2026-05-06T12:44:31.715Z

Allgemeines

Wormatia Worms gegen TSV Gau-Odernheim: Ein ungleiches Duell?

An diesem Samstag begegnen sich die beiden besten Teams aus Alzey-Worms zum zweiten Mal in einem Punktspiel +++ Alles zur Ausgangslage in dem Prestige-Duell

von Torben Schröder · 27.03.2026, 09:00 Uhr · 0 Leser
Ein Bild aus dem Hinspiel, das es am Samstag so nicht geben wird. Anders als Aleksandar Dimitrijevic (rechts), der beim TSV Gau-Odernheim eine schwer verzichtbare Größe ist, ist Leo Klein bei Wormatia Worms ins Abseits geraten. 	Archivfoto: Axel Schmitz/pakalski-press
Ein Bild aus dem Hinspiel, das es am Samstag so nicht geben wird. Anders als Aleksandar Dimitrijevic (rechts), der beim TSV Gau-Odernheim eine schwer verzichtbare Größe ist, ist Leo Klein bei Wormatia Worms ins Abseits geraten. Archivfoto: Axel Schmitz/pakalski-press

Worms/Gau-Odernheim. Ein Derby! Ein Derby? „Mir wurde gesagt, das Derby ist gegen Ludwigshafen“, erzählt Anouar Ddaou, hessischer Trainer in Diensten von Wormatia Worms, vor dem Oberliga-Duell gegen Tabellennachbar TSV Gau-Odernheim (Samstag, 14 Uhr). „Aber es ist Brisanz drin.“ Die Punktspiel-Premiere der Nachbarn im Fußballkreis Alzey-Worms in der Hinrunde ging 2:2 aus. Vorige Saison flog Wormatia (1:2 nach Verlängerung) am Petersberg aus dem Pokal.

Dieser Text wird euch kostenlos zur Verfügung gestellt von der Allgemeinen Zeitung und Wormser Zeitung.

Tabellennachbarn? „Eine Abschlusstabelle lügt nie“, relativiert TSV-Trainer Florian Diel eine gängige Fußballer-Floskel, „eine Zeitpunkt-Tabelle lügt immer. Nach zwei Dritteln der Saison ist es eine Momentaufnahme, die keinen Wert hat. Es bleibt gefühlt das Duell David gegen Goliath.“ Klar ist: Für den Oberliga-Debütanten ist die Konstellation Sechster gegen Siebter eine Sensation, für den langjährigen Regionalligisten eine herbe Enttäuschung.

Schon die Infrastruktur verdeutlicht den Unterschied

Das wiederum sagt nichts über das aktuelle Leistungsvermögen aus. Der TSV, beobachtet Ddaou, steigere sich seit der Winterpause beständig und werde nichts mit dem Abstieg zu tun haben: „Sie machen es angesichts ihrer Verhältnisse sehr, sehr gut und stehen aufgrund ihrer Leistung zurecht da.“ Es trifft auch eines der größten auf das vermutlich kleinste Budget der Spielklasse. Schon die wuchtige EWR-Arena und das nach Profisport aussehende Vereinsheim, im Kontrast zum sanierungsbedürftigen Clubheim und Naturrasen auf der idyllischen Anlage am Petersberg, veranschaulichen die Kräfteverhältnisse. Mehr Gegensätze gibt es in dieser Liga kaum.

Und doch: Tabellennachbarn. „Wormatia ist ein Top-Team der Liga“, betont Diel. Und schiebt nach: „Es steht mir überhaupt nicht zu, sie zu beurteilen.“ Bei seinem eigenen Team müsse die Defensivleistung aus Koblenz (0:1) mit dem Kreieren von Torchancen wie gegen Eppelborn (2:2) zusammenkommen. „Wenn wir die kleinen Details auf unsere Seite ziehen, ist eine Überraschung möglich“, sagt der TSV-Trainer.

Wormatia-Trainer kennt viele Gau-Odernheimer Fußballer

Für Ddaou kommt es zu einem mehrfachen Wiedersehen mit Ex-Spielern aus seiner Gonsenheimer Zeit. Noah Juricinec („ganz klarer Bursche, der sich sehr gut entwickelt hat“) ist in der Gau-Odernheimer Defensive unverzichtbar. Sechser Luca Dietrich sagte Ddaou einst eine Karriere als gestandener Oberligaspieler voraus. Auch Leart Rexhepi („toller Junge“) wurde am Wildpark aktiv.

Noch jünger war Philip Kohlstadt bei seinen ersten Oberliga-Spielen – er wechselte danach (!) in die U19 von Astoria Walldorf. Belel Meslem, mit zwölf Saisontoren bester TSV-Torschütze, spielte unter Ddaou meist im Mittelfeld. „Ein Ausnahmespieler, der der Mannschaft sehr viel gibt, viel läuft, sich vor keinem Zweikampf scheut“, sagt Ddaou. Kein Wunder, dass der Alzeyer bei Wormatia auf dem Zettel steht.

Personalsorgen bei den Wormsern

Auf der Gegenseite gibt es den ein oder anderen ehemaligen Wormser. Wobei Gradi Nkunga, der 2023/24 für Wormatia II 29 Landesliga-Tore schoss, erkrankt auszufallen droht, genauso wie Miles Hofmann (Trainer-Zitat: „Leiste gedatscht“). Julian Meininger ist privat verhindert, bei Konstantin Breiden kommen Rotsperre und Faserriss zusammen. Apropos: Wormatia-Rotsünder Kaan Özkaya bekam drei Spiele aufgebrummt. Ddaou stockte die ohnehin im Strafenkatalog festgehaltene Geldstrafe auf, und die Tätlichkeit in Auersmacher wird gemeinnützige Dienste im Verein nach sich ziehen. Danach soll es, nach umfassenden Entschuldigungen des Sünders, gut sein. Schließlich ist die Personallage angespannt genug.

Lukas Sundin hat sich beim Landesligaeinsatz wohl einen Kreuzbandanriss zugezogen, auch das Innenband ist in Mitleidenschaft gezogen. Marc Nauth musste schon wieder mit Problemen am Oberschenkel vom Trainingsplatz getragen werden und wird nun ebenfalls länger fehlen. Tom Fladung brach mit Schmerzen am Sprunggelenk ab, Leo Klein wird teilintegriert. Beide sind am Samstag keine Optionen, anders als Laurenz Graf (Schürfwunde) und der wieder genesene Noah Maier.

Mit der letzten Aktion gegen Idar-Oberstein kassierte Wormatia das unglückliche 2:2, 71 Spielsekunden später war man in Auersmacher (0:1) in Unterzahl. „Die Mannschaft muss diese Saison einiges an Nackenschlägen aushalten, aber sie bleibt stabil, hat einen gesunden Kern“, sagt der VfR-Trainer. Das doppelte Nachbarschaftsduell? „Der nächste Gegner spielt für mich keine Rolle. Wir wollen wieder in die Region kommen, die wir uns spielerisch und von den Ergebnissen her vorstellen.“