
Koblenz. Irfan Catovic hatte aus knapp 20 Metern leichtes Spiel, als er den Ball ins verwaiste Tor zur 1:0-Führung einschieben konnte. Erijon Shaqiri hatte ihm den Ball zugespielt – der Mittelfeldspieler des VfR Wormatia Worms verwandelt. Doch der Führungstreffer des VfR Wormatia Worms hatte beim Traditionsduell zweier Oberligisten bei der TuS Koblenz nicht allzu lange Bestand. 1:1 (1:1)-Unentschieden trennten sich die beiden Mannschaften nach 90 Minuten und am Ende mussten sich eher die Gastgeber vom Deutschen Eck darüber ärgern, aus der Partie nur einen Punkt mitgenommen zu haben.
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„Am Ende haben wir uns über die Zeit gerettet”, erklärt Wormatia-Trainer Marco Reifenscheidt, der vor allem im zweiten Durchgang eine klar unterlegene Wormser Mannschaft gesehen hatte. „Die Koblenzer haben das mit vielen Positionswechseln und Tiefenläufen gut gemacht und wir haben uns schwergetan, ihre Angriffe zu verteidigen.” Reifenscheidt gibt unumwunden zu: „Wir hatten keinen Zugriff.”
Schon die ersten Offensivaktionen des Spiels gehörten dem Gastgeber, der in der Tabelle zwar nur einen Platz vor den Wormsern steht, dafür aber satte 17 Punkte mehr eingespielt hat (ein Spiel mehr absolviert). Fehlende Effizienz und ein erneut guter VfR-Torwart Luca Pedretti verhinderten eine frühe Koblenzer Führung. Die gelang dafür den Wormsern – mit ihrer ersten zielstrebigen Aktion in der Koblenzer Hälfte überhaupt. Ein langer Ball flog auf die rechte Angriffsseite der Wormser, TuS-Keeper Michael Zadach kam aus seinem Tor, verschätzte sich und VfR-Akteur Talha Baylan war vor dem Schlussmann am Ball. Dieser landete bei Angreifer Shaqiri, der anschließend auf Catovic weiterleitete, der den Ball ins leere Tore schob (10.).
Zadachs Ausflug wollte Reifenscheidt aber nicht als „TuS-Geschenk” an die Wormser durchgehen lassen. „Geschenkt war es nicht, weil Talha sonst ja auch den Ball gehabt hätte”, sagte der Wormser Trainer, der mit der Performance seines Teams in Durchgang eins noch einigermaßen zufrieden war. „Da waren wir noch gut dabei.” Mit Kapitän Sandro Loechelt und Nik Rosenbaum vor der Abwehr („Ich wollte da zwei spielstarke Sechser haben”), hatte Reifenscheidt bei seiner Aufstellung auf Ballsicherheit und Kontrolle gesetzt. Laurenz Graf, eigentlich gesetzter Defensiv-Allrounder im Team, musste auf die Bank. Reifenscheidt sagte: „Am Anfang ist das so auch noch gut aufgegangen.”
Doch noch vor dem Seitenwechsel bejubelten dennoch die Gastgeber ihren verdienten Ausgleichstreffer. Per Abstauber traf Nazif Tchadjei für seine Mannschaft – Luca Pedretti hatte den ersten Schuss von Karim Zeghli noch gehalten, musste sich beim Nachschuss dann aber endgültig geschlagen geben (37.).
Die Geschehnisse der zweiten Hälfte waren dann schnell erzählt: Die Gastgeber spielten, die Gäste konnten sich kaum mal aus ihrer Hälfte befreien. Doch die Wormser hielten dennoch im zweiten Durchgang die Null. „Das Ergebnis war wichtig für unsere Fans”, sagte Reifenscheidt, der während des Spiels zwei „tolle Fanlager” erlebt hatte. „Das war am Ende für alle ein runder Tag, auch wenn unser Spiel in der zweiten Hälfte nicht ganz so schön war.”