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Ligavorschau

Wormatia Worms steht vor "komplettem Neuanfang"

Weitere Stammspieler verlassen den Verein +++ Letztes Heimspiel gegen Ludwigshafen

von Torben Schröder · 01.06.2024, 11:42 Uhr · 0 Leser
„Ich hätte gern drei, vier Jungs, die nun gehen, behalten“, sagt VfR-Trainer Peter Tretter.
„Ich hätte gern drei, vier Jungs, die nun gehen, behalten“, sagt VfR-Trainer Peter Tretter. – Foto: Claus-Walter Dinger

Welche Elf Peter Tretter zum letzten Saisonspiel von Fußball-Oberligist Wormatia Worms aufstellt, steht noch in den Sternen. Klar ist nur: Vor der Partie gegen Arminia Ludwigshafen (Sonntag, 14 Uhr) werden in Mannschaftsstärke Spieler verabschiedet. Der Aderlass an Stammkräften und Leistungsträgern ist beträchtlich.

Nach Daniel Kasper (Greuther Fürth II) und Philipp Sonn (Bahlinger SC) wechselt auch Simon Ludwig (RW Oberhausen) in die Regionalliga. Maximilian Fesser verfolgt ebenfalls dieses Ziel und hat die Wormser Vertragsofferte genauso ausgeschlagen wie Umut Sentürk und Younes Azahaf, den es zu Ligakonkurrent RW Koblenz zieht. In Jannik Marx bekommt, wie berichtet, ein weiterer bisheriger Eckpfeiler kein Vertragsangebot. Ersatzkeeper Leon Guth geht zur TSG Pfeddersheim. Auch die Reservisten Ager Saady, Moritz Maurer, Nils Wannemacher und Alexander Shehada meldet der Club, wie vom Sportlichen Leiter Aydin Ay im Interview mit unserer Zeitung angekündigt, als Abgänge. Das ergäbe eine durchaus vorzeigbare Oberliga-Elf – erst recht, wenn man das Karriereende von Jean M'voto und Tevin Ihrig hinzuzieht.

Drei weitere Vertragsverlängerungen stehen bevor

Die Liste derer, die bleiben, ist mit aktuell zehn Namen weitaus kürzer. Unter den häufiger eingesetzten Kräften sind Luca Pedretti, Ivan Smiljanic, Luca Jensen, Luca Manganiello, Jan Dahlke, Vincent Haber und Moritz Gotthardt weiter gebunden. Kapitän Sandro Loechelt sowie Julian Marquardt und Pascal Nicklis sollten laut Clubchef Florian Natter bald verlängern. Zudem stünden vier Neuzugänge fest, zwei weitere sollen über das Wochenende unterschreiben – und dann von der kommenden Woche an Schritt für Schritt bekannt gegeben werden.

„Ich hätte gern drei, vier Jungs, die nun gehen, behalten“, sagt Trainer Peter Tretter, „aber bei uns sitzt das Geld nicht mehr so locker wie vor Jahren noch. Dass der Schnitt so groß wird, habe ich mir anders vorgestellt. Das gibt mehr oder minder einen kompletten Neuanfang. Wir müssen es so annehmen.“ An den Saisonzielen wird trotzdem nicht gerüttelt. Natter hatte den Angriff auf den Aufstieg ausgerufen. „Ich revidiere da gar nichts“, stellt der VfR-Vorsitzende klar. Sicher sei man über den ein oder anderen Abgang traurig, aber die Neuen würden allesamt aus Ober- und Regionalliga kommen und viel Qualität mitbringen. „Und Anfang Juni schon 15, 16 Leute unter Vertrag zu haben – das gab es in den letzten Jahren nicht.“

Benny Früh: "Als hätte er mit Tyson geboxt"

An der Seitenlinie stehen wird, wie schon früher als geplant Dienstag in Diefflen, wieder Tretter. Cotrainer Benny Früh hatte einen Fahrradunfall. „Er sieht aus, als hätte er mit Mike Tyson geboxt“, erzählt der Chefcoach. Fessers Ampelkarte leitete die mehr als vermeidbare 1:3-Niederlage ein, verbunden mit zwei Patzern von U19-Keeper John Dos Santos. Azahaf hat sich den Arm gebrochen, auch Sonn musste verletzungsbedingt runter. Pedretti, Guth, Sentürk und Marx haben sich gegenseitig mit Corona angesteckt. „Kasper spielt, Mvoto bekommt seine Einsatzzeit zum Abschied“, verspricht Tretter, „jeder, der im Kader ist, kommt auch rein.“

Die Arminia braucht dringend einen Sieg im Abstiegskampf und trennte sich vorige Woche von Trainer Andreas Brill. „Wir wollen unseren abschließenden Dreier und haben nichts zu verschenken“, betont Tretter. Das sonst zum Ausklang übliche Freibier wurde mit Blick auf die düstere Wetterprognose auf den Saisonstart verschoben – mit der Hoffnung auf neue Euphorie in der neuen Runde.