-Pleite beim SVA einen taktischen Fortschritt. Die eigentlichen Offensivspieler Niklas Meyer, Mert Özkaya und Nico Jäger lobte er für ihre Defensivarbeit im Zentrum, nach der zahlreiche Alternativen für das defensive Mittelfeld weggefallen waren.

Seine Mannschaft habe „bravourös und aufopferungsvoll gekämpft”, sich an die Vorgaben und Absprachen gehalten und auch offensive Momente kreiert, sagt Ddaou. Daraus lässt sich schließen: Von Einstellung und der Lernbereitschaft seiner Spieler ist der Wormser Trainer trotz der momentan sportlich wenig attraktiven Ausgangslage voll überzeugt.

Trainer Ddaou geht den Wormatia-Weg voll mit

„Wir haben eben eine junge Mannschaft”, holt Ddaou bei der Bewertung der bisherigen Spielzeit aus. Da blieben Rückschläge, individuelle Aussetzer, fehlende Konstanz und folgerichtig auch wenig zufriedenstellende Ergebnisse eben auch nicht aus, erklärt der 45-jährige Coach. Die aktuelle Tabellenposition sei daher, so Ddaou, durchaus den Leistungen seiner Mannschaft entsprechend. Für den Wormser Trainer kein Problem: „Ich habe schon oft mit jungen Spielern gearbeitet und finde, wir sind auf einem guten Weg.”

Die Entwicklung, so Ddaou, stimme ihn optimistisch. „Wir müssen geduldig sein, aus unseren Fehlern lernen und an die jungen Spieler glauben.” Anouar Ddaou unterstützt diese Herangehensweise des Vereins voll und ganz. Er setzt gemeinsam mit Wormatias Sportlichem Leiter Aydin Ay und Co auf Entwicklung und hofft auf mehr Kontinuität. In Bezug auf seine Spieler sagt er: „Ich habe einen langen Atem.”

Vertragsverlängerungen

Beim Trainingsstart vor dieser Saison kehrten gerade mal fünf Spieler aus dem vorjährigen Wormatia-Kader auf den Trainingsplatz zurück. Es war ein weiterer XXL-Umbruch, den die Wormser zu meistern hatten. Nach der laufenden Spielzeit soll der „Umbau“ kleiner ausfallen. Mit den Youngstern Felipe Ralda, Lukas Sundin und Vasileios Siontis, mehreren Nachwuchsspielern sowie den Arrivierten und als Stützen eingeplanten Nico Jäger, Laurenz Graf, Nicolas Obas und Kapitän Tom Fladung haben schon mehrere Wormaten ihren Vertrag verlängert.

Wenig überraschend sind wichtige Planstellen (Nummer eins, Abwehrchef) aber noch offen. Gesucht werden auch noch Spieler mit Routine und Erfahrung. Sicher ist: sowohl auf der Abgangs- wie auch auf der Zugangsseite wird in den kommenden Wochen und Monaten noch viel passieren. Die jungen Spieler werden nichtsdestotrotz weiter mit ihren Hufen scharren.