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Pokal

Wormatias Pokaltraum geplatzt

Schon früh verabschiedet sich Oberligist VfR Wormatia Worms aus dem Verbandspokal

von Torben Schröder · 19.08.2026, 20:00 Uhr · 0 Leser
Fußball kann schmerzhaft sein. Raphael Akoto hilft Schlussmann Luca Pedretti auf.  	Foto: Kristina Schäfer
Fußball kann schmerzhaft sein. Raphael Akoto hilft Schlussmann Luca Pedretti auf. Foto: Kristina Schäfer

Mainz/Worms. Es ist der ganz große Traum bei Fans und Verantwortlichen des VfR Wormatia: Einmal wieder DFB-Pokal in Worms, wie letztmals vor acht Jahren gegen Werder Bremen (1:6). Erneut ist er geplatzt, unter dramatischen Umständen. 1:3 nach Verlängerung bei Oberliga-Konkurrent TSV Schott Mainz – verdient, wie Trainer Artur Lemm eingesteht. Doch eine Stunde lang sah es richtig gut aus, wie auch im Re-Live unserer Übertragung zu sehen ist.

Dieser Text wird euch kostenlos zur Verfügung gestellt von der Allgemeinen Zeitung und Wormser Zeitung.

„Wir sind super ins Spiel gekommen“, sagt Innenverteidiger Altin Vrella, „wir haben alles umgesetzt, waren gut im Gegenpressing, haben Schott bespielt.“ Allein, nach Justin Barrys freiem Abschluss vor dem Keeper (6.) und Nicolas Obas Flachschuss von der Strafraumkante (10.) bleiben die dicken Chancen – die Mainzer hatten in der Startphase zwei mindestens ebenso klare – aus. Bis Isaac Okwubor, wie Vrella früh Gelb-vorbelastet und von Lemm doch auf dem Feld gelassen, Nico Jägers Dribbling gegen drei Mann mittig veredelte (48.).

Wormatia zunächst besser, dann drückend unterlegen

Auch in den Minuten nach dem 1:0 hatten die Wormser Oberwasser. Doch dann entfachte Schott einen regelrechten Sturmlauf. Zehn glasklare Chancen folgten binnen 30 Minuten. Und da ist weder das vermeintliche noch das tatsächliche 1:1 mitgezählt. Karim Zeghli kassierte von Raphael Akoto einen Fußfeger, Abdellatif El Mahaoui schoss den Ball ins Tor, doch da war der überstürzte Elfmeter-Pfiff schon ertönt. El Mahaoui setzte den Strafstoß an die Latte (63.). Kaum jemals dürfte sich eine Mannschaft so über einen Elfmeter gegen sich gefreut haben.

Doch der Mainzer Druck nahm Überhand. Standard, abgewehrt, reingeflankt, und Jan Just – der 2015/16 das Wormatia-Trikot trug – nickte zum 1:1 ein (84.). „Man hatte das Gefühl, dass jede vergebene Chance sie noch mehr motiviert hat“, sagt Vrella. Ein „extrem intensives Spiel, das auf unserem Niveau hochklassig war“, sah Lemm. „Wir waren etwa bis zur 55. Minute die bessere Mannschaft und kommen dann in eine Passivität, auch aufgrund der Qualität von Schott, die uns reingedrückt haben.“

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Das ging in der Verlängerung, auch nach einer mehrminütigen Pause im Dunkeln – beim Flutlicht war eine Sicherung rausgeflogen – genauso weiter. Unglücklich für Wormatia, dass der bis dahin bärenstarke Keeper Luca Pedretti und Vordermann Kaan Özkaya sich aufeinander verließen, El Mahaoui dazwischen spritzte und zum 1:2 traf (105.). Die Wormser bäumten sich auf, doch Akotos Ampelkarte (105.+3) wegen wiederholten Foulspiels und Tom Fladungs Zeitstrafe (113.) wegen Meckerns über einen Einwurf erschwerten das Vorhaben, wieder einmal zu klaren Chancen zu kommen, massiv.

„Es spricht sich herum, dass es mit Wormatia nach oben geht“

Wobei Justin Barry frei vor Keeper Robin Balters (73.) und Ufuk Kömesögütlü per Pfosten-Kopfball (105.+8) die Mainzer Dominanz hätten konterkarieren können. Stattdessen setzte Daniel Rudi im Konter das 1:3 (113.). „Das Spiel ging komplett an Schott“, blickt Lemm auf die zweiten 60 Minuten, „aber wir hatten immer wieder mal die Chance.“ Und nach dem 1:2 bäumten die Wormser sich noch einmal auf. „Wir haben diese Leidenschaft, dafür wollen wir stehen“, sagt Lemm. „Egal, wie viele Männer wir auf dem Platz haben – wir geben uns nicht auf. Das ist unsere Mentalität“, betont Vrella. Und die wurde von den Mitgereisten erneut mit großem Applaus honoriert.

TSV-Trainer Sascha Meeth, der wegen Beschwerden über einen vom Verlängerungspausenpfiff unterbundenen Mainzer Überzahl-Konter die Rote Karte sah (105.+10), lobte den Wormser Ansatz in den höchsten Tönen: „Sie haben uns das Leben total schwer gemacht. Wenn sie so weiterarbeiten, werden sie am Ende ganz, ganz weit oben stehen.“ Im Oktober 2025 riss das Elfmeter-Aus gegen den FK Pirmasens die ganze, stark begonnene Spielzeit völlig aus den Fugen. „Ich kann versprechen, dass das diesmal nicht passiert“, betont Lemm. „Es tut brutal weh, der Pokal war ein großes Ziel“, sagt Vrella, „aber es spricht sich herum, dass es mit Wormatia wieder nach oben geht.“

VfR Wormatia: Pedretti – Akoto, Vrella, Büker (72. Kömesögütlü) – Graf (87. K. Özkaya), Fladung – Obas (28. Okwubor, 79. Zaatan), M. Özkaya (106. Moore), Alagi – Jäger, Barry. –

Tore: 0:1 Okwubor (49.), 1:1 Just (84.), 2:1 El Mahaoui (105.), 3:1 Rudi (117.). – Zeitstrafe: – / Fladung (113.). - Gelb-Rot: – / Akoto (105.+3). – Rot: Trainer Meeth (105.+9, Meckern) / – . – Zuschauer: 650.