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Wormatia Worms holt gegen Diefflen nur einen Punkt

Wormser Oberligist kommt im Heimspiel gegen den FV Diefflen nicht über ein 1:1 hinaus und hat dabei sogar Glück, dass die Gäste mehrere hochkarätige Chancen liegen lassen.

von Stefan Mannshausen · 25.08.2024, 13:17 Uhr · 0 Leser
Wormatia-Torschütze Erijon Shaqiri springt über Diefflen-Verteidiger Fabio Götzinger und jagt dem Ball hinterher.	Foto: Dirigo/pakalski-press
Wormatia-Torschütze Erijon Shaqiri springt über Diefflen-Verteidiger Fabio Götzinger und jagt dem Ball hinterher. Foto: Dirigo/pakalski-press

Worms. Nach einem Pfostentreffer und einer riesigen Kopfballgelegenheit für die Gäste wurde es Benny Früh nach 52 Spielminuten zu viel. Lautstark brüllte Wormatias Interimschefcoach in Richtung seiner Spieler, die die Anfangsminuten der zweiten Halbzeit drohten zu verschlafen. Zwei Minuten später jubelte die zuvor noch durch kritisches Raunen begleitete EWR-Arena. Erijon Shaqiri hatte den Ball irgendwie ins Tor des FV Diefflen bugsiert und die Wormser in Führung geschossen. Am Ende eines umkämpften, aber nicht sehr hochklassigen Oberliga-Spiels teilten sich die Wormser mit dem FV Diefflen die Punkte - 1:1 (0:0).

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Wormser Hochkaräter in der Schlussphase

VfR-Torschütze Erijon Shaqiri hatte nach dem Schlusspfiff „gemischte Gefühle”. „Wir müssen in der Defensive kompakter stehen”, sagte der Angreifer und sagte dann in Richtung sich und seiner Offensivkollegen. „Und vorne den einen oder anderen mehr machen.” Einfacher gesagt als getan, denn in der Schlussphase fehlte zwei Jokern der Wormser genau diese Kaltschnäuzigkeit. Zunächst schoss Berkan Küpelikilionc nach einem mustergültigen Angriff über mehrere Stationen den Ball völlig freistehend aus rund acht Metern über das Tor (88. Minute), wenige Minuten drauf parierte Diefflen-Torhüter Kai Zahler einen Schuss des eingewechselten Wormaten Laurenz Graf aus der Drehung stark (90+3.).

Trotz dieser zweier späten Chancen wäre ein Wormatia-Sieg wohl ein wenig schmeichelhaft gewesen. Denn vor allem die Gäste haderten nach Schlusspfiff mit ihrer Abschlussschwäche. Alleine der spielstarke FVD-Offensivspieler Ukyo Kagami hatte mehrfach einen Treffer auf dem Fuß, ließ zum Glück des VfR aber mehrfach die Genauigkeit im Abschluss vermissen (21., 42., 62.). Die Wormser, die in mintfarbenen Trikots aufliefen, weil die Gäste bis Anpfiff vergeblich auf ihre Auswärtstrikots gewartet hatten und in Gedenken an die verstorbenen Ex-Wormaten Willy Lösch und Ronny Borchers mit Trauerflor spielten, wirkten anfällig. Die Hintermannschaft des VfR um Ivan Smiljanic, der in Abwesenheit des verletzten Sandro Loechelts die Wormser als Kapitän anführte, hatte Glück, dass die Gäste aus dem Saarland den Platz in den Halbräumen den ihnen die Wormser gewährten nicht zu nutzen wussten. Große Abstände zwischen den Ketten und ungenau im Spielaufbau – der Wunsch von Benny Früh, „zurück zum eigenen Spiel zu finden” erfüllte sich nach der 0:1-Niederlage in Mechtersheim nicht wirklich.

Stattdessen merkte man dem Wormatia-Spiel das Fehlen der Leader Jan Dahlke (gebrochene Speiche) und Geburtstagskind Sandro Loechelt (muskuläre Probleme) an. Diese zwei Protagonisten des Wormser Spiels sind nicht gleichwertig zu ersetzen. Neuzugang Irfan Catovic, der nach seiner Verpflichtung ein Blitzdebüt feierte, war sichtlich bemüht ins Spiel zu finden, die fehlende Abstimmung und die neuen Laufwege seiner Kollegen, verhinderten allerdings noch – wenig verwunderlich – ein flüssiges Zusammenspiel. An der Wormatia-Schlussoffensive war er an den Abschlüssen seiner Mitspieler aber beteiligt und scheiterte per Distanzschuss ebenfalls nur knapp an einem Treffer (84.).

Den einzigen Treffer des Tages erzielte für die Wormser der fleißige Dahlke-Ersatz Erijon Shaqiri. Einem langen Ball ging der Angreifer hinterher, setzte im Strafraum nach und gegen seinen Gegenspieler durch und traf den Ball minimal, aber so perfekt, dass er am Diefflen-Keeper Zahler vorbei trudelte und per Innenpfosten ins Tor sprang (54.): „Das war reine Intuition”, erklärte Shaqiri anschließend. „Ich wollte den Ball noch irgendwie treffen und das hat zum Glück geklappt.” Ein Tor der Marke Willen.. „Bei zehn solchen Versuchen pro Spiel muss es ja nur einmal klappen für ein Tor.”

„Das war ein bisschen Ping Pong heute“

Mehr Zählbares gelang den Wormsern bei heißen Temperaturen über 30 Grad nicht. Torchancen hatten in der ersten Halbzeit Benjamin Franz (13.), Shaqiri (20.) und Luca Jensen (26.). Die besseren Möglichkeiten hatten aber die Gäste, die mehrere Hochkaräter liegen ließen. „Das war heute irgendwie ein bisschen wie Ping-Pong“, beschrieb Shaqiri. „Immer hin und her. Das zehrt an den Kräften und an der Konzentration.” Spielerische Höhepunkte blieben auf beiden Seiten aus. Dafür bekamen die 687 Zuschauer ein umkämpftes Oberligaspiel zu sehen, in dem die Wormatia-Spieler zunehmend unzufrieden wirkten und teilweise mit sich und ihren Mitspielern haderten.

VfR- Pedretti – Nicklis, Franz, Smiljanic, Obas (64. Baylan) – K. Özkaya, Jensen (86. Graf) – Marquardt (79. Küpelikilinc), Catovic, M. Özkaya – Shaqiri (79. Willrich)

Tore: 1:0 Shaqiri (54.), 1:1 Poß (66.)

Zuschauer: 687